Lebensdaten
um 1050 bis 1105 oder 1106
Beruf/Funktion
Herzog von Schwaben
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118693530 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Friedrich I. von Staufen
  • Friedrich I. von Hohenstaufen
  • Friedrich I.
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Zitierweise

Friedrich I., Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118693530.html [19.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich v. Büren, besaß Güter im Rems- u. Filstal um s. Burgen Staufen u. Büren b. Göppingen, durch seine Gemahlin gelangte er in d. Bes. v. Gütern im Elsaß (um Schlettstadt), S d. Friedrich, dessen Herkunft umstritten ist;
    M Hildegard ( 1094), aus d. Fam. d. Grafen v. Egisheim u. Mömpelgard;
    B Otto ( 1100), Bischof v. Straßburg (seit 1082/84), Ludwig ( vor 1104), Pfalzgf.;
    Agnes ( 1143, 2] Mgf. Leopold v. Österreich, 1136), T d. Kaisers Heinrich IV. ( 1106);
    2 S, 1 T Hzg. Friedrich II. v. Sch. ( 1147, s. NDB V), Kg. Konrad III. ( 1152), Gertrud ( 1191, Pfalzgf. Hermann v. Stahleck, 1156).

  • Leben

    Als 1079 König und Gegenkönig dam Höhepunkt ihres Ringens entgegengingen, erhoben die um Rudolf von Rheinfelden gescharten Großen dessen Sohn Berthold zum Herzog von Schwaben. König Heinrich IV. hingegen hatte kurz zuvor den Grafen F. mit der schwäbischen Herzogswürde belehnt. Damit beauftragte er einen Mann mit entscheidenden Aufgaben im Süden des Reiches, der ihm schon vorher in den Kämpfen um sein Königtum wertvolle Dienste geleistet hatte; indem er ihm seine Tochter Agnes zur Gemahlin gab, band er ihn noch enger an sich. Der rasche Aufstieg der Staufer zum führenden Geschlecht in Schwaben ist um so bemerkenswerter, als ihre Vorfahren nicht zu den uns bekannten Großen dieses Stammes zählen. – Der erste staufische Herzog hatte seinen Rückhalt beim König; seine Tätigkeit ist bestimmt vom Kampf gegen die mächtigsten Dynastengeschlechter Süddeutschlands: die Rheinfeldener, die Zähringer und die Welfen. Sein Versuch, das von seinen Gegnern befestigte Ulm einzunehmen (1079), seine führende Teilnahme an den Schlachten von Flarchheim (Januar 1080) und Hohentnölsen (Oktober 1080), der Kampf um Würzburg gegen den neuen Gegenkönig Hermann von Salm (1086) sind die Etappen dieses Ringens. F.s Bruder Otto übernahm die Verteidigung der staufischen Stützpunkte im Elsaß. Daß es F. gelang,|seine Stellung zu behaupten, war mehr eine Folge seiner beharrlichen Zähigkeit als seines Kriegsglückes. 1096 schlossen die Welfen, die nach dem Tode König Rudolfs die Gegner Heinrichs IV. anführten, mit diesem Frieden, und Berthold von Zähringen verzichtete auf das Herzogtum, das er seit dem Tode Bertholds von Rheinfelden gegen den Staufer behauptet hatte. Damit war F.s Position in Schwaben gefestigt. Als sich 1104 der junge König Heinrich V. gegen seinen Vater auflehnte, stand F. wieder auf Seiten des alten Kaisers.

    Ein entscheidender Ausbau seiner Hausmacht war F. verwehrt, doch zeigen seine Klostergründungen etwas von dem Bestreben, seiner Familie Zentren herrschaftlicher Organisation zu schaffen. Die Kirche zum heiligen Grab in Schlettstadt, deren Gründung wohl auf F.s Mutter zurückgeht, wurde von ihm zu einem Kloster ausgebaut und, von ihm und seinen Brüdern reich dotiert, den Mönchen der heiligen Fides in Conques übertragen (1094). In Lorch, im Zentrum der staufischen Stammgüter im Remstal, entstand eine Abtei, die 1102 dem heiligen Petrus übergeben wurde. In diesem Kloster, dessen Vogtei F. sich und seiner Familie sicherte, bereitete er sich seine Grablege. Schließlich war er als Mitstifter an der Gründung der Abtei Sankt Walpurg im heiligen Wald (bei Hagenau im Elsaß) beteiligt. Damit sind die Besitzkerne angedeutet, um die seine Nachfolger weiterbauen konnten. Herzogsamt und Hausbesitz verbanden sich zu einer Herrschaft, die zur Grundlage staufischer Macht wurde. Ihr Anspruch aber lag im königlichen Geblüt, der Verwandtschaft mit dem salischen Hause, begründet.

  • Literatur

    s. Friedrich V.

  • Autor/in

    Hansmartin Schwarzmaier
  • Empfohlene Zitierweise

    Schwarzmaier, Hansmartin, "Friedrich I." in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 588-589 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118693530.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Friedrich I. (von Hohenstaufen), Herzog von Schwaben, 1105, der erste Begründer des Glanzes des hohenstaufischen Hauses oder wie die ursprüngliche Benennung lautet: der Staufer. Er war der Sohn Friedrichs von Büren (d. i. Wäschenbeuren, heutzutage Wäscherschlößchen zwischen dem Hohenstaufen und Lorch, noch jetzt durch uralte Mauern merkwürdig) und der im Elsaß reich begüterten Hildegard von nicht näher bekannter Herkunft. Der spätere Herzog, welcher in der Folge nahe seiner Stammburg die nunmehr für das Geschlecht namengebende Burg Staufen baute, erscheint, zuerst noch in der Eigenschaft eines Grafen, als ein treuer Anhänger König Heinrichs IV. in seinen Kämpfen mit seinen Gegenkönigen, Herzog Rudolf von Schwaben und dann Gr. Hermann von Salm. König Heinrich übergab ihm an Ostern 1079 zu Regensburg ein Heer zur Bekämpfung seiner Gegner in Schwaben, woselbst sofort namentlich in der Gegend von Ulm und Augsburg der Kampf tobte, belehnte ihn zugleich mit diesem zur Zeit der Hohenstaufen auch den Elsaß umfassenden Herzogthume und verlobte ihn mit seiner einzigen noch im Kindesalter stehenden Tochter Agnes, wogegen König Rudolfs Anhang alsbald dessen Sohn, den jungen Berthold von Rheinfelden zum Herzog erhob und Rudolf selbst dem jungen Berthold II. von Zähringen seine Tochter Agnes zur Gemahlin gab. Mehrere Jahre lang hatte F., welcher dem Könige Heinrich auch zu der für König Rudolf verhängnißvollen Schlacht an der Elster vom 15. Oct. 1080 Mannschaft zugeführt, einen schweren Stand in dem zwischen den Gegnern getheilten und hart mitgenommenen Schwaben gegen die vereinte päpstliche, welfische und zähringische Partei: den 11. August 1081 erlitt er mit dem baierischen Grafen Kuno von Vohburg, der todt auf dem Schlachtfelde blieb, durch den Gegenkönig Hermann und Herzog Welf bei Höchstädt eine vollständige Niederlage, im Anfang des J. 1084 verlor er durch Verrath Augsburg an Herzog Welf, im J. 1086 mußte er nach fünfwöchentlicher Vertheidigung Würzburg räumen, indem am 11. August des Jahrs der zu seinem Ersatz herangezogene Kaiser von den genannten Gegnern zwei Meilen nordwärts von der Stadt besiegt worden war, und als im J. 1090 der junge Rheinfelder starb, wurde von dessen Partei im J. 1092 der genannte Zähringer Berthold IV. zum Gegenherzog erhoben. Allein nachdem namentlich die Welsen sich mit dem Kaiser ausgesöhnt hatten, gab Berthold im J. 1098 seine Ansprüche an das Herzogthum auf, wogegen er den herzoglichen Titel beibehielt,|den er dann auch auf seine Nachkommen vererbte, und die Stadt Zürich wol mit nächster Umgebung als unmittelbares, vom hohenstaufischen Herzogthume unabhängiges Reichslehen zugestanden bekam. So gelangte F. endlich nach fast 20jährigen Kämpfen in den ruhigen Besitz seines freilich etwas verringerten schwäbischen Herzogthums. Nachdem er noch bei der Empörung König Heinrichs V. gegen seinen greisen Vater im J. 1105 als Gesandter des letzteren mit eindringlichen Ermahnungen, allein ohne Erfolg, auf den Sohn zu wirken gesucht hatte, starb er während des Kampfes in genanntem Jahre und. hinterließ den Ruhm eines durch Vorzüge jeglicher Art ausgezeichneten Fürsten. Begraben wurde er in dem von ihm gegründeten Kloster Lorch. außer welchem er in Verbindung mit seiner Mutter und seinen Geschwistern die St. Fidiskirche in Schlettstadt erbaut und zu einem Kloster erweitert, sowie mit dem Grafen Peter von Lützelburg die Benedictinerabtei St. Walburgis im Elsaß gestiftet hatte. Nach seinem Tode vermählte sich seine Wittwe, welche erst im J. 1143 starb, zum zweiten Male im J. 1106 mit Liupold III. dem Frommen, Markgrafen von Oesterreich.

    • Literatur

      Vgl. Chr. Friedr. v. Stälin, Wirtembergische Geschichte, Bd. I. u. II. Wilh. v. Giesebrecht, Geschichte der deutschen Kaiserzeit, Bd. III.

  • Autor/in

    P. Stälin.
  • Empfohlene Zitierweise

    Stälin, P., "Friedrich I." in: Allgemeine Deutsche Biographie 8 (1878), S. 31-32 unter Friedrich I. von Hohenstaufen [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118693530.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA