Dates of Life
1680 - 1741
Place of birth
Linz
Place of death
Schloß Mariemont bei Morlanwelz (Hennegau)
Occupation
Statthalterin der Österreichischen Niederlande ; Erzherzogin von Österreich
Religious Denomination
katholisch
Authority Data
GND: 118927426 | OGND | VIAF: 66341690
Alternate Names
  • Maria Elisabeth von Österreich
  • Maria Elisabeth
  • Maria Elisabeth von Österreich
  • more

Places

Map Icons
Marker Geburtsort Place of birth
Marker Wirkungsort Place of activity
Marker Sterbeort Place of death
Marker Begräbnisort Place of interment

Localized places could be overlay each other depending on the zoo m level. In this case the shadow of the symbol is darker and the individual place symbols will fold up by clicking upon. A click on an individual place symbol opens a popup providing a link to search for other references to this place in the database.

Citation

Maria Elisabeth, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118927426.html [25.01.2022].

CC0

  • Genealogy

    Aus d. Hause Habsburg;
    V Kaiser Leopold I. ( 1705, s. NDB 14);
    M Eleonore (1655–1720), T d. Hzg. Philipp Wilhelm v. Pfalz-Neuburg (1615–90), seit 1680 Kf. v. d. Pfalz, u. d. Elisabeth Amalie v. Hessen-Darmstadt (1635–1709);
    B Kaiser Joseph I. ( 1711, s. NDB X), Kaiser Karl VI. ( 1740, s. NDB XI);
    Schw Kgn. Maria Anna v. Portugal ( 1754, s. NDB 16);
    Halb-Schw Kfn. Maria Antonia v. Bayern ( 1692, s. NDB 16); – ledig.

  • Life

    Auf der Flucht der Eltern vor der Pest, die in Wien wütete, wurde M. in Linz geboren und wuchs nach der Befreiung Wiens von den Türken 1683 in einer Zeit barocken Prunks und Aufbaus auf. Sie erhielt eine hervorragende Erziehung, sprach – neben Deutsch – Französisch, Italienisch und Latein und verfaßte als 19jährige eine Geschichte des Habsburg. Hauses (Chronologie augustissimae Domus Austriacae, 1698). Sie lebte ganz ihren Studien, bis ihr jüngerer Bruder, Kaiser Karl VI., sie 1725 als Nachfolgerin des Prinzen Eugen als Statthalterin der Österr. Niederlande einsetzte.

    M.s Regierungszeit in den Niederlanden (1725–41) ist bislang nicht ausreichend erforscht, so daß ihr Anteil und der ihrer mächtigen, von Wien gesandten Obersthofmeister an den politischen Entscheidungen nicht genau geklärt sind. M. hatte erhebliche Vollmachten, so das Recht, Bischöfe und Äbte zu ernennen, allerdings in Absprache mit Wien. Im Gegensatz zu ihren Vorgängern residierte sie in den Niederlanden und kannte das Land sehr gut. Die Provinziallandstände gestanden ihr eine Zivilliste von 560 000 Brabantgulden zu und ermöglichten ihr damit eine glänzende Hofhaltung nach Wiener Vorbild. Getreu ihrer musikalischen Erziehung als Tochter des komponierenden Leopold I. förderte M. vor allem das Musikleben Brüssels und berief berühmte ital. Musiker.

    In der Kirchenpolitik führte die Statthalterin einen Kampf gegen den Jansenismus, darin beeinflußt von ihrem Beichtvater, dem Jesuiten Stefan Amiodt, der eine 26bändige (ungedruckte) Darstellung ihrer Regierung verfaßte. Gegen den Willen der Ministerialräte wies sie den Löwener Professor van Espen, einen der einflußreichsten Jansenisten, aus und ließ mehrere Abteien reformieren. Die Finanzen befanden sich zunächst – vor allem zur Zeit des Obersthofmeisters Julio Gf. Visconti (1725-32) – in einem derartig desolaten Zustand, daß es etwa bei der Auszahlung der Beamtengehälter einen Rückstand von vier Jahren gab. Unter Friedrich Gf. Harrach (1732–44) besserte sich die Lage. Die Einziehung der bisher verpachteten Ein- und Ausfuhrrechte wurde in eigene Verwaltung genommen, unnötige Ämter wurden abgeschafft, die subalternen Behörden überprüft. M. weigerte sich aber, eine kaiserl. Verordnung zu publizieren, die den Niederlanden Intendanten nach franz. Muster aufzwingen wollte. Der wirtschaftlichen Depression jener Jahre suchte die Statthalterin aus einer Haltung von christlicher Wohltätigkeit zu begegnen, ohne an eine Reduzierung ihrer Hofhaltung zu denken. Allerdings veranlaßte sie auch die erste systematische Untersuchung über die fläm. Industrie, um Möglichkeiten für Reformen auszuloten.

  • Literature

    Biogr. Nat. Belge, Bd. 13, 1894/95;
    G. de Boom, L'archiduchesse Marie-Elisabeth et les grands maitres de la cour, in: Revue belge de philologie et d'histoire, Bd. 5, 1926, S. 493-506;
    M. Baelde u. J. B. Windey, De, Jointe de cabinet‘ tijdens de landvoogdij van M. E., in: Archiefen Bibliotheekwezen in Belgie, Bd. 43, 1972, S. 85-107;
    M. Engels, De Godsdienstpolitiek van M. E. … Diss. Löwen 1976;
    M. Jonckers, M. E. van Oostenrijk, Diss. Löwen 1978;
    B. Hamann, Die Habsburger, 1988 (P);
    Wurzbach VII.

  • Author

    Brigitte Hamann
  • Citation

    Hamann, Brigitte, "Maria Elisabeth" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 190-191 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118927426.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA