Zorn, Wolfgang
- Lebensdaten
- 1922 – 2004
- Geburtsort
- Augsburg
- Sterbeort
- Augsburg
- Beruf/Funktion
- Historiker ; Wirtschaftshistoriker
- Konfession
- evangelisch
- Normdaten
- GND: 119066963 | OGND | VIAF: 4963438
- Namensvarianten
-
- Zorn, Wolfgang
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Zorn, Wolfgang
| Historiker, * 3.10.1922 Augsburg, † 8.7.2004 Augsburg, ⚰ Augsburg, Protestantisch Friedhof. (evangelisch)
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Genealogie
V →Max (1874–1940), Kaufm., Textilfabr. in A., S d. →Julius (1844–1915), aus Memmingen (Allgäu), Posamentier, Textilkaufm. ebd., u. d. →Rosalia Pöppel (1845–1902), aus Memmingen;
M →Wilhelmine Seyfried (1880–1931), aus A.;
Urur-Gvv →Johann Peter (1757–1834), aus Kempten (Allgäu), Mehl- u. Fischhändler, Mühlarzt in Buxach b. Memmingen;
Ur-Gvv →Johannes (1808–66), Tuchmachermeister, Kaufm. in Memmingen;
Ov →Adolf (1871–1949, ⚭ →Marie Hermann, 1877–1969), Textilkaufm. in Memmingen, →Wilhelm (1884–1968, ⚭ Hermine Rieger,* 1898), Agrarwiss., o. Prof. f. Tierzucht in Breslau, Leiter d. Preuß. Versuchs- u. Forsch.anstalt f. Tierzucht in Tschechnitz (Siechnice, 1936–45 Kraftborn, Niederschlesien) u. 1947 d. Bayer. Landesanstalt f. Tierzucht in Grub b. München, 1934–57 Vors. d. Dt. Ges. f. Züchtungskde., Dr. med. vet. h. c., Dr. agr. h. c. (TU München-Weihenstephan), 1964 Bayer. Verdienstorden (s. Biogr. Hdb. Pflanzenbau; Gerber, Persönlichkeiten Land- u. Forstwirtsch.; Bayer. Biogr. Enz.);
– ⚭ 1965 →Dietlind (1936–89), T d. →Gottfried Frhr. v. Schnurbein (1899–1975), Dr. med., Arzt, u. d. →Ellen Kölle (1907–1994);
1 S, 4 T. -
Biographie
Z. absolvierte das humanistische Gymnasium bei St. Anna (Abitur 1941). Als Opfer der noch verbreiteten Kinderlähmung mußte er keinen Kriegsdienst leisten, sondern nahm 1941 an der Univ. München das Studium der Mittleren und Neueren Geschichte, Bayer. Landesgeschichte und Mittellat. Philologie auf, das er 1945 mit einer von →Karl Alexander v. Müller (1882–1964) betreuten Promotion zum Dr. phil. mit einer Arbeit über die Reichspublizistik des ausgehenden 18. Jh. abschloß. Nach kurzer Anstellung am Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte in Würzburg widmete er sich als Sekretär und Geschäftsführer der Augsburger Volkshochschule dem Aufbau der Erwachsenenbildung und der Institutionalisierung der Heimatforschung in Bayer.-Schwaben, wo er 1949 an der Gründung der Schwäb. Forschungsgemeinschaft mitwirkte.
Zum Sprungbrett für eine universitäre Karriere wurde Z.s hauptamtliche Mitarbeit an der „Neuen Deutschen Biographie“, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayer. Akademie der Wissenschaften, seit 1955, wo er für die Wirtschaftsbiographien zuständig war. 1958 wechselte Z. auf eine Assistentenstelle bei →Friedrich Lütge (1901–1968) am Seminar für Wirtschaftsgeschichte der Univ. München und habilitierte sich 1959 bei →Franz Schnabel (1887–1966) mit einer Arbeit über das schwäb. Unternehmertum für Mittlere und Neuere Geschichte. 1961 wurde er auf einen neuen Lehrstuhl für Verfassungs-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an die Univ. Bonn berufen und kehrte 1967 als Nachfolger Lütges auf den Lehrstuhl für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte nach München zurück, wo er an der Staatswirtschaftlichen, nach der Umgliederung seines Fachs 1972 an der Sozialwissenschaftlichen Fakultät lehrte (em. 1991).
Charakteristisch für Z.s umfangreiches Œuvre ist seine Orientierung auf die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte einerseits und die bayer. und schwäb. Landesgeschichte andererseits.
Es umfaßt zahlreiche quellengesättigte Spezialstudien ebenso wie Handbuch- und Referenzwerke. Daneben steht die Herausgeberschaft wichtiger Periodika und Publikationsreihen, v. a. 1968–88 die Federführung bei der „Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte“ und 1979–84 bei den „Veröffentlichungen der Schwäb. Forschungsgemeinschaft“ als deren Wissenschaftlicher Vorstand. Ein breiteres Publikum erreichte Z. u. a. mit seiner wiederholt aufgelegten Geschichte Augsburgs.
Z. gehörte zu den prägenden Vertretern der universitären Sozial- und Wirtschaftsgeschichte in der Hauptausbauphase dieses Fachs in der jungen Bundesrepublik, das jedoch als „Fach zwischen den Fächern“ (Z.) bald wieder an Bedeutung verlor, weil ihm die Verankerung in den Studienplänen der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften fehlte. Seine quellennahe Arbeitsweise machte Z. zum geschätzten Partner der Landesgeschichte, der er half, ihr Profil als selbständige, epochenübergreifende und interdisziplinäre Teildisziplin der Geschichtswissenschaft zu schärfen.
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Auszeichnungen
|Mitgl. d. Komm. f. Gesch. d. Parlamentarismus u. d. pol. Parteien (1967), d. Hist. Komm. b. d. Bayer. Ak. d. Wiss. (1968), d. Komm. f. Soz.- u. Wirtsch.gesch. d. Bayer. Ak. d. Wiss. (1968) u. d. Komm. f. bayer. Landesgesch. b. d. Bayer. Ak. d. Wiss. (1977);
Ehrenmünze d. Schwäb. Forsch.gemeinschaft (1994). -
Werke
|u. a. Augsburg, Gesch. e. dt. Stadt, 1955, ⁴2001;
Hist. Atlas v. Bayer.-Schwaben, 1956 (mit J. G. Bildstein u. a.);
Handels- u. Ind.gesch. Bayer.-Schwabens 1648–1870, 1961;
Kl. Wirtsch.- u. Soz.gesch. Bayerns 1806–1933, 1962;
Hdb. d. dt. Wirtsch.- u. Soz.gesch., 2 Bde., 1971/76 (Hg. mit H. Aubin);
Einf. in d. Soz.- u. Wirtsch.gesch. d. MA u. d. Neuzeit, 1972, ²1974;
Hist. Wirtsch.karte d. Rheinprov. um 1820, 1973 (mit H. Hahn);
Zur frühen Industrialisierung in Jugoslawien, 1974 (mit S. Schneider);
Augsburg, Gesch. in Bilddok., 1976;
Bayerns Gesch. im 20. Jh., 1986;
Die Protokolle d. Volkswirtschaftl. Ausschusses d. Dt. Nat.verslg v. 1848/49, 1992 (Hg. mit W. Conze);
Wirtschaftl.-soz. Bewegung u. Verflechtung, Ausgew. Aufss., 1992 (W, P);
Studia Sueviae Historica, Btrr. z. Gesch. Bayer.-Schwabens, 1997 (W, P);
Studium d. Gesch. im Gesch.erleben vor u. n. Kriegsende, in: Erinnerungsstücke, Wege in die Vergangenheit, Rudolf Vierhaus z. 75. Geb.tag gewidmet, hg. v. H. Lehmann u. O. G. Oexle, 1997, S. 249–70 (autobiogr. Text);
Hdb. d. Gesch. d. ev. Kirche in Bayern, 2 Bde., 2000/02 (Hg. mit G. Müller u. H. Weigelt). -
Literatur
|Hist. socialis et oeconomica, FS f. W. Z. z. 65. Geb.tag, hg. v. H. Kellenbenz u. H. Pohl, 1987;
P. Fried (Hg.), 50 J. Schwäb. Forsch.gemeinschaft, 1999 (P);
Volksleben im 19. Jh., Stud. z. d. bayer. Physikatsberr. u. verwandten Qu., W. Z. z. 80. Geb.tag, hg. v. P. Fassl u. R. Kießling, 2003;
P. Fried, in: Zs. d. Hist. Ver. f. Schwaben 97, 2004, S. 496 f.;
R. Kießling, in: ZBLG 67, 2004, S. 441–44;
G. Schulz, in: VSWG 91, 2004, S. 419–21. -
Autor/in
Stephan Deutinger -
Zitierweise
Deutinger, Stephan, "Zorn, Wolfgang" in: Neue Deutsche Biographie 28 (2024), S. 748-749 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119066963.html#ndbcontent