Lebensdaten
1919 bis 1988
Geburtsort
Köngetried bei Mindelheim (Allgäu)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Sängerin ; Sopranistin
Konfession
-
Normdaten
GND: 118760432 | OGND | VIAF: 69116806
Namensvarianten
  • Schneiderhan, Irmgard (verheiratete)
  • Seefried, Irmgard
  • Schneiderhan, Irmgard (verheiratete)
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Zitierweise

Seefried, Irmgard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118760432.html [09.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich (1888–1936), 1913–23 Dorfschullehrer in K., seit 1923 in Bad Wörishofen (Allgäu), gründete d. Lehrerorchester „Oberes Mindelgau“, Chorleiter in Bad Wörishofen;
    M Maria Scharpf (* 1898), aus Bauernfam. in Buchloe (Allgäu);
    1948 Wolfgang Schneiderhan (1915–2005), Geiger (s. NDB 23; L);
    2 T Barbara (* 1950), Bühnen- u. Kostümbildnerin, Monika Maria (Mona) (* 1957, ⚭ Peter E. Funck, * 1951, Schausp.), Schausp. in München, ausgebildet am Max-Reinhardt-Seminar (s. Kosch, Theaterlex.).

  • Leben

    S. verbrachte ihre Kindheit in dem schwäb. Dorf Köngetried und später in Bad Wörishofen, wo ihr Vater Lehrer der Dorfschule und Chorleiter war und der hochmusikalischen Tochter ersten Musikunterricht in Gesang|und Klavier erteilte. Nach dem Abitur studierte S. am Augsburger Konservatorium Gesang bei Albert Mayer und legte 1939 das Staatsexamen ab. Ihren Unterhalt verdiente sie nach dem frühen Unfalltod des Vaters teilweise bereits durch Gesangsauftritte. Ihr erstes Probesingen 1940 am Aachener Stadttheater führte sofort zum Engagement unter dem jungen Chefdirigenten Herbert v. Karajan (1908–89). Parallel hierzu sang sie im Aachener Domchor unter Domkapellmeister Theodor Bernhard Rehmann (1895–1963). 1943 wechselte S. an die Staatsoper Wien, wo sie als Eva in Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ unter Karl Böhm debütierte. Im folgenden Jahr begeisterte sie Richard Strauss bei der Festaufführung der „Ariadne auf Naxos“ zu Ehren seines 80. Geburtstages in der Rolle des Komponisten. Nach Kriegsende gehörte S., seit 1946 österr. Staatsbürgerin, zum berühmten Wiener Mozartensemble, das unter der Leitung von Josef Krips (1902–74), damals ständiger Dirigent der Wiener Staatsoper, interpretatorische Maßstäbe für Mozarts Opernwerk setzte. An der Seite von Elisabeth Schwarzkopf (1915–2006), Anton Dermota (1910–89), Paul Schöffler (1897–1977) u. a. sang sie v. a. die Partien der Susanna, Fiordiligi, Pamina und der Zerlina. Seit 1946 wirkte S. regelmäßig bei den Salzburger Festspielen mit. Wien blieb das Zentrum ihres Wirkens auf der Opernbühne, auch wenn Gastspiele sie bald an alle großen Häuser, wie z. B. Covent Garden Opera in London, die Mailänder Scala, nach München, Brüssel und 1953/54 an die Metropolitan Opera in New York führten. Dabei arbeitete sie mit den bedeutendsten Dirigenten ihrer Zeit zusammen, wie z. B. Fricsay, Furtwängler, Karajan, Klemperer, Krauss, Solti und Walter. Auch dem Lied widmete sich S. intensiv und unternahm – seit 1949 meist begleitet von Erik Werba (1918–92) am Klavier – Konzerttourneen durch fast alle europ. Länder, in die USA und nach Kanada (1951, 1952 u. 1953), sowie nach Südamerika und Japan. Ihr Repertoire im Konzertsaal umschloß das gesamte Spektrum von der Wiener Klassik bis zur Moderne. Zusammen mit ihrem Mann, dem Geiger Wolfgang Schneiderhan, brachte sie 1964 die ihr gewidmeten „Ariosi“ von Hans-Werner Henze in Edinburgh zur Uraufführung und 1968 Frank Martins „Magnificat“ in Luzern. 1976 verabschiedete sie sich mit der Titelrolle in Janaceks „Katja Kabanova“ in Wien von der Opernbühne und war fortan noch als Gesangspädagogin tätig. Natürlichkeit, Temperament und rückhaltlose Hingabe an die Musik zeichneten S. auf der Bühne wie im Konzertsaal aus. Ihre Interpretation der Susanna in Mozarts „Nozze di Figaro“, die sie allein zwischen 1943 und 1960 mehr als 160mal sang, ist legendär. Den besonderen Zauber ihrer Stimme, ihr inniges Timbre, vermitteln – mit mancher technischen Einschränkung – andeutungsweise noch die zahlreichen existierenden Livemitschnitte und Studioaufnahmen, die vielfach neu aufgelegt wurden.

  • Auszeichnungen

    zahlr. Auszeichnungen, u. a. österr. Kammersängerin (1947);
    Mozart-Medaille (1953);
    Gr. BVK (1963);
    Österr. Ehrenzeichen f. Kunst u. Wiss. (1969);
    Hugo-Wolf-Medaille (1971);
    Ehrenmedaille d. Stadt Wien;
    Werner-Egk-Preis, Donauwörth (1979).

  • Werke

    W Schrr. : Meine Wege zu Hindemith u. B. Bartók, in: Österr. Musikzs. 9, 1954, S. 113–18;
    Zwei „Fiordiligi“-Briefe, ebd. 14, 1959, S. 326–28 (P);
    Bekenntnis zu Hugo Wolf, ebd. 15, 1960, S. 77 f.;
    Auswahldiskogr.:
    I. S. – Erik Werba, Liederabend 29. 5. 1969 Mozarteum Salzburg, 1999;
    Elisabeth Schwarzkopf u. I. S. singen Duette v. Dvorak, Monteverdi u. a., 1988;
    W. A. Mozart, Die Hochzeit d. Figaro (Gesamtaufnahme in dt. Sprache, Wiener Philharmoniker, Ltg. W. Furtwängler, Liveaufnahme Salzburger Festspiele, 7. 8. 1953, Festspielhaus);
    W. A. Mozart, Die Zauberflöte (Wiener Philharmoniker, W. Furtwängler, Liveaufnahme Salzburger Festspiele, 27. 7. 1949), 2005;
    R. Strauss, Ariadne auf Naxos (Gesamtaufnahme in dt. Sprache, Mit Elisabeth Schwarzkopf, Rudolf Schock, Rita Streich u. a., Philharmonia Orchestra, Herbert v. Karajan), 1999;
    dass., Querschnitt (Mitschnitt d. Festaufführung z. 80. Geb.tag 1944, Orchester d. Wiener Staatsoper, Ltg. K. Böhm);
    Diskogr.:
    G. Kraus, Nie mit halber Seele, I. S., ein Schallplattenverz., in: Fono-Forum 1974, H. 9, S. 810–12 (zus.gestellt v. J. Schumann).

  • Literatur

    L Nachrufe : G. R. K., in: FAZ v. 25. 11. 1988;
    K. Schumann, in: SZ v. 25. 11. 1988;
    T. Voigt, in: Opernwelt, Jg. 30, 1989, S. 11–14 (P);
    E. Werba, in: Österr. Musikzs., Jg. 44, H. 1, 1989, S. 51;
    – F. Fassbind, Wolfgang Schneiderhan – I. S., Eine Künstler- u. Lebensgemeinschaft, 1960, Neuausg. u. d. T. Cantabile, hg. v. P. Wild, 1991 (P);
    J. M. Fischer, Gr. Stimmen, 1993;
    A. Böswald, Die Seele suchen, Werner Egk u. d. Donauwörther Kulturpreis, 1994, S. 99–109;
    ders., in: Lb. Bayer. Schwaben 15, 1997 (P);
    J. Krips, Ohne Liebe kann man keine Musik machen . . . , Erinnerungen, hg. v. H. Krips, 1994;
    Hist. Lex. Wien (P);
    J. Kesting, Die gr. Sänger d. 20. Jh., 1993 (P);
    Kutsch-Riemens, Sängerlex.4;
    Das Mozart-Lex., hg. v. G. Gruber u. J. Brügge, 2005;
    Riemann;
    New Grove2;
    MGG2;
    Munzinger;
    Österr. Musiklex.

  • Autor/in

    Marion Brück
  • Empfohlene Zitierweise

    Brück, Marion, "Seefried, Irmgard" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 141-142 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118760432.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA