Lebensdaten
1882 bis 1947
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Trier
Beruf/Funktion
Diplomat
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 119476606 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schubert, Carl Theodor Konrad von
  • Schubert, Carl Theodor Conrad von
  • Schubert, Karl Theodor Konrad von
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Porträt(nachweise)

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Zitierweise

Schubert, Carl von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd119476606.html [24.09.2017].

CC0

  • Genealogie

    V Conrad (1847–1924, preuß. Adel 1899), aus Wielkibór b. Jutroschin (Kr. Rawitsch, Prov. Posen), Gen.lt., Mitgl. d. preuß. Abg.hauses, Hospitant b. d. Nat.lib. (s. Priesdorff X, S. 405-07, Nr. 3294; Biogr. Hdb. Preuß. Abg.haus I), S d. Theodor S. (1816-90), auf Bogislawitz, Rachelsdorf, Koschine u. Kamlow (Kr. Militsch), preuß. Oberamtmann, Gutsherr, u. d. Amalie Lebius (1823–55), aus Rawitsch (Prov. Posen); M Ida (1861–1916), T d. Carl Ferdinand Frhr. v. Stumm-Halberg (1836–1901), Industr., Mitgl. d. preuß. Abg.hauses u. d. RT, Staatsrat, KR (s. Biogr. Hdb Preuß. Abg.haus I) u. d. Ida Böcking (1839–1918); Urur-Gvv Gottlob S. (1737-1818), Pfarrer in Klemzig b. Züllichau u. Bnin b. Schroda; Urur-Gvm Heinrich Böcking (1785–1862), Industr., Pol., OB v. Saarbrücken, Oberbergrat (s. NDB II); Ur-Gvv Adolph S. (1781-1825), preuß. Ökonomie-Kommissar; Ov Richard (1850–1933, preuß. Adel 1909, s. Priesdorff X, S. 410-15, Nr. 3297), preuß. Gen.oberst à la suite d. Feldartillerieschule, Theodor Ludwig Hermann S. (1851-1926), Gen. d. Artillerie (s. Priesdorff X, S. 409 f., Nr. 3296); Om Richard v. Kühlmann-Stumm (1873–1948), Dipl., Staatssekr. d. AA (s. NDB 13); B Conrad (1901–73, 2] Claudia, * 1921, T d. Hans Naumann, 1886–1951, Prof. d. Germanistik in Bonn, s. NDB 18), Dipl., dt. Legationsrat in Jordanien, Botschafter in Äthiopien (s. Munzinger); – Münsingen (Kt. Bern) 1919 Renata (1882–1961, 1] 1903-19 ⚮ Dietrich v. Bethmann Hollweg, 1877–1933, Dipl., Botschaftsrat), T d. Ferdinand Gf. v. Harrach (1832–1915), Maler, Prof., preuß. WGR, u. d. Helene Gfn. Pourtalès (1849–1940); 2 S Carl-Ferdinand (1920–49), cand. iur., Andreas (1922–93, Gloria, * 1923, T d. Alfred Horstmann, 1879–1947, Dipl., Leiter d. England-Abt. d. AA, Gesandter in Brüssel u. Lissabon, Kunstsammler, s. NDB IX, Fam.art., u. d. Lali [Léonie, Lally] v. Schwabach, 1898–1954, T d. Paul Hermann v. Schwabach, 1867–1938, preuß. Adel 1907, Bankier, s. NDB 23), Weingutsbes. in Grünhaus b. Trier; Schwägerin Elisabeth Gfn. v. Harrach (1870–1961, Christoph Gf. Vitzthum v. Eckstädt, 1863–1944, sächs. Staatsmin., s. Wi. 1935); E Carl Ferdinand (* 1952), Dr. agr., Dipl.-Ing. agr., Weingutsbes.; Vt Otto (1886–1971), Dr. phil., Reg.dir., Kpt.lt., Dir. d. Dt. Seewarte.

  • Leben

    Bereits mit Blick auf eine Karriere im Staatsdienst besuchte S. standesgemäße Schulen in Berlin und studierte Jura und Kameralistik in Bonn (Eintritt in e. d. vornehmsten Corps, die Bonner Borussen), Berlin und Heidelberg. 1904/05 leistete er Militärdienst beim Garde-Kürassier-Rgt. und absolvierte dann den juristischen Vorbereitungsdienst, verbunden mit dem Besuch von Lehrveranstaltungen an der Handelshochschule in Köln. Im Nov. 1906 trat er in den Auswärtigen Dienst ein. Über die Stationen Washington, Brüssel, Lissabon stieg er im Herbst 1912 zum 2. Sekretär an der Botschaft in London auf, wo sein Onkel Richard v. KühlmannStumm Botschaftsrat und Leopold v. Hoesch (1881–1936), mit dem er seitdem befreundet war, 3. Sekretär waren. Nach einiger Zeit im Kriegsdienst (Oberlt.), kam S. Anfang Juli 1915 an die Gesandtschaft Bern und wurde, inzwischen Legationsrat, wegen seiner organisatorischen und außenpolitischen Talente von Mai bis Juli 1919 zum Koordinator der politischen Abteilung der Friedensdelegation in Versailles berufen. Als Vortragender Rat 1920 mit dem Wiederaufbau der Botschaft London betraut, übernahm er danach die Englandabteilung im Auswärtigen Amt. 1921 war er maßgeblich an dessen Reorganisation im Sinne einer Straffung der Spitzengliederung nach der Schülerschen Reform von 1919/20 beteiligt. Ende 1921 wurde S. zum Ministerialdirektor und Leiter einer der drei neuen großen Ländergruppen-Abteilungen ernannt, drei Jahre später zum Staatssekretär. Im Zuge der außenpolitischen Umorientierung wurde er 1930 mit dem Botschafterposten in Rom abgefunden, 1932 zur Disposition gestellt und im folgenden Jahr auf Grund des Gesetzes über die Wiederherstellung des Berufsbeamtentums in den Ruhestand versetzt.

    S., einer der bedeutenden Gestalter der dt. Außenpolitik, verband Staatsdenken, Pflichtgefühl und Arbeitsethos in preuß. Tradition mit dem Leistungswillen und modernen Wirtschaftsdenken der Geschäftswelt. Politisch eher konservativ, stand er aus seinem Staatsdenken heraus bis zum Schluß zur Republik, besaß gute Kontakte auch zu führenden SPD-Politikern und hatte moderne Auffassungen von einem zeitgemäßen auswärtigen Dienst. Großes Organisationstalent, penible Gründlichkeit und behutsames außenpolitisches Vorgehen mit einem straff geführten Auswärtigen Amt bildeten die Basis für seine Fähigkeit zur genauen Analyse internationaler Entwicklungen und zur Gestaltung einer adäquaten, klaren, praktikablen, nationale und internationale Interessen verbindenden Außenpolitik. S. bemühte sich um Revisionen am Versailler Vertrag unter Zurückstellung konfliktgeladener Fragen (Ostgrenze), wollte den Wiederaufstieg zur Großmacht nur auf friedlichem Wege, in enger Zusammenarbeit und Übereinkunft mit den Großmächten, ein erneuertes, institutionalisiertes europ. Konzert erreichen sowie einen wirtschaftlichen Zusammenschluß Europas fördern. Zentral waren für ihn der Ausgleich und die enge Verbindung mit Frankreich. Das ergänzte sich mit den Vorstellungen Gustav Stresemanns (1878–1929), für dessen Locarno-Politik der|Verständigung, die S. in Grundzügen schon im Frühjahr 1923 entworfen hatte, er sich mit Hingabe einsetzte. Wichtig war für ihn die enge Zusammenarbeit mit dem Leiter der Rechtsabteilung, Friedrich Gaus (1881–1955), und v. a. seine Freundschaft mit seinem Vorgänger Ago v. Maltzan (1877–1927). Harry Gf. Kessler (1868–1937), den er gut kannte und dessen Verbindung zur Friedensbewegung er für Spezialmissionen nutzte.

  • Literatur

    P. Krüger, Die Außenpol. d. Rep. v. Weimar, 1985; ders., Struktur. Organisation u. außenpol. Wirkungsmöglichkeiten d. leitenden Beamten d. Ausw. Dienstes 1921-1933, in: K. Schwabe (Hg.), Das Diplomat. Korps 1871-1945, 1985, S. 101-69; ders., Freiheit u. Sicherheit, Anmm. zu e. bes. Aspekt in d. Europapol. d. Rep. v. Weimar, in: Th. Jäger u. a. (Hg.), Sicherheit u. Freiheit, FS f. Wilfried v. Bredow, 2004, S. 64-75; Biogr. Lex. Weimarer Rep.; – zur Fam.: GHdA 99, Adelige Häuser B 19, 1990, S. 400-05; |

  • Quellen

    Qu Akten z. dt. ausw. Pol. 1918-1945, Serien A u. B, 1966-95; reichhaltige Bestände im Pol. Archiv d. AA, Berlin; |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Fam.bes., Grünhaus b. Trier.

  • Autor

    Peter Krüger
  • Empfohlene Zitierweise

    Krüger, Peter, "Schubert, Carl von" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 617-618 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd119476606.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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