Lebensdaten
1663 bis 1726
Geburtsort
Sankt Margarethen
Beruf/Funktion
Baumeister
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118832328 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Dientzenhofer, Johann

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Zitierweise

Dientzenhofer, Johann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118832328.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    B Christoph s. (1);
    ⚭ Maria Eleonore;
    S Justus Heinr. (1702–44), baute u. a. das Zeughaus in Bamberg.

  • Leben

    Auch D. kam sehr jung mit seinen Brüdern nach Prag und hat die „Fundamenta“ zur Architektur, wie er selbst einmal geschrieben hat, „von zwey berühmten Baumeistern zu Prag erlernt“, vielleicht von Mathey und Leuthner. 1698 begegnet er als Gehilfe seines Bruders Leonhard beim Klosterbau auf dem Michelsberg in Bamberg. 1699 wurde er nach Italien geschickt und 1700 zum Stiftsbaumeister in Fulda ernannt. 1704-12 baute er den Dom und 1707-13 das fürstäbtliche Residenzschloß in Fulda. Der Einfluß Roms war beim Dom entscheidend. 1711 wurde D. Hofbaumeister in Bamberg im Dienste|des Fürstbischofs Lothar Franz von Schönborn. Als solcher trat er in Verbindung mit der Wiener Architektur Johann Lucas von Hildebrandts und Maximilian von Welschs. Die weitgespannten Schönbornschen Familienbeziehungen brachten ihn in einen Kreis von architektonisch höchst interessierten und selbst dilettierenden Bauherren. 1711 bis 1716 baute er Schloß Weißenstein in Pommersfelden unter engster schöpferischer Mitwirkung des Bauherrn selbst. Im Februar 1713 schickte ihn der Bauherr nach Wien, um die Pläne mit Hildebrandt zu besprechen. 1710-18 erbaute D. Kloster und Kirche in Banz. Die italienischen Eindrücke verbinden sich mit den neuen böhmischen Ideen seines Bruders Christoph. In zwei späteren Plänen für Kirche und Kloster in Holzkirchen (Unterfranken) kehrt die gleiche Kombination wieder. 1716 baute er das Concordiahaus in Bamberg. 1720-23 war D., von den Schönborns empfohlen, am Bau der Würzburger Residenz unter Balthasar Neumann tätig, dem er vielleicht die Prager Formen seines Bruders Christoph vermittelt hat.

  • Literatur

    R. Sedlmaier u. R. Pfister, Die fürstbischöfl. Residenz in Würzburg, 1923;
    W. Boll, Die Schönbornkapelle am Würzburger Dom, 1925;
    K. Lohmeyer, Die Baumeister d. rhein.-fränk. Barock, 1931, I, S. 205 ff., II, S. 179 ff.;
    H. G. Franz, Die Klosterkirche Banz u. d. Kirchen B. Neumanns in ihrem Verhältnis z. böhm. Barockbaukunst, in: Zs. f. Kunstwiss. 1, 1947, S. 54 ff.;
    G. Neumann, Neresheim, 1947;
    W. Gilly, J. D., Lit.- u. stilkrit. Unterss., Diss. Münster 1952;
    H. Kreisel, Das Schloß zu Pommersfelden, 1953;
    H. Keller, Bamberg, 1953. - Zu S Justus Heinr.: R. Teufel, Der Domherrnhof zum Hl. Hippolyt in Bamberg, in: Dt. Kunst u. Denkmalpflege, 1944, S. 41-49;
    ders., Btrr. z. fränk. Barock, in: Zs. f. Kunstgesch. 12, 1949, S. 46-66.

  • Autor/in

    Heinrich Gerhard Franz
  • Empfohlene Zitierweise

    Franz, Heinrich Gerhard, "Dientzenhofer, Johann" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 649 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118832328.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA