Lebensdaten
um 1639 – 1701
Geburtsort
Wildstein bei Pilsen (Böhmen)
Sterbeort
Prag (?)
Beruf/Funktion
Baumeister
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119131757 | OGND | VIAF: 15573138
Namensvarianten
  • Leuthner, Abraham
  • Leidner, Abraham
  • Leittner, Abraham
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Zitierweise

Leuthner von Grundt, Abraham, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119131757.html [30.05.2024].

CC0

  • Genealogie

    B Philipp, Maurer beim Stiftsbau Waldsassen;
    - 1) Prag 1678 Anna, Schw d. Baumeister Christoph ( 1722) u. Johann Dientzenholer ( 1726. beide s. NDB III), 2) Waldsassen 1686 Catharina Freund;
    K.

  • Biographie

    L., der 1665 als Bürger der Prager Neustadt erstmals erwähnt wird, zählt zu den frühesten selbständigen Bauunternehmern nichtital. Herkunft von einiger Bedeutung in Böhmen, die sich nach 1670 durchsetzen konnten. Als schöpferischer Architekt dürfte er kaum einen höheren Rang erreicht haben als seine ital. Konkurrenten, denen er die meisten Anregungen verdankte, wie Carlo Lurago und Francesco Caratti, für den er laut Kontrakt vom 23.8.1668 zusammen mit dem Maurermeister Joh. de Capaoli am Czernin-Palais, dem größten Profanbau Prags, die Maurerarbeiten durchführte. L.s Hauptwerk ist der Stiftsbau zu Waldsassen. Im Winter 1681/82 fertigte er Pläne und Modell. Er bildete eine Baumannschaft, der fünf Brüder (Georg, Wolfgang, Leonhard, Christoph und Johann) Dientzenhofer angehörten; sein Parlier und „adiutor“ war Georg Dientzenhofer, der auch mit ihm die Grundidee zur Stiftskirche, einer Wandpfeilerbasilika mit jochweiser Zentrierung im Langhaus, nach dem Vorbild von C. Luragos Prager Jesuitenkirche St. Ignaz (1665–78) entwickelt hat. Mit Vollendung des Konventsgebäudes in der 1. Hälfte 1690 verließ L. Waldsassen. L. wirkte vorwiegend in Eger und im westlichen Böhmen; er war Baumeister des Herzogs von Sachsen-Lauenburg beim Schloßbau in Schlackenwerth, wo Christoph Dientzenhofer 1685 die örtliche Vertretung innehatte. Als Fortifikationsbaumeister 1688-97 in Eger baute er dort die Dominikanerkirche; später war er Kaiserl. Oberbau- und Schatzmeister im Kgr. Böhmen.

    1677 veröffentlichte L. in Prag den Traktat „Grundtliche Darstellung, Der Fünff Seüllen …“, eine weitgehend akademisch kompilierte Vorbildersammlung mit Beispielen aus eigener Praxis, darunter vor allem Zentralbauentwürfe, die in der Folgezeit abgewandelt zum Teil als Wallfahrtskirchen und Gnadenkapellen auf symbolischem Grundriß im böhm.-fränk. Raum verwirklicht wurden. Seine Baugedanken fanden auch ihren Niederschlag im sogenannten Dientzenhofer-Skizzenbuch und im Studienbuch des Joseph Walch von der Wende des 17. Jh. (beide München, Bayer. Nat.mus.). L. war einer der Lehrmeister Johann Dientzenhofers in Prag.

  • Literatur

    H. Schmerber, Btrr. z. Gesch. d. Dientzenhofer, 1900, S. 6, 17, 24 f.;
    J. J. Morper, Der Prager Architekt J. B. Mathey, 1927, S. 75-80, Anm. 4;
    ders., Das Czernin-Palais in Prag, 1940, S. 30, 32, 37, 102-06 u. ö.;
    ders., Die Stiftskirche v. Waldsassen u. ihre böhm. Wurzel, in: Das Münster 16, 1963, S. 312-15;
    V. Wachsmannova, Život a dílo Abrahams Leithnera, in: Památky archeologické 42, 1946, S. 14 ff.;
    P. Toman, Nový slovnik ceskoslovenských výtv. umělcu II, 1950, S. 24;
    H. G. Franz, Bauten u. Baumeister d. Barockzeit in Böhmen, 1962, S. 22 f., 46 ff., 49, 51, Anm. 13, 91, 95;
    E. Bachmann, Die Architektur u. Plastik, in: Barock in Böhmen, hrsg. v. K. M. Swoboda, 1954, S. 14, 18, 23 f., 32, 47 f.;
    O. J. Blazícek, Barockkunst in Böhmen, 1967, S. 16;
    ThB.

  • Autor/in

    Hans Reuther
  • Zitierweise

    Reuther, Hans, "Leuthner von Grundt, Abraham" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 383 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119131757.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA