Lebensdaten
erwähnt 1136, gestorben 1141
Sterbeort
Kloster Niederaltaich
Beruf/Funktion
Markgraf von Österreich ; Herzog von Bayern
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 136708021 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Leopold V.
  • Leopold IV.
  • Leopold V.
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Zitierweise

Leopold IV., Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136708021.html [21.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    Aus d. Geschlecht d. Babenberger (s. NDB I);
    V Mgf. Leopold III. v. Ö. ( 1136, s. NDB 14);
    M Agnes ( 1143), Wwe d. Hzg. Friedrich I. v. Schwaben ( 1105, s. NDB V), T Kaiser Heinrichs IV. ( 1106, s. NDB VIII);
    Om Kaiser Heinrich V. ( 1125, s. NDB VIII);
    B Hzg. Heinrich II. Jasomirgott v. Ö. ( 1177, s. NDB VIII), Otto ( 1158), Bischof v. Freising, Konrad II. ( 1168), EB v. Salzburg (s. NDB XII);
    Halb-B Adalbert ( 1138), Kg. Konrad III. ( 1152, s. NDB XII), Hzg. Friedrich II. v. Schwaben ( 1147, s. NDB V);
    Schw Bertha ( ca. 1150, Burggf. Heinrich III. v. Regensburg, 1174), Agnes ( n. 1157, Hzg. Wladislaw v. Polen-Schlesien, 1159), Elisabeth ( 1143, Gf. Hermann II. v. Winzenburg, 1152), Judith ( Mgf. Wilhelm v. Montferrat, 1191), Gertrud ( 1151, Kg. Wladislaw II. v. Böhmen, 1175); - ledig;
    N Hzg. Leopold V. v. Ö. ( 1194, s. NDB 14).

  • Leben

    L. folgte als drittgeborener Sohn Leopolds III. in der Regierung der Mark nach. Übergangen wurde hierbei nicht nur sein ältester, aus einer ersten Ehe seines Vaters stammender Halbbruder Adalbert ( 1138), sondern auch Heinrich Jasomirgott, der, wie uns das Chronicon pii marchionis berichtet, von seinem Vater „weniger geliebt“ wurde. Allem Anschein nach war die Nachfolgefrage beim Tode Leopolds III. noch ungelöst. Beträchtliche Familienzwistigkeiten, insbesondere zwischen Adalbert und L., dürften darin ihre Ursache gehabt haben. Anfang 1137 mahnte Papst Innozenz II. in seinem Kondolenzschreiben an die Mgfn. Agnes zum Tode Leopolds III. zur Eintracht unter den Familienmitgliedern. Wohl im Frühjahr 1137 kam es in Tulln unter dem Vorsitz der Agnes zu einer Fürstenversammlung zum Zwecke der Versöhnung der beiden Brüder. L. setzte sich durch und wurde noch 1137 als Markgraf anerkannt. Heinrich, der an jenem Tullner Tag nicht anwesend war, wurde mit den salischen Gütern seiner Mutter am Rhein ausgestattet. 1137 kam es zur ersten für uns faßbaren Rechtshandlung eines Babenbergers in Wien. Im Vertrag von Mautern überließ L. seine Wiener Eigen- und Pfarrkirche St. Peter dem Hochstift Passau im Tausch gegen die Hälfte des bei der Stadt gelegenen Gutes dieser Kirche, was auf lange Sicht die kirchliche Verselbständigung Wiens erschweren mußte.

    Ansehen und Möglichkeiten der Babenberger erfuhren eine beträchtliche Steigerung, als nach dem Tod Lothars III. nicht dessen welfischer Schwiegersohn Heinrich der Stolze, sondern der Staufer Konrad von Schwaben, L.s Halbbruder – Sohn seiner Mutter Agnes aus ihrer ersten Ehe mit Friedrich I. von Schwaben –, von den Fürsten am 7.3.1138 zum König gewählt wurde. Die Babenberger wurden in der Folge zur wesentlichsten Stütze der staufischen Reichspolitik. Pfingsten 1138 fand sich L. auf dem Hoftag des neuen Königs in Bamberg ein, um sein Lehen zu empfangen. Als Heinrich der Stolze die Huldigung versagte, verfiel er der Acht, und es wurden ihm seine beiden Herzogtümer – im August 1138 Sachsen, im Dezember Bayern – entzogen, wobei Konrad III. im Februar oder März 1139 letzteres L., dem nach dem Welfen mächtigsten Fürsten des bayer. Stammesgebietes, übertrug. Bereits 1138 hatte L.s Bruder Otto den Freisinger Bischofsstuhl bestiegen, im selben Jahre der dem in der Mark begüterten Geschlecht der Herrn von Hagenau angehörende Reginbert den von Passau, so daß der bayer. Episkopat hinter dem neuen Herzog stand. L.s Chancen, seine Herrschaft zu festigen, waren also fürs erste nicht schlecht, um so mehr als Heinrich dem Stolzen vorerst die Verteidigung Sachsens mehr Erfolg zu versprechen schien und er sich in den Norden des Reiches begab. Am erfolglosen Feldzug Konrads III. im Sommer 1139 gegen Heinrich sehen wir L. an der Seite des Königs. Im Frühjahr 1139 hatte L., bei dem sich fast der gesamte bayer. Adel – „amore seu terrore“, wie Otto von Freising berichtet (Chron. VII 25) – einfand, nach der Unterwerfung der Hauptstadt Regensburg mit einem gewaltigen Heere Bayern durchzogen und am Lech gegenüber von Augsburg einen dreitägigen Gerichtstag abgehalten. Die babenberg. Position blieb jedoch nicht unumstritten, da nach dem plötzlichen Tod Heinrichs des Stolzen am 20.10.1139 dessen Bruder Hzg. Welf VI. in Bayern den Kampf für Heinrichs zehnjährigen Sohn, Heinrich den Löwen, aufnahm (1140). Bei der Belagerung der Burg der Führer des stärker werdenden bayer. Widerstandes, der Grafen Gebhard und Konrad von Valley, gelang es Hzg. Welf,|dem Babenberger eine Niederlage zuzufügen. Er wurde jedoch von diesem im Dez. 1139 bei Weinsberg schwer geschlagen. Anfang 1141 schlug L. einen Aufstand in Regensburg, wo er gerade einen Gerichtstag abgehalten hatte, nieder. Im Sommer bedrängte er in einer Strafexpedition, die die Niederlage von Valley rächen sollte, den Welfen im Gebiet des Lech. Nach dem Rückmarsch durch freising. Gebiet erkrankte L. in Regensburg und starb bald darauf im Kloster Niederaltaich.

  • Literatur

    ADB 18;
    Jbb. d. Dt. Gesch., Konrad III.;
    K. Lechner, Hzg. Heinrich II. Jasomirgott, in: Gestalter d. Geschicke Österreichs, hrsg. v. H. Hantsch, 1962;
    J. Lampel, Stud. z. Reichsgesch. unter Kg. Konrad III., 1. T.: Österreichs Anteil an d. Kämpfen d. Königs gegen d. Gf. Welf in Schwaben, in: MIÖG 32, 1911;
    S. Riezler, Gesch. Bayerns I, 2, 21927;
    B. Schmid, Die Fam. d. hl. Leopold u. d. Schicksal s. Kinder, in: Leopold-Festschr., 1936;
    H. Pörnbacher, Hzg. Welf VI., in: Lb. aus d. Bayer.Schwaben VIII, 1961;
    M. Spindler, Hdb. d. bayer. Gesch. I, 1967;
    V. Flieder, Stephansdom u. Wiener Bistumsgründung, 1968;
    F. Hausmann, Die Anfänge d. stauf. Za. unter Konrad III., in: Vorträge u. Forschungen 12, 1968;
    W. Koch, Zu den Babenbergergräbern in Heiligenkreuz, in: Jb. f. Landeskde. v. Nd.-österreich NF 42, 1976. - L
    s. a. Leopold VI. v. Österreich.

  • Autor/in

    Walter Koch
  • Empfohlene Zitierweise

    Koch, Walter, "Leopold IV." in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 280 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136708021.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Leopold IV. (V.), Markgraf von Oesterreich (1136—41), der drittgeborene Sohn des Markgrafen Leopold III. (IV.) des Heiligen, folgte vermuthlich auf Wunsch seines Vaters, dessen Liebling er war, diesem, mit Uebergehung zweier älterer Brüder (Adalbert und Heinrich) in der Mark. Ein vielleicht dadurch veranlaßtes Zerwürfniß Leopolds mit seinem Bruder Adalbert wurde durch die Mutter Agnes beigelegt. Auch starb Adalbert bald darnach. L. erschien auf dem Reichstage zu Bamberg (Pfingsten 1137), um dem Könige Konrad III., seinem Halbbruder, die Huldigung zu leisten und die Belehnung zu empfangen. 1139 entzog dieser Heinrich dem Stolzen das Herzogthum Baiern|und übertrug dasselbe (vermuthlich im Frühjahr) dem Markgrafen von Oesterreich. Der neue Herzog nahm sodann an dem Feldzuge des Königs nach Sachsen Theil. Doch kam es damals zu keinem Kampfe. Vielmehr kehrte L. in sein Herzogthum zurück, in welchem er sich, gestützt auf seine eigene Macht und jene seines Bruders, des Bischofs Otto von Freising, sowie begünstigt durch den unerwarteten Tod Heinrichs des Stolzen zu befestigen suchte. Regensburg, die alte Landeshauptstadt, und die baierischen Großen unterwarfen sich. Mit bewaffneten Schaaren zog L. durch das Land und hielt dann auf dem Lechfelde bei Augsburg drei Tage als Landesherzog Gericht. Erst als sich im folgenden Jahre (1140) Heinrichs des Stolzen Bruder Welf im oberen Deutschland wieder regte, erhob sich in Baiern der bisher zurückgehaltene Widerstand gegen den aufgedrungenen Herzog. Die Führer dieser Opposition waren zwei Brüder aus dem Hause Scheiern, die Grafen Gebhard und Konrad von Vallei. Als sie L. in ihrer alten Stammburg über dem Mangfallthale belagerte, erschien plötzlich Welf mit zahlreichen Rittern zu ihrem Beistand und trieb den Herzog nach heißem Kampfe (13. August) in die Flucht. Zwar wurde bald darnach Welf selbst, als er auch das von König Konrad bedrängte Weinsberg zu entsetzen suchte, aufs Haupt geschlagen; dagegen brach zu Anfang des J. 1141 in Regensburg ein Aufstand gegen L. aus, als er gerade in der Stadt einen Gerichtstag hielt. Es kam zum Straßenkampf, ein Theil der Stadt wurde in Brand gesteckt, und nur mit Mühe entkam der Herzog aus den Thoren. Erst als L. ein Heer sammelte, die Umgegend verwüstete und endlich ein Lager bei der Stadt selbst aufschlug, unterwarf sich die Bürgerschaft von neuem. Im Sommer brach L. mit einem Heere auf, um die Niederlage von Vallei zu rächen. Er zog bis an den Lech, brach dort die Burgen einiger Widersacher, verheerte die Umgegend und trat sodann durch das bischöflich freisingische Gebiet, das bei dieser Gelegenheit ebenfalls schweren Schaden litt, den Rückzug an. Bald darnach (18. October 1141) starb L. in der ersten Manneskraft zu Nieder-Altaich, ohne von seiner Gemahlin Maria, Tochter des Herzogs Sobieslav von Böhmen, Nachkommen zu hinterlassen.

    • Literatur

      Meiller, Regesten zur Geschichte der Babenberger. — W. v. Giesebrecht, Geschichte der deutschen Kaiserzeit, 4. Bd. — W. Bernhardi, Lothar von Supplinburg, 618, Anm. 67. —
      Riezler, Geschichte Baierns, I. — Ambros Heller, Die Ostmark unter Leopold dem Freigebigen (Blätter des Vereins f. Landeskunde von Niederösterreich, IX. Jahrg.). — A. Huber, in den Mittheilungen des Instituts für österreichische Geschichte, II. 382.

  • Autor/in

    v. Zeißberg.
  • Empfohlene Zitierweise

    Zeißberg, Heinrich von, "Leopold IV." in: Allgemeine Deutsche Biographie 18 (1883), S. 384-385 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136708021.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA