Lebensdaten
erwähnt wohl 910 , gestorben 948
Beruf/Funktion
Graf des Niederlahngaus
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 11905664X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Konrad
  • Konrad genannt Kurzbold
  • Konrad Kurzbold
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Zitierweise

Konrad Kurzbold, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11905664X.html [25.09.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus d. Geschl. d. Konradiner (s. NDB XII);
    V Eberhard ( 902), Gf. im Wormsfeld u. an d. unteren Lahn, S d. Gf. Udo od. Berengar;
    M Wiltrud;
    Ov Konrad d. Ä. ( 906), Gf. an d. oberen Lahn u. in Hessen, Gebhard ( 910), Gf. im Oberrheingau u. in d. Wetterau. seit 903 Hzg. in Lothringen, Rudolf ( 908), Bischof v. Würzburg;
    B Eberhard;
    Vt Kg. Konrad I. ( 918, s. NDB XII), Eberhard ( 939), Hzg. d. Franken (s. NDB IV), Udo ( 949), Gf. in d. Wetterau, Hermann I. ( 949), Hzg. in Schwaben (s. NDB VIII); - ledig.

  • Leben

    Mehrere Orte im Bereich des Niederlahngaus, wo sich auch der Schwerpunkt seines Besitzes befand, lagen in K.s Grafschaft. 910 gründete er in der zu seinem Eigengut gehörenden Burg Limburg eine Kirche, das spätere Chorherren-Stift Sankt Georg, zu dessen Dotation Ludwig das Kind und später Otto I. durch Schenkungen beitrugen; 942 verlieh Otto dem Stift Königsschutz. Seine unbedingte Ergebenheit gegenüber Otto I. bewies K. 939 während des Aufstandes Heinrichs, des Bruders des Königs, der das Haus der Konradiner in zwei feindliche Lager spaltete. Denn während König Konrads I. Bruder Eberhard, der in Franken eine herzoggleiche Stellung einnahm, zusammen mit Herzog Giselbert von Lothringen führend an dem Aufstand beteiligt war, blieb K. zusammen mit seinen Vettern, Graf Udo und dem Schwabenherzog Hermann, auf der Seite des Königs und stellte seine Treue in dem Gefecht am Rhein gegenüber Andernach unter Beweis, in dem Eberhard und Giselbert den Tod fanden. Seinen Beinamen erhielt K. wegen seiner geringen Körpergroße er wird als tapferer Krieger gepriesen, seine Unerschrockenheit fand auch in sagenhaften Erzählungen der Casus S. Galli ihren Niederschlag; Liudprand von Cremona nennt ihn einen weisen Mann.

  • Literatur

    ADB 16;
    F. Stein, Gesch. d. Kg. Konrad I. v. Franken u. s. Hauses, 1872, S. 324 ff.;
    Jbb. d. Dt. Gesch., Otto d. Gr.;
    J. Dietrich, Das Haus d. Konradiner, Diss. Marburg 1952, bes. S. 145 (ungedr.);
    W. H. Struck, Die Stiftsgründungen d. Konradiner im Gebiet d. mittleren Lahn, in: Rhein. Vj.bll. 36, 1972, S. 28-52.

  • Autor/in

    Fred Schwind
  • Empfohlene Zitierweise

    Schwind, Fred, "Konrad Kurzbold" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 508-509 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11905664X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Konrad, genannt Kurzbold (d. h. der kurze Mann), Graf vom Niederlahngau und Sohn des Grafen Eberhard, gehörte dem Hause König Konrads I. an, welches während der ganzen Regierung Heinrichs I. mit diesem, der ihm besonderen Dank schuldete, in gutem Einvernehmen blieb. Die Entzweiung zwischen Otto I. und dem Herzoge Eberhard von Franken im J. 938 spaltete das Geschlecht der Konradiner, denn Herzog Hermann von Schwaben nebst seinem Bruder Udo hielt von ihnen an der königlichen Sache fest, nicht minder ihr Vetter Konrad Kurzbold, der schon im J. 937 eine Schenkung für einen Geistlichen Hermanns bei Otto vermittelt hatte. Für den König war ihre Treue in den schweren Drangsalen des Jahres 939 vom höchsten Werthe. Als im Sommer desselben Jahres Eberhard und sein Verbündeter Giselbert von Lothringen den Rhein von Westen her überschritten hatten, um die Gaue ihrer Gegner zu verwüsten, folgten Udo und Konrad mit einer kleinen Schaar den Spuren der Plünderer. Von einem beraubten Priester geleitet, trafen sie die beiden Herzoge noch diesseits bei Andernach mit dem Mahle beschäftigt, während dieselben das Heer mit reicher Beute schon über den Rhein gesandt hatten. Ein rascher Ueberfall bereitete dem Leben beider Gegner ein Ende, hiermit war ein Wendepunkt herbeigeführt und der unverhofften Rettung folgte bald die allgemeine Beruhigung nach. Daß seitdem K., der an diesem Erfolge einen so wesentlichen Antheil hatte, noch höher in des Königs Gunst stand, war natürlich; im J. 940 empfing das von ihm gestiftete Georgskloster zu Limburg an der Lahn aus Eberhards Hinterlassenschaft eine Besitzung zu Zeuzheim. K. starb bereits am 30. Juni 949 und wurde, da er unvermählt und erblos geblieben war, in der Limburger Kirche beigesetzt. Der kleine Held lebte noch nach Jahrhunderten in den Liedern des Volkes fort: in seiner engen Brust wohnte ein kühner und tapferer Muth. Als er sich, so erzählte man, mit König Heinrich einst allein im Rathe befand und ein dem Käfig entkommener Löwe auf sie eindrang, kam K. dem Könige zuvor und erstach den Löwen mit seinem Schwerte. Ein andermal fällte er als ein neuer David einen slavischen Riesen, der vor dem Lager zum Kampfe prahlerisch herausgefordert hatte, mit der Lanze statt des Steines. Vor Aepfeln und Frauen aber hegte er unüberwindlichen Abscheu und mied sie, wo er konnte. Vielleicht deshalb, zum Theil doch gewiß auch aus besseren Gründen, wurde ihm von den Zeitgenossen der Beiname des Weisen ertheilt.

    • Literatur

      Vgl. über ihn St. Gallische Geschichtsquellen III, herausgeg. von Meyer v. Knonau; Köpke und Dümmler, Kaiser Otto der Große.

  • Autor/in

    Dümmler.
  • Empfohlene Zitierweise

    Dümmler, Ernst, "Konrad Kurzbold" in: Allgemeine Deutsche Biographie 16 (1882), S. 588 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11905664X.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA