Lebensdaten
erwähnt um 1002 , gestorben 1038
Beruf/Funktion
Markgraf von Meißen
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 135868955 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hermann von Meißen
  • Hermann
  • Hermann von Meißen

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Zitierweise

Hermann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd135868955.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus d. Hause d. sog. Ekkehardinger;
    V Mgf. Ekkehard I. v. M. ( 1002, s. NDB IV);
    M Swanehild, T d. Hermann Billung ( 973), Hzg. in Sachsen (s. NDB VIII);
    Ov Mgf. Gunzelin v. M. ( n. 1017, s. ADB X);
    B Mgf. Ekkehard II. v. M. ( 1046, s. NDB IV), Gunther ( 1025), Kaplan Ottos III., Kanzler Heinrichs II. f. Dtld. 1009–23, EB v. Salzburg (seit 1024);
    Schw Oda ( 1018 Hzg. Boleslaw v. Polen, 1025);
    - 1) um 1002 Reglindis, T d. Hzg. Boleslaw v. Polen ( 1025), 2) um 1007 Godila, Wwe d. Gf. Lothar v. Walbeck ( 1003).

  • Leben

    Nach der Ermordung Ekkehards I. erhielt dessen Bruder Gunzelin die Lehen über die Markgrafschaft Meißen; die Brüder H. und Ekkehard II. blieben auf ihre Eigengüter an der Saale, um Rochlitz und Strehla a. d. Elbe beschränkt. Das Leben H.s ist wesentlich bestimmt worden durch die Abwehr der Einfälle, die sich in den ersten Jahrzehnten des 11. Jahrhundert aus dem von Boleslaw und seinem Sohn Miesko beherrschten Polen wiederholten. So konnte sich H., 1005 von König Heinrich II. als Graf im Milzenerland eingesetzt, nur zwei Jahre in Bautzen behaupten. Mehrfach hat er zwischen dem deutschen König und seinem polnisch Schwiegervater vermittelt, ohne jedoch mit Boleslaw zu paktieren, wie das Gunzelin tat, der deshalb 1009 nach dem Spruch eines Fürstengerichts von Heinrich II. als Markgraf von Meißen abgelöst wurde. H. trat die Nachfolge an und hat trotz schwerer Angriffe, von denen die Chronik Thietmars von Merseburg ausführlich berichtet, Meißen und die zugehörige Mark beim Reiche halten können. Wie schon 1002 sind besonders 1017 und 1030 große Teile der slawisch Bevölkerung zwischen Mulde und Elbe von den Polen gefangen weggeführt worden. Erst nach mehreren Feldzügen, an denen H. führend beteiligt war, und dem Frieden von 1031, den König Konrad II. mit Miesko schloß, besserten sich die Verhältnisse. Die beiden Lausitzen kamen an das Reich zurück, und von Meißen, das nicht mehr an seiner äußersten Grenze lag, konnte der Landesausbau in die Wege geleitet werden. H. hat dazu noch die ersten Maßnahmen eingeleitet. Auf seine Anregung wurde in der|letzten schweren Kampfzeit das Bistum Zeitz nach Naumburg, in den Bereich des ekkehardingischen Eigengutes erlegt und reich ausgestattet, dem Ort 1029 Marktrecht verliehen. H. und Reglindis gehören zu den „primi fundatores“ des ältesten Naumburger Domes, ihre Denkmäler im Westchor (13. Jahrhundert) halten die Erinnerung daran wach.

  • Literatur

    ADB XII;
    O. Posse, Die Markgrafen v. Meißen u. d. Haus Wettin b. z. Konrad d. Großen, 1881;
    S. Lüpke, Die Markgrafen d. sächs. Ostmarken in d. Zeit v. Gero b. z. Beginn d. Investiturstreites, 1937;
    W. Schlesinger, Meißner Dom u. Naumburger Westchor, 1952;
    H. Küas, Die Naumburger Werkstatt, 1937 (Abb. S. 92 ff.).

  • Autor/in

    Herbert Helbig
  • Empfohlene Zitierweise

    Helbig, Herbert, "Hermann" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 637 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135868955.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Hermann, Markgraf von Meißen, der Sohn des Markgrafen Ekkard's I., folgte seinem Vater nicht unmittelbar in der Mark, die vielmehr Gunzelin (s. d.) erhielt, sondern wurde 1004 von Kaiser Heinrich V. mit dem den Polen wieder entrissenen Lande Budissin belehnt, das jedoch 1007 abermals an Boleslaw Chabri verloren ging, mit der Mark Meißen erst 1010 nach Gunzelin's Absetzung. In den Besitz von Budissin gelangte er erst wieder, nachdem Boleslaw's Sohn Miesco von Kaiser Konrad II. bezwungen worden war, so daß dasselbe seitdem ein Pertinenzstück der Mark Meißen bildete. H. starb 1032.

  • Autor/in

    Flathe.
  • Empfohlene Zitierweise

    Heinemann, Otto von, "Hermann" in: Allgemeine Deutsche Biographie 12 (1880), S. 148-149 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135868955.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA