Lebensdaten
1717 bis 1750
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Komponist ; Organist
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 120729180 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Mann, Johann (eigentlich)
  • Monn, Johann
  • Monn, Mathias Georg
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Zitierweise

Monn, Mathias Georg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd120729180.html [17.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Jakob Mann ( n. 1750), Kutscher;
    M Katharina, T d. Hanns Päsching, Weinbauer in Fels (Niederösterreich), u. d. Maria N. N.; mehr als 10 Geschw u. Halb-Geschw, u. a. Johann Christoph Mann (1726–82), Komp., Musiklehrer b. Gf. Kinsky in Prag, seit 1766 in W. tätig (s. MGG; Riemann mit Erg.bd.; New Grove); – ledig.

  • Leben

    Über das kurze Leben M.s, der seinen ersten Vornamen vermutlich zur besseren Unterscheidung von seinem Bruder oder von anderen, entfernteren Verwandten gleichen Namens geändert hat, ist wenig bekannt. Die von ihm bevorzugte Schreibweise seines Familiennamens könnte vom niederösterr. Dialekt beeinflußt worden sein. M. dürfte seine musikalische Ausbildung in Violine und Orgel als Sängerknabe am Augustiner-Chorherrenstift Klosterneuburg b. Wien erhalten haben. 1731/32 wurde er in den dortigen „Cammerambtsraittungen“ als „Discantist“ geführt. Nach nicht überprüfbaren Berichten soll er hier oder gar in Melk Kompositionslehrer J. G. Albrechtsbergers gewesen sein. Eine Unterrichtstätigkeit M.s ist allerdings aufgrund seiner überlieferten kurzen Generalbaßtheorie nicht auszuschließen. Er war in jungen Jahren, allerdings nicht vor 1738, der erste Organist an der 1737 fertiggestellten Wiener Karlskirche. Nach längerer Krankheit starb er am „Lungl-Defect“.

    M. zählt aufgrund einiger stilistischer Neuerungen neben Georg Christoph Wagenseil und Joseph Starzer zu den wichtigsten Komponisten der Wiener Vorklassik. Wenn er auch nicht die Bedeutung des zwei Jahre älteren und wesentlich fortschrittlicheren Wagenseil erreichte, so muß sein für die kurze Schaffenszeit umfangreiches Œuvre z. T. doch als zukunftsweisend angesehen werden. So komponierte er 1740 die früheste bisher nachweisbare viersätzige, ansonsten aber konservative Sinfonie, indem er die bis dahin übliche und auch von ihm in seinen anderen Sinfonien verwendete dreisätzige Form um ein Menuett an dritter Stelle erweiterte. 1749 folgte eine Sinfonie, in der sich durch die Ausbildung eines prägnanten 2. Themas und Ansätze einer echten Durchführung die Übernahme der Sonatensatzform ankündigt. In vielem zwar noch stark der Kammermusik-Tradition verhaftet, zeigen seine Sinfonien und Konzerte aber auch individuelle Züge im Gebrauch der Dissonanz, in der Tonartenwahl, wie z. B. eine Sinfonie in der sehr ungewöhnlichen Tonart H-Dur, und im phantasievollen Modulieren. Seine Originalität beweist M. auch durch sein Gefühl für melodisch-motivische Entwicklung. Im Violoncello-Konzert (1911/12 von Arnold Schönberg herausgegeben) werden die technischen Möglichkeiten dieses Instrumentes in einem für die Zeit überraschenden Ausmaß ausgeschöpft. Im Bereich der Kammer- und der Kirchenmusik zeigt sich M. mit seiner Vorliebe für kontrapunktisch fugierte Schreibweise am stärksten der Tradition verhaftet. M. wird oft, etwas überbewertet, als Wiener Gegenstück zum gleichaltrigen Hauptvertreter der Mannheimer Schule, Johann Stamitz, angesehen, dessen Neuerungen auf dem Gebiet der Orchestermusik, auch dank der Qualitäten der ihm zur Verfügung stehenden Mitglieder der Mannheimer Hofkapelle, doch deutlich weiter gingen. Von M.s Werken erschien zu seinen Lebzeiten keines im Druck, das erste kam um 1803 heraus. Sie wurden aber häufig am Hof Josephs II. und in zahlreichen österr. bzw. slowak. Klöstern aufgeführt. Auch in Paris und Györ (Ungarn) sind Werke von M. bzw. deren Abschriften gefunden worden.

  • Werke

    Kompositionen (Zuschreibung an M. od. seinen Bruder nicht immer sicher): „Diana ed Amore“, Oper, 1740er J. (vgl. F. Stieger, Opernlex., 1975, Autorschaft eher fraglich);
    4 Messen;
    Magnificat;
    2 Dt. Marienlieder;
    ca. 20 Sinfonien;
    7 Cembalo-Konzerte;
    Violoncello-Konzert;
    Divertimento f. Cembalo u. Streicher;
    6 Streichquartette (gedr. um|1803);
    8 Partiten;
    14 Cembalo-bzw. Klaviersonaten;
    6 Präludien u. Fugen etc. (alles Ms., hauptsächl. in d. Österr. Nat.bibl. u. im Archiv d. Ges. d. Musikfreunde, beide Wien, in d. Stiftsbibl. Göttweig u. d. Staatsbibl. Preuß. Kulturbes. Berlin). – Schr.: Theorie d. Generalbasses in Beispielen ohne Erklärung (Ms., Österr. Nat.bibl., Wien).

  • Literatur

    Verz. alter u. neuer sowohl geschriebener als gestochener Musikalien, welche b. Johann Traeg erschienen sind, 1799;
    J. Sonnleithner, Biogr. Notizen üb. G. M. M. aus d. Munde seines Schülers G. Albrechtsberger, in: Monatsber. d. Ges. d. Musikfreunde 6, 1830, S. 88 (Korrekturen dazu b. S. Molitor, Biogr. u. kunsthist. Stoffslgg. z. Musik in Österreich, Ms. Österr. Nat.bibl., T. XIV);
    W. Fischer, M. G. M. als Instrumentalkomp., 1912;
    ders., Wiener Instrumentalmusik vor u. um 1750, II, 1912 (Verz. d. Instrumentalwerke);
    G. Reichert, Zur Gesch. d. Wiener Meßkomposition in d. 1. Hälfte d. 18. Jh., 1935, S. 63 f.;
    R. Philipp, Die Meßkomposition d. Wiener Vorklassiker G. M. M. u. G. Chr. Wagenseil, 1938, S. 5-12;
    R. N. Freeman, J. G. Albrechtsberger, in: New Grove I, 1980;
    K. E. Rudolf, The Symphonies of G. M. M. (1717-1750), 1982;
    Wurzbach 16 (unter Mann; W-Verz.)
    ;
    MGG (W-Verz., L) mit Suppl.bd.;
    Riemann mit Erg.bd.;
    New Grove.

  • Autor/in

    Uwe Harten
  • Empfohlene Zitierweise

    Harten, Uwe, "Monn, Mathias Georg" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 38 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd120729180.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA