Lebensdaten
1090 bis 1147
Beruf/Funktion
Herzog von Schwaben
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 122779231 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Friedrich II. monocolus
  • Friedrich II. von Hohenstaufen
  • Friedrich II. von Schwaben
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Zitierweise

Friedrich II., Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd122779231.html [19.02.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Hzg. Friedrich I. v. Sch. ( 1105, s. NDB V);
    1) Judith ( 1130/35), T d. Hzg. Heinrich d. Schwarzen v. Bayern ( 1126), 2) Agnes, T d. Gf. Friedrich v. Saarbrücken;
    1 S, 1 T aus 1) Kaiser Friedrich I. ( 1190, s. NDB V), Judith (Bertha ?, n. 1202, Hzg. Matthias v. Lothringen, 1176), 1 S, 1 T aus 2) Konrad ( 1195), Pfalzgf., Jutta (Claritia?, 1191, Landgf. Ludwig II. d. Eiserne v. Thüringen, 1172).

  • Leben

    Herzog Friedrich I. hinterließ mit dem schwäbischen Herzogtum ein Erbe, das, den staufischen Hausbesitz an politischer Bedeutung überragend, von seinen Söhnen unangefochten übernommen werden konnte. Sein ältester Sohn F., beim Tode des Vaters 15 Jahre alt, wird noch im selben Jahr als dux Suevorum bezeugt. Im Besitz dieser Stellung und als Inhaber der staufischen Vogteirechte stand F. in den folgenden Jahren an der Spitze des staufischen Hauses, dessen Güter er mit seinem jüngeren Bruder Konrad zusammen verwaltete. In dieser Gemeinsamkeit liegt die Begründung des einheitlichen politischen Ringens der Staufer um das Reich und für das Reich.

    Als treuer Gefolgsmann Heinrichs V. ist F. an dessen Unternehmungen beteiligt, so am Ungarnzug 1108 und an dem denkwürdigen Romzug 1111. Als der Kaiser im Frühjahr 1116 einen neuen Italienzug antrat, ließ er die beiden staufischen Brüder in dem im Aufruhr stehenden Lande zurück und beauftragte sie mit der Wahrnehmung der königlichen Interessen. F. war im linksrheinischen Gebiet Schwabens tätig, wo er gegen den EB Adalbert von Mainz erfolgreich wirkte. „Der Burgenerbauer“ wird er nach einer vielzitierten Aussage Ottos von Freising genannt, und in der Tat zeugen die staufischen Burgbauten im Elsaß von seiner Sorge für den Schutz des königlichen Gutes. Auch in den folgenden Jahren ist F. im Gefolge des Kaisers zu finden, wenn sich auch das Verhältnis zu diesem abgekühlt zu haben scheint. Hatten doch die Staufer durch ihren unermüdlichen Einsatz für das Königtum Feinde auf sich gezogen zu einer Zeit, in der ihre mächtigsten Rivalen, die Zähringer und die Welfen, eine überaus wirkungsvolle Territorialpolitik trieben. Der Tod des Kaisers (1125) ließ die Gegensätze der führenden Familien im Reich zum Ausbruch kommen. F., der als Neffe der Kaiserin deren Schutz übernommen hatte, nahm zugleich die Reichsinsignien in seine Wahrung und meldete damit seinen Anspruch an. Durch seine Gemahlin, die Welfentochter Judith, konnte er hoffen, die Unterstützung der Welfen zu erhalten. In der von EB Adalbert gelenkten Mainzer Wahl jedoch, in der Herzog Lothar von Sachsen auf den Thron erhoben wurde, setzte sich eine Partei durch, die in dem mächtigen und ehrgeizigen Staufer den Fortsetzer salischer Königspolitik fürchtete. Der nun einsetzende Kampf der Staufer um das Reich war zugleich ein Kampf um das salische Erbe, dessen wichtigste Positionen F. nach dem Tode Heinrichs V. in seinen Besitz genommen hatte. Trotz der Reichsacht, mit der ihn der neue König belegte, konnte F. zunächst seine Stellung behaupten. Sein Bruder Konrad wurde dazu ausersehen, König Lothar als Gegenkönig entgegenzutreten. Als frater Friderici ducis bezeichnen ihn die Quellen und sprechen damit aus, wer als eigentliche Triebkraft des Handelns angesehen wurde. Während Konrad zunächst versuchte, in Italien Machtmittel in die Hand zu bekommen,|mußte F. in Deutschland eine Position nach der anderen aufgeben: so Speyer (1129) und Nürnberg (Herbst 1130). Von allen Seiten bedrängt, unterwarf er sich Ende 1134, freilich unter günstigen Voraussetzungen, denn für Lothar, der seinen 2. Italienzug vorbereitete, war der innere Friede im Reich von höchster Bedeutung. So blieben die Staufer, die sich 1135 – F. im März des Jahres – vor dem König demütigten, im Besitz ihrer Güter und Ämter. Beim Italienzug 1135-37 kämpften die staufischen Brüder im Heere des Kaisers.

    Es zeigte sich, daß die Staufer durch die Niederlage von 1134 nicht entscheidend zurückgeworfen worden waren. Vielmehr machte ihnen der Tod Lothars (Dezember 1137) den Weg zum Königtum, als Erben der Salier, frei. Die Mittel der Königsherrschaft, die Konrad nun zur Verfügung standen, und die Stellung des staufischen Hauses, die F. in erfolgreicher Territorialpolitik stärkte, erlaubten es, Verlorenes wiederzugewinnen und damit eine Grundlage für das staufische Königtum zu schaffen. Klostergründungen wie Neuburg und Königsbrück im heiligen Wald oder die Restitutionen der Stifter Münsterdreisen (Dreisen Kreis Kirchheimbolanden) und Lochgarten (Louisgarde Kreis Mergentheim) etwa sind bezeichnende Zeugnisse für F.s Aktivität in den letzten Jahren seines Lebens. Die Erfüllung seines Werkes war die Steigerung der Bedeutung seines Hauses und die Behauptung des königlichen Anspruches, als dessen Träger er seinen Sohn, Friedrich Barbarossa, hinterlassen hat.

  • Literatur

    s. Friedrich V.

  • Autor/in

    Hansmartin Schwarzmaier
  • Empfohlene Zitierweise

    Schwarzmaier, Hansmartin, "Friedrich II." in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 589-590 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd122779231.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Friedrich II. (von Hohenstaufen), der Einäugige, Herzog von Schwaben, geboren 1090, 1147, Sohn des vorgenannten Herzog Friedrichs I. und der Tochter Kaiser Heinrichs IV., Agnes. Er folgte dem Vater im J. 1105 in der schwäbischen Herzogswürde, während der jüngere Bruder Konrad späterhin wenigstens als Erbherr in fränkischen Gütern, Rotenburg a. d. Tauber, Weißenburg im Nordgau etc. und als Graf des Kochergaues erscheint, gleichfalls den Herzogstitel führt und zeitweise das ganze ostfränkische Herzogthum unter seiner Gewalt hatte. Die beiden Brüder scheinen während des Kampfes zwischen Kaiser Heinrich IV., ihrem Großvater, und seinem Sohn, König Heinrich V., ihrem Oheim, sich alsbald an den letzteren angeschlossen zu haben, und bildeten während der Bedrängniß, welche in der Folge durch sein Zerwürfniß mit der Kirche auch über diesen Herrscher hereinbrach, seine unerschütterliche, allen Lockungen widerstehende Hauptstütze. F. begleitete ihn auch im J. 1110 auf seinem Zuge nach Italien und beschwor den 9. Febr. 1111 zu Sutri mit dem Könige dessen Vertrag mit dem Papst, in Folge dessen er auf kurze Zeit dem letzteren als Geisel gestellt wurde. Im J. 1116 während des Aufenthalts Heinrichs in Italien zum Reichsverweser ernannt, trat er als solcher bei den in Deutschland nunmehr ausbrechenden argen Wirren, den Rhein von Basel ab entlang Ziehend, kräftig, wenn auch nicht immer mit Glück, auf und sicherte am seinem Zuge das Land möglichst durch Burgen, so daß man sprichwörtlich zu sagen pflegte, er habe an seines Rosses Schweif immer eine Burg, mußte es sich aber auch gefallen lassen, daß er als Genosse Kaiser Heinrichs durch den Kardinalbischof Kuno von Palästrina in den Bann gethan wurde. Unter den weltlichen Fürsten, welche das berühmte Wormser Concordat vom J. 1122 gleichsam als Zeugen unterschrieben, erscheint auch F., wenn er gleich bei dem, diesem Vertrage vorausgehenden Würzburger Bischofsstreit und im J. 1124 bei der Wormser Fehde nicht auf des Kaisers Seite stand. Nach dem Tode des letzteren, welcher sterbend ihm als seinem Erben seine Güter übergab und die Kaiserin empfahl, aber auch auf diesen seinen nächsten Verwandten als seinen Nachfolger unzweifelhaft hinwies, glaubte der, zugleich durch Familienverbindung mächtige und mit seinem Einfluß das ganze obere Deutschland beherrschende Herzog alle Ansprüche auf die Nachfolge zu haben, allein die Besorgniß der Fürsten vor der großen Macht der Hohenstaufen, das Widerstreben gegen die bereits angebahnte Erbmonarchie, die Einwirkung|des päpstlichen Legaten; die Abneigung gegen einen Verwandten des salischen Hauses und insbesondere diejenige des Mainzer Erzbischofs Adalbert, welcher einst von F. bekriegt worden war, jetzt aber die Wahl leitete, wandten den 30. August 1125 die Krone dem anfangs sich sträubenden Herzoge Lothar von Sachsen zu. Zudem kam noch, daß F. die listige Frage des genannten Erzbischofs, ob er sich dem Gewählten ohne Widerrede unterwerfen wolle, nicht wie die Anderen, die gleichfalls in Wurf kamen, bejahte, sondern erklärte, er könne nichts ohne den Rath seiner Mannen thun, und mißmuthig die Wahlstatt verließ, durch dieses Auftreten aber den übelsten Eindruck auf die Fürsten machte. Er unterwarf sich zwar dem neugewählten Könige, allein als dieser manches Gut als Reichseigenthum für den Thron ansprach, was F. als Erbe des ausgestorbenen königlichen Hauses einzuziehen begann, kam es zu Zerwürfnissen und mehrjährigen Kämpfen. Auf dem Fürstentag zu Straßburg um Weihnachten des Jahres ließ Lothar ihn des Hochverraths für schuldig erklären, verhängte am Anfang des folgenden Jahres auf dem Reichstag zu Goslar die Reichsacht über ihn und begann nach Pfingsten mit dem Kriege, in welchem er übrigens zunächst nur wenig Erfolg hatte. Das hohenstaufische Brüderpaar ließ es an Muth und Thatkraft nicht fehlen und war anfangs auch vom Glück begünstigt; ja Konrad wurde, nachdem sein Bruder selbst die Wahl auf ihn gelenkt, am 18. Decbr. 1127 von ihren Anhängern in Mainz zum Könige gewählt, Zog nach Italien (1128—32), erhielt dort die lombardische Königskrone, kam aber schließlich allda um alles Ansehen. Auch in Deutschland erhielt Lothar im Verlauf einiger Jahre das Uebergewicht. Zwar mißlang dem Herzog Heinrich von Baiern die frevelhafte Gewaltthat, mit welcher er in der Fastenzeit des J. 1129 seinen Schwager F. im Kloster Zwiefalten überfiel, so daß der letztere sich nur mit Hülfe der Mönche vor dem mit Feuer und Schwert hausenden Heinrich durch die Flucht in den festen Thurm des Münsters retten konnte, allein Speyer, der Haupthalt der Hohenstaufen in Rheinfranken, mußte nach zweimaliger Belagerung ums Neujahr 1130 dem Könige die Thore öffnen, wobei Friedrichs Gemahlin, welche in der Stadt weilend, heldenmüthig den Muth der Bürger angefeuert und alle Entbehrungen mit ihnen erduldet hatte, in des Königs Hände fiel, allein hochgeehrt und reichlich beschenkt mit ihrem Gefolge von ihm entlassen wurde, und im October des Jahres folgte Nürnberg, der staufische Hauptort in Ostfranken, diesem Beispiel. Im März 1131 wurden Konrad und alle Anhänger der Staufen durch Papst Innocenz II. bei seiner Zusammenkunft mit König Lothar feierlich in den Bann gethan, und im Herbst 1134 fiel die letzte staufische Hauptwehr Ulm, die Herzog Heinrich erobert, geplündert und ausgebrannt, worauf der Kaiser greulich verheerend über Schwaben herzog und es vollends ganz unterwarf. So war die hohenstaufische Macht gebrochen, F. erschien, als der Kaiser mit seiner Gemahlin Richinza, seiner Verwandten, in den letzten Tagen des Oktobers zu Fulda weilte, barfuß vor der Kaiserin, bat sie um Verzeihung und erreichte dadurch eine vorläufige Lösung vom Bann. Auf dem glänzenden Reichstag zu Bamberg kniete er am 17. März 1135 vor dem Kaiser öffentlich nieder und bat demüthig um Verzeihung, welche ihm auch zu Theil wurde. Er behielt sein Herzogthum, seine Güter und Lehen, auch sogar die salische Erbschaft, so weit sie nicht streitig gewesen oder bereits über dieselbe anderweitig verfügt worden war. Um Michaelis des Jahres schloß sich hieran die Aussöhnung Lothars mit Konrad. Als der Kaiser auf der Rückkehr von seiner zweiten Romfahrt im December 1137 verschied, wurde auch unter Mitwirkung Friedrichs Konrad zum Könige gewählt und fand in den nunmehr mit den Welfen ausbrechenden Kämpfen eine treue|Stütze an diesem stets mit ihm einträchtig lebenden Bruder. Bei der bekannten, übrigens nicht sicher verbürgten Geschichte von den Weinsberger Frauen soll der letztere Einsprache gethan haben, wogegen Konrad den Frauen die Rettung ihrer Männer mit dem Bemerken erlaubt habe: ein Königswort dürfe nicht verdreht werden. Mit tiefem Schmerz erfüllt, daß der König seinem Sohn erster Ehe Friedrich, welchem er im Angesicht seines nahen Endes bereits die Verwaltung seines Landes übertragen und den Schutz seiner zweiten Gemahlin und ihrer Kinder anvertraut hatte, die Erlaubniß zur Kreuzfahrt gegeben, starb F. den 6. April 1147. Beerdigt wurde er unfern des von ihm gegründeten Orts Hagenau in der Benedictinerabtei St. Walpurgis, von welcher sein Vater Mitstifter, er selbst Vogt gewesen war und in deren Nähe er das Cistercienser-Nonnenkloster Königsbruck, sowie im Verein mit dem Grafen Reginald von Lützelburg das Cistercienser-Mannskloster Neuburg bei Hagenau ins Dasein gerufen hatte. Kriegerische Tapferkeit, Geschäftsklugheit, Leutseligkeit und Freigebigkeit sind die Eigenschaften, die ihm nachgerühmt werden. Vermählt war er in erster Ehe mit Judith, Tochter Herzog Heinrichs des Schwarzen von Baiern, in zweiter mit Agnes, Tochter Graf Friedrichs von Saarbrücken.

    • Literatur

      Vgl. Chr. Fr. v. Stälin, Wirtembergische Geschichte, Bd. II. — Wilh. v. Giesebrecht, Geschichte der deutschen Kaiserzeit, Bd. III u. IV.

  • Autor/in

    P. Stälin.
  • Empfohlene Zitierweise

    Stälin, P., "Friedrich II." in: Allgemeine Deutsche Biographie 8 (1878), S. 32-34 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd122779231.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA