Lebensdaten
1880 bis 1961
Geburtsort
Marienburg (Westpreußen)
Sterbeort
Wiesbaden
Beruf/Funktion
Gärungschemiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 142379026 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hayduck, Friedrich
  • Hayduck, Fritz
  • Hayduck, Friedrich
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Hayduck, Fritz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd142379026.html [19.02.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Michael, Dr. phil., Dr. phil. h. c., Gymnasialdir. in Thorn;
    M Emilie (* 1854), T d. Berthold Delbrück (1817–68), Appellationsgerichtsrat in Greifswald, u. d. Laura v. Henning;
    Ov Max (s. 2);
    Om Hans Delbrück ( 1929), Historiker u. Politiker (s. NDB III), Max D. ( 1919), Gärungstechnologe (s. NDB III);
    - Berlin 1907 Hildegard, T d. Hermann Körte, Geh. Oberregierungsrat, u. d. Lisbeth Delbrück (N d. Bankiers Adelbert D., 1890, s. NDB III);
    1 S, 1 T.

  • Leben

    H. studierte Chemie, Physik und Botanik in Leipzig sowie Berlin (Promotion bei H. Liebermann, Berlin 1904). Von 1904 an war er als Assistent am Institut für Gärungsgewerbe tätig, in dem er 1906 zum Oberassistenten und 1912 zum Abteilungsvorsteher befördert wurde. Als Nachfolger von M. Delbrück wurde er 1920 ordentlicher Professor für chemische Technologie an der Landwirtschaftlichen Hochschule zu Berlin. 1922-33 war er Direktor des staatlichen Instituts für Gärungsgewerbe, gleichzeitig Honorarprofessor mit Lehrauftrag, seit 1931 wieder ordentlicher Professor für Gärungsgewerbe an der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin. 1933 trat er in die Brauindustrie über, blieb aber noch einige Jahre als Honorarprofessor an der Universität Berlin. Nach 1945 war er als freier Wissenschaftler im Aufgabenbereich des Instituts für Gärungsgewerbe tätig.

    H. verstand es, als Forscher und als Herausgeber wissenschaftlicher Zeitschriften, Sammelwerke und Schriftenreihen die technischen Verfahren wissenschaftlich zu interpretieren und damit der Gärungstechnologie wissenschaftlichen Charakter zu verleihen. Aus seinen Arbeiten zur Physiologie der Hefe, über die Bierhefetrocknung zur Gewinnung eines hochwertigen, bitterstoffreien diätetischen Nährmittels (Nährhefe) und über Hefelüftungsverfahren auf der Grundlage neuartiger Nährstoffverteilung (Zulaufverfahren) mit dem Ergebnis der Erzielung von Höchsternten an Hefe ohne Alkoholgewinnung entwickelte er (gemeinsam mit Wendel) das Verfahren der Massenzüchtung von Hefe (Mineralhefe), das in der Zeit der beiden Weltkriege und ihrer Folgejahre zur Schließung der Eiweißlücke beigetragen hat. Die Feststellung, daß der Äthylalkohol bei richtiger Verwendung (bis zu 20% Zusatz zum Benzin und Benzol) ein hervorragendes Mittel zur Treibstoffveredlung darstellt, ist mit an erster Stelle den Arbeiten von H. (gemeinsam mit H. Haehn) zu verdanken. Von besonderer Bedeutung für das Bestehen der Kartoffelbrennerei war seine Veröffentlichung „Warum kann die Landwirtschaft des armen Bodens auf die Kartoffelbrennerei nicht verzichten?“ (Bericht über Landwirtschaft NF 5, 1927, Heft 4).

  • Werke

    Weitere W u. a. Über d. Bedeutung d. Kalksalze im Brauwasser f. Hefe u. Gärung, in: Wschr. f. Brauerei 25, 1908, S. 241, 253, 265, 277, 297 (mit K. Schücking);
    Neue Ziele d. Gärungstechnik, ebd. 44, 1927, S. 355-59;
    Die Gärungsführung in Brauerei, Brennerei u. Preßhefefabrik, 1911 (mit M. Delbrück);
    Techn. Verwertung d. Bierhefe, in: Chem. Industrie 36, 1913;
    Warum kann d. Kartoffelbau auf d. kartoffelverarbeitenden Gewerbe nicht verzichten?, in: Zs. f. Spiritusindustrie 44, 1921, S. 195, 205, 215;
    Die Regelung d. biolog. Vorgänge bei d. Herstellung v. Bier u. Branntwein, ebd., S. 229, 237, 246;
    Das Problem d. Zymasebildung in d. Hefe, in: Biochem. Zs. 128, 1922, S. 568-605 (mit H. Haehn), 139, 1923, S. 67 (mit dems.). - Hrsg.: Zs. f. Spiritusindustrie;
    Tagesztg. f. Brauerei, mit d. wiss. Beil. Wschr. Brauerei;
    Muspratt's theoret., prakt. u. analyt. Chemie in Anwendung auf Künste u. Gewerbe, Encyklopäd. Hdb. d. techn. Chemie, Erg.werk, IV, 1, 2, 1915/22;
    Brauereilex., 2 Bde., 21925;
    Parey's Bücherei f. chem. Technol., 1928 ff.

  • Literatur

    Chem. Ztg. 74, 1950, S. 737;
    ebd. 80, 1956, S. 15;
    B. Drews, in: Die Branntweinwirtsch. 101, 1961, S. 63;
    Pogg. VI, VII a.

  • Portraits

    in: Tagesztg. f. Brauerei 57, 1960, S. 792.

  • Autor/in

    Bruno Drews
  • Empfohlene Zitierweise

    Drews, Bruno, "Hayduck, Fritz" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 150 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd142379026.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA