Lebensdaten
1869 bis 1952
Geburtsort
Mannheim
Sterbeort
Zürich
Beruf/Funktion
Schauspieler
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118653407 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Bassermann, Albert
  • Basserman, Albert
  • Bassermann, Albert Eugen

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Zitierweise

Bassermann, Albert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118653407.html [23.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm Bassermann (1839–1906), Fabrikant;
    M Anna Pfeiffer;
    Gvv Ludwig Alexander Bassermann (1814–84), Tabakhändler in Mannheim;
    Gmv Elise Reinhardt;
    Ov August Bassermann (1847–1931), Schauspieler, 1895-1904 Intendant des Hof- und Nationaltheaters Mannheim, 1904-19 Generalintendant des Hoftheaters Karlsruhe;
    1908 Else Schiff (1878–1961), Schauspielerin.

  • Leben

    Trotz Schwierigkeiten mit seiner brüchigen, heiseren Stimme ging B. 1887 zur Bühne, kam 1889 an das Stadttheater Basel, wo er auf das Fach des Charakterspielers festgelegt wurde. 1890-94 erlebte er am Hoftheater Meiningen seine künstlerische Reife, ging 1895 nach Berlin, zunächst an das Berliner Theater, dann 1900 an das Deutsche Theater zu Otto Brahm, dem großen Förderer des Naturalismus. Ihm folgte er 1904 ans Lessingtheater, um schließlich, nachdem Brahm für ihn künstlerisch ausgeschöpft war, 1909 zu Max Reinhardt ans Deutsche Theater zu gehen. Jetzt vollzog B. den Übergang von den modernen zu den klassischen Rollen. 1915 nahm er ein Engagement an das Lessingtheater bei Viktor Barnowsky an, war jedoch hier schon mehr der große Gast als eigentliches Mitglied des Ensembles, wie überhaupt seine Gastspielreisen immer weiter ausgedehnt wurden. Ein Versuch bei Leopold Jessner am Berliner Staatstheater als Teil (1919) mit illusionsloser Szene mißlang, da ihm der expressionistische Stilwille fremd blieb. Er lebte dann fast nur noch auf Gastspielreisen, seit 1934 in Amerika, und kehrte nach 1945 gastweise nach Europa zurück. - B. war ein am Naturalismus geschulter Schauspieler, dessen große Aufgaben zunächst auf dem Gebiete des naturalistischen Dramas lagen (Ibsen, Hauptmann, Tolstoi). Das Psychologische war in seiner Kunst vorherrschend, die Charaktere wurden zergliedert, Milieuwirkung war alles. Später gelangte er zu reifer Gestaltung auch klassischer Rollen (Mephisto, Gessler, Hamlet, Othello, Wallenstein). Berühmt war sein Schmierendirektor Striese im „Raub der Sabinerinnen“.

  • Literatur

    Bll. d. Leipziger Schauspielhauses, NF, 1924/25, H. 2 (mehrere P); J. Bab, A. B„ 1928;
    E. L. Stahl, Shakespeare u. d. dt. Theater, 1947, S. 531-35 u. ö. (P).

  • Portraits

    Phot. (P-Slg. d. Theatermus. München);
    Phot. in: M. Krell, Das dt. Theater d. Gegenwart, 1923, S. 8, u. in: Rhdb. I, 1930.

  • Autor/in

    Hans Knudsen
  • Empfohlene Zitierweise

    Knudsen, Hans, "Bassermann, Albert" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 622 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118653407.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA