Lebensdaten
1817 bis 1881
Geburtsort
Bautzen
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Philosoph ; Arzt
Konfession
evangelisch?
Normdaten
GND: 118574574 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lotze, Rudolf Hermann
  • Lotze, Hermann
  • Lotze, Rudolf Hermann
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Lotze, Hermann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118574574.html [13.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Karl Friedrich (1783–1829), Dr. med., sächs. Mil.arzt;
    M Christiane Caroline, T d. Schulhalters Noack in Dresden;
    Zittau 1844 Ferdinande (1819–75), T d. Pfarrers August Fürchtegott Hofmann in Reibersdorf b. Zittau;
    4 S.

  • Leben

    L. studierte seit 1834 in Leipzig Medizin und hörte philosophische Vorlesungen bei Ch. A. Clarus, E. H. Weber, W. F. Volkmann, G. Th. Fechner und insbesondere bei Ch. H. Weise. Im März 1838 wurde er in der Philosophischen Fakultät promoviert, im Juli desselben Jahres erlangte er die medizinische Doktorwürde. Im Herbst 1839 habilitierte er sich als Privatdozent in der Medizinischen Fakultät und im Mai 1840 in der Philosophischen Fakultät.

    L.s umfassende und exakte naturwissenschaftlich-medizinische Kenntnis, sowie seine weitgefächerte philosophische und literarische Bildung finden seit Beginn seiner wissenschaftlichen Tätigkeit ihren Ausdruck in einem kritischen Empirismus. Dabei bezieht L. sowohl gegen die Systembildungen des deutschen Idealismus (Fichte, Hegel, Schellings Naturphilosophie) Stellung wie gegen den Realismus Herbarts. Bereits in seinen ersten Schriften „Metaphysik“ (1841) und „Allgemeine Pathologie und Therapie als mechanische Naturwissenschaften“ (1842) entwirft er das weltanschauliche Programm einer möglichen Verbindung von naturwissenschaftlichen Prinzipien und metaphysischen Vorstellungen des Realen und Geistigen. Die Vereinbarkeit von mechanistischen Erklärungen und teleologischen Sinnvorstellungen wird zum zentralen Problem seiner Überlegungen. In Anschluß an Kants Lehre von der Idealität des Raumes und der Zeit begreift L. den „Mechanismus“ als ein selbst für die Erklärung von Organismen unverzichtbares Prinzip. Mit der Einschränkung, daß sich mit dem Mechanismus zwar die Erhaltungsprozesse, nicht aber die Entstehung von Organismen hinreichend erklären lassen, bestimmt er ihn als Mittel der Realisierung einer höheren Zweckordnung der Welt. Diese ist nach L. nicht in einer logischen Idee des Weltganzen begründet, sondern in der ethischen Idee des Guten. Die an Plato erinnernde ontologische Priorität des Guten, des Seinsollenden als des wahrhaft Seienden gestaltet sich zu einem Lieblingsgedanken L.s Dieses philosophische Konzept, welches eine Integration von naturwissenschaftlichen und metaphysischen Überlegungen zu r leisten versucht, stellt L. nach seiner Berufung (1844) auf den Lehrstuhl Herbarts in Göttingen in seinem dreibändigen Hauptwerk „Mikrokosmos“ (1856-64, 61923) vor. In der Art eines spinozistisch modifizierten Leibnizianismus erklärt er die Möglichkeit der Wechselwirkung von Dingen aus einer Wesensgemeinschaft, die sich der fortwährenden Bestimmung durch eine personal zu denkende, unendliche geistige Substanz verdankt. Dieser theologische Monismus ist auch die Grundlage für das Verständnis der „Welt der persönlichen Geister“; die eine absolute Substanz ist sowohl Ursprung der Freiheit als der Voraussetzung verantwortlichen Handelns, wie auch der Grund, der die Gemeinschaft der monadisch verfaßten Bewußtseinssubjekte untereinander bzw. deren Einheit mit der materiellen Realität ermöglicht. Bemerkenswert sind L.s Ausführungen zu den sich aus diesem weltanschaulichen Ansatz ergebenden Themen wie dem des Verhältnisses von Leib und Seele (Okkasionalismus), von Freiheit und Vorsehung, von Sein und Wert, wie letztlich zu dem Verhältnis der unendlichen, einen, absoluten Substanz zu den einzelnen Dingen (Pantheismus). In seinem „System der Philosophie“ (I. Die Logik, drei Bücher vom Denken, Untersuchen und Erkennen, 1874, Neudr. 1928; II Die Metaphysik, drei Bücher Ontologie, Kosmologie und Psychologie, 1879, Neudr. 1912; der dritte, nicht mehr fertiggestellte Band sollte praktische Philosophie, Ästhetik und Religionsphilosophie enthalten) unternimmt L. zwar den Versuch, die komplementären Teile seiner Philosophie als ein kohärentes Ganzes zu entwickeln, wendet sich aber kritisch gegen Bestrebungen, eine Theorie der systematischen Selbstentfaltung des Weltganzen aus dem absoluten Einheitsgrund aufzustellen. An die Stelle der univer seilen Systementwürfe des deutschen Idealismus rückt bei L. eine Ästhetiktheorie, die dem Idealismus eine anthropozentrische Wendung gibt, wobei historische Betrachtungen gegenüber systematischen überwiegen (Geschichte der Ästhetik in Deutschland, 1868). Im Unterschied zu Kants Trennung von sinnlicher Lust am Angenehmen und intellektuellem Wohlgefallen am Schönen betont L. deren Zusammengehörigkeit. Beide Gefühlsarten sind nach L. Zeichen metaphysisch begründeter, objektiver Zweckmäßigkeitsformen der Dinge. Diese an den Gefühlserfahrungen ansetzende subjektivistische Theorie einer ästhetischen Welteinheit wird schließlich vollendet durch den Übergang zu religionsphilosophischen Deutungen einer in Gott gegründeten Einheit der Welt, die eher aus Glaubensüberzeugungen als aus|dem wissenschaftlichen Argument hervorgehen. L. blieb es versagt, die in mehreren kleinen Schriften publizierten religionsphilosophischen Gedanken als Bestandteile seines Systems auszuarbeiten. Er starb wenige Monate, nachdem er den Ruf auf den Berliner Lehrstuhl von F. Harms angenommen hatte. Nachhaltigen Einfluß hatte L.s Lehre von der „Geltung“ auf die Ontologie; seine Theorie der Werturteile war Ausgangspunkt der späteren Wertphilosophie. Für die Religionsphilosophie hat seine Verbindung von natürlicher Weltansicht mit dem Glauben an einen persönlichen Gott weitreichende Bedeutung erlangt.

  • Werke

    Weitere W u. a. Logik, 1843;
    Allg. Physiol. d. körperl. Lebens, 1851;
    Gedichte, 1840;
    Grundzüge, hrsg. v. E. Rehnisch, 1881-84 (Vorlesungsdiktate);
    Kleine Schrr., 3 Bde., hrsg. v. D. Peipers, 1885-91.

  • Literatur

    ADB 52;
    G. Santayana, L.s System of Philosophy, hrsg. v. P. G. Kuntz, 1971 (W-Verz.);
    Ziegenfuß;
    Überweg IV.

  • Autor/in

    Johann N. Häußler
  • Empfohlene Zitierweise

    Häußler, Johann N., "Lotze, Hermann" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 255-256 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118574574.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Lotze: Rudolf Hermann L., geb. in Bautzen am 21. Mai 1817, in Berlin am 1. Juli 1881, Sohn eines Militärarztes, besuchte das Gymnasium zu Zittau und bezog Ostern 1834 die Universität Leipzig, wo er neben dem Fachstudium der Medicin, welches er völlig berufsmäßig betrieb, mit größtem Eifer auch philosophische Vorlesungen hörte und reiche Anregung durch Chr. Aug. Clarus, E. H. Weber, Volkmann. G. Th. Fechner und insbesondere durch den Philosophen Chr. H. Weiße empfing. Nachdem er im März 1838 in der philosophischen Facultät promovirt, hierauf am 17. Juli desselben Jahres durch eine Dissertation „De futurae biologiae principiis philosophicis“ die medicinische Doctorwürde erlangt und dann einige Zeit in Zittau sich aufgehalten hatte, habilitirte er sich im Herbst 1839 als Privatdocent in der medicinischen Facultät Leipzigs und im Mai 1840 mittelst einer Dissertation „De summis continuorum“ zugleich auch in der philosophischen Facultät. Auf eine kleine Abhandlung „Bemerkungen über den Begriff des Raumes“ (1841 in H. J. Fichte's Zeitschrift) folgte eine „Metaphysik“ (1841), in welcher er ebenso wie in der etwas späteren „Logik“ (1843) erklärlicher Weise noch nicht den durchgebildeten Standpunkt seiner reiferen Werke einnahm, sondern vorerst überwiegend kritisch an Hegel und Herbart seine Kräfte zu messen versuchte. Inzwischen aber hatte er „Allgemeine Pathologie und Therapie als mechanische Naturwissenschaften“ (1842, 2. Aufl. 1848) veröffentlicht und war zu Weihnachten 1842 zum außerordentlichen Professor der Philosophie ernannt worden, woneben er die Stelle eines Privatdocenten der medicinischen Facultät beibehielt. Da ihn Rud. Wagner in Göttingen zur Vetheiligung an dem „Handwörterbuch der Physiologie" einlud, verfaßte er für dieses Unternehmen zunächst den Artikel „Leben und Lebenskraft" (1843), worin er die Unklarheiten des Schelling'schen Dynamismus aufwies, und in der Fortsetzung des Werkes waren aus seiner Feder die Abhandlungen „Instinct“ (1844), sowie „Seele und Seelenleben“ (1846). R. Wagner war es auch, welcher anregte, daß L. 1844 auf den seit dem Herbste 1841 erledigten Lehrstuhl Herbart's nach Göttingen berufen wurde, woselbst er eine lange Reihe von Jahren als einflußreicher Lehrer wirkte. In den „Göttinger Studien" erschienen seine Aufsätze „Ueber den Begriff der Schönheit" (1845) und „Ueber Bedingungen der Kunstschönheit" (1847). Hierauf folgten die naturwissenschaftlichen Schriften, „Allgemeine Physiologie des körperlichen Lebens" (1851) und „Medicinische Psychologie oder Physiologie der Seele" (1852) und sodann jenes Hauptwerk, durch welches Lotze's Ansehen auch in weitere Kreise drang, nämlich „Mikrokosmus, Ideen zur Naturgeschichte und Geschichte der Menschheit“ (3 Bde., 1856—64, 2. Aufl. 1869—72, 3. Aufl. 1876—80), womit sowol erläuternde Berichte in den „Göttinger Gelehrten Anzeigen“ (1856 und 1859), als auch die gegen H. J. Fichte gerichteten „Streitschriften“ (1. Heft,|1857) zusammenhingen. Nicht unerwähnt möge bleiben, daß er auch „Quaestiones Lucretianae“ (im „Philologus“ 1852) schrieb und als Erzeugniß einer Ferienmuße eine metrische lateinische Uebersetzung der Antigone des Sophokles veröffentlichte (1857). Nachdem er in dem von der historischen Commission der Münchener Akademie herausgegebenen Unternehmen einer Geschichte der Wissenschaften die „Geschichte der Aesthetik in Deutschland" (1869) bearbeitet Hütte, begann er, seinen nunmehr längst ausgereiften speculativen Anschauungen die erforderliche systematische Gestaltung zu geben, und so erschien „System der Philosophie, erster Theil: Drei Bücher der Logik“ (1874, 2. Aufl. 1880) und „Zweiter Theil: Drei Bücher der Metaphysik“ (1879); den dritten Theil, welcher Ethik, Aesthetik und Religionsphilosophie enthalten sollte, konnte er nicht mehr vollenden. Durch eine Schrift G. Th. Fechner's veranlaßt, verfaßte er den Aussatz „Alter und neuer Glaube, Tagesansicht und Nachtansicht“ (in „Deutsche Revue“, Mai 1879). Das Letzte, was L. schrieb, war „Anfängespiritistischer Conjecturalkritik“ (in der „Deutschen Revue“, 4. Jahrg., 1. Bd., S. 321 ff.), eine launige Verspottung des Spiritismus. Schon in den J. 1866 und 1867 hatten ihn die Universitäten Berlin, Bonn und Leipzig zu gewinnen versucht, er lehnte jedoch auf Zureden seines Amtsgenossen Heinrich Ritter ab; aber im Frühjahre 1881 folgte er schließlich einem Rufe nach Berlin, woselbst seine Wirksamkeit nur nach Wochen zählte, indem er am 1. Juli einem Herz- und Lungenleiden erlag, welches in milderer Form ihn bereits seit Jahren belästigt hatte. — L., welcher an Kenntniß der Naturwissenschaften unter den Vertretern der Philosophie eine hervorragende Stellung einnahm, hatte in seinen musterhaften biologischen und psychologischen Schriften bezüglich der materiellen Vorgänge und Kräfte die mechanische Naturerklärung auf Grund exactester Forschung durchgeführt und erweitert, ja er wurde bis 1855 nicht zu den Philosophen, sondern zu den Physiologen gezählt. Aber er hatte bis dahin seine idealistischen Ueberzeugungen, welche vielfach an die von Chr. H. Weiße empfangene Anregung anknüpften, nur zurückgestellt oder sich mit gelegentlicher Andeutung begnügt; denn es galt ihm grundsätzlich der natürliche Mechanismus nur als der eine unerläßliche Bestandtheil, nie aber als das Ganze der Philosophie, da, wie er sich selbst ausdrückte, wol die Ausdehnung des Mechanismus eine ausnahmslose, hingegen die Bedeutung desselben eine untergeordnete sei. Indem er sich auf die unmittelbaren Erlebnisse des Gemüthes stützte, wies er darauf hin, daß es wahrhaft ideale Interessen gebe, welche darum, weil sie von der mechanischen Naturerklärung nicht befriedigt werden können, noch lange nicht als Märchen oder Hirngespinnste abzuweisen seien. Dabei aber hatte er die Einsicht gewonnen, daß der Idealismus auf dem Wege, welchen er durch Fichte, Schelling, Hegel betreten, nicht als Wissenschaft bezeichnet werden könne, und indem er somit in wissenschaftlicher Untersuchung mittelst einer Berichtigung und Umarbeitung der Begriffe dem idealen Impulse Zucht und Ordnung einzuflößen beabsichtigte, konnte er den methodischen Verdiensten Herbart's Anerkennung zollen, mit welchem er auch inhaltlich durch Hinneigung zu Leibniz einige Berührungspunkte besaß, während er in den Principien des Systemes weit von ihm geschieden war. Indem er einen höchsten idealen Lebensinhalt als das Wesenhafte aller Wirklichkeit darzulegen bestrebt ist, erlangen die Thatsachen des Gemüthes, welche in ethisch-ästhetischen und religiösen Empfindungen vorliegen, eine principielle Stellung, so daß er in Folge eines persönlichen Lebensgefühles in der That die Metaphysik aus der Ethik ableitet, wobei er von einem an sich subjectiven Standpunkte aus zur vollen Objectivität des höchsten Ideales zu gelangen hofft. Die Idee des Guten, die Existenz eines persönlichen Gottes und|die Freiheit des Willens sind bei ihm die Kernpunkte eines eigenthümlichen Theismus, welcher unverkennbar in pantheistische Anschauungen hinüberstreift. Man könnte, wenn solch kurze Stichworte zureichend wären, sein System als eine spinozistische Modification des Leibnizianismus bezeichnen, da ihm alle Einzeln-Wesen als gesetzlich zweckmäßige Wodificationen der Einen absoluten lebendigen Persönlichkeit gelten und er den Causalzusammenhang als Folge des fortwährend (nicht nur einmal) thätigen göttlichen Lebens faßt. Indem er auf solche Weise ebensosehr den schulmäßigen dualistischen Theismus wie den starren Monismus jeder Art abzulehnen versucht, knüpfen sich ihm hieran scharfsinnigste Untersuchungen über Räumlichkeit, über Wechselwirkung, über Freiheit und Teleologie, welche hier nicht näher dargelegt werden können. Mit subtilster Sorgfalt verhört er überall die streitenden Parteien, um schließlich Frieden zu stiften, und während er manche Ginkleidungsformen jenes werthvollen Kernes, welchen er unerbittlich festhalten will, abstreift und preisgibt, gelangt er mit einem ihm eigenen Spürsinne zu Möglichkeiten einer Erklärung, bei welchen er sich und seine Leser zu beruhigen beabsichtigt. Mag auch vieles Einzelne oder selbst der ganze Aufbau des Systems als anfechtbar betrachtet werden, so wird neben der Geschichte der Aesthetik aus den späteren Schriften Lotze's zweifellos die neue Bearbeitung der Logik auch in Zukunft ihre äußerst anregende Wirkung bewähren, und im Allgemeinen bleibt ihm das unbestrittene Verdienst, nicht nur durch scharfsinnige Analyse, sondern auch durch Darlegung einer idealistischen Weltanschauung einen förderlichen Einfluß bis in weitere Kreise hinein ausgeübt zu haben, zu welch letzterem in nicht geringem Grade sein meisterhaft geschmackvoller Stil beitrug.

    • Literatur

      Die Dictate aus Lotze's Vorlesungen fanden jüngst sämmtlich ihre Veröffentlichung. Die sämmtlichen Schriften Lotze's mit Einschluß der Rezensionen u. dgl. sind aufgezählt in „Grundzüge der Psychologie, Dictate aus d. Vorlesungen von H. Lotze“ (1881), S. 93 ff. Ueber sein Leben und seine Philosophie: E. Rehnisch in der Nationalzeitung, 1881, Nr. 390—94 (in französischer Uebersetzung in Ribot's Revue philosophique, 1881, October). Falckenberg in der Allg. Zeitung, 1881. Beilage Nr. 233. Rud. Seydel in den Grenzboten, 1881, 3. Quartal, S. 283 ff. Naumann in den Philosophischen Monatsheften, 1881, S. 618 ff. Kurt Bruchmann in Unsere Zeit, 1881, 2. Bd., S. 600 ff. Hugo Sommer in „Im neuen Reich“, 1881, Nr. 36. Ths. Achelis in der Vierteljahrsschrift s. wiss. Phil., 1882, S. 1 ff. Meßner's Neue evangelische Kirchenzeitung, 1881, Nr. 29 f. Websky's Protestantische Kirchenzeitung, 1881, Nr. 31 f. Edm. Pfleiderer, Lotze's philosophische Weltanschauung nach ihren Grundzügen (2. Aufl. 1884). „Von und über Lotze“ in der Neuen evangelischen Kirchenzeitung, 1882, Nr. 47. O. Caspari, Lotze in seiner Stellung zur neuesten Geschichte der Philosophie (1883).

  • Autor/in

    Prantl.
  • Empfohlene Zitierweise

    Prantl, Carl von; Falckenberg, Richard, "Lotze, Hermann" in: Allgemeine Deutsche Biographie 19 (1884), S. 288-290 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118574574.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Lotze: Rudolf Hermann L., Philosoph und theoretischer Mediciner, ist als Sohn des mit Christiane Caroline geb. Noack vermählten Militärarztes Karl Friedrich L. am 21. Mai 1817 in Bautzen geboren. Der Vater starb schon 1829 in Zittau, wohin er mit seinem Truppentheil versetzt worden war. Dort hat L. die öffentliche Schule und seit 1828 das unter Friedr. Lindemann's Rectorat stehende Gymnasium besucht, dem er eine ausgezeichnete Schulung in den alten Sprachen verdankte. Kaum siebzehnjährig studirte er in Leipzig Medicin, zugleich bei Chr. Hermann Weiße Philosophie, deren idealistischer Richtung ihn lebhafte Neigung zu Poesie und Kunst zuführte. In den theoretischen Disciplinen der Medicin waren E. H. Weber, Alfred Volkmann und Fechner (bei dem er 1836 Publica über Optik und Akustik hörte) seine Lehrer, in der praktischen Medicin fühlte er sich namentlich durch den klinischen Unterricht des Professors Clarus gefördert. Das Auszeichnende seines Bildungsganges lag darin, daß er nicht von der Philosophie zur Naturwissenschaft gekommen ist oder umgekehrt, sondern von Anfang an beiden Interessenkreisen mit gleichem Antheil zugewandt war und, während ihn das Berufsstudium in der Arbeitsweise der Naturforschung heimisch machte, schon die Fragen der Weltanschauung seinen Geist bewegten. Dies hat ihn befähigt, zwischen den kämpfenden Parteien einen für seine Zeit mustergültigen Frieden herzustellen.

    Nachdem er die Staatsprüfungen glänzend bestanden hatte und 1838 in beiden Facultäten promovirt worden, hat er in Zittau als praktischer Arzt gewirkt und in der Tochter des Reibersdorfer Pfarrers, Ferdinande Hoffmann (1819—75), seine Braut gefunden. Er habilitirte sich October 1839 für Medicin und Mai 1840 für Philosophie in Leipzig und hat in der Vorlesung über Anthropologie Max Müller zum Hörer gehabt. Nachdem ihm das Angebot einer Dorpater Professur ein Extraordinariat verschafft, ging er Ostern 1844 als ordentlicher Professor und Nachfolger Herbart's nach Göttingen. Dort hat er durch 36 Jahre eine bedeutende Wirksamkeit als Forscher und Lehrer entfaltet. Seinen Freundeskreis bildeten die Philosophen H. Ritter und J. Baumann, die Mediciner W. Baum, Hasse und Rüte (dem er die zweite Auflage der „Pathologie“ widmete; Ritter und Baum ist der „Mikrokosmus“ zugeeignet), die Theologen Ehrenfeuchter, Wiesinger und Duncker, der|Orientalist Bertheau, die Philologen Hermann, Schneidewin und Sauppe, der Mathematiker Stern u. A. Mehrmals hat er verlockende Rufe (1859 nach Leipzig, 1867 nach Berlin und Leipzig) nach einigem Schwanken abgelehnt. Einer erneuten Berufung nach Berlin als Harms' Nachfolger, die 1880 an ihn herantrat, ist er, wenn auch „nicht mit leichtem Herzen und nicht mit großen Hoffnungen“, gefolgt. Die erfolgreich begonnene Lehrthätigkeit währte jedoch nur bis Pfingsten. Am 1. Juli 1881 erlag er der Lungenentzündung, die er sich durch eine Erkältung auf der Rückfahrt von Göttingen zugezogen. Er ist in Göttingen beerdigt.

    Wenn wir von der medicinischen Doctordissertation ("De futurae biologiae principiis philosophicis“, 1838) und der philosophischen Habilitationsschrift ("De summis continuorum“ 1840) absehen, so hat L. seine schriftstellerische Laufbahn mit einem — längst vergriffenen — Bändchen Gedichte 1840 eröffnet, die, vorwiegend Reflexionslyrik, sich zwischen Mathisson und Rückert bewegen und neben manchem Geringwerthigen und Verschwommenen anziehende Erzeugnisse einer zart empfindenden und nachdenklichen Seele enthalten; Proben daraus sind in Kronenberg's Aufsatz und Falckenberg's Biographie mitgetheilt. Zwischen den philosophischen Erstlingen, der (später sogenannten kleinen) „Metaphysik" von 1841 und der „Logik“ von 1843 erschien die „Allgemeine Pathologie und Therapie“ 1842, deren (auch ins Holländische übersetzte) 2. Auflage 1848 dem Verfasser die Ernennung zum Mitglieds des Vereins deutscher Naturforscher und Aerzte in Paris eintrug. Dann folgten drei Aufsehen erregende Beiträge zu Rud. Wagner's „Handwörterbuch der Physiologie": „Leben, Lebenskraft" 1843, „Instinkt" 1844, „Seele und Seelenleben" 1846 und zwei schwer geschriebene ästhetische Abhandlungen in den „Göttinger Studien“ 1845 und 1847. Mit der „Pathologie“ bilden die Rud. Wagner gewidmete „Allgemeine Physiologie des körperlichen Lebens“ 1851 und die diese nach der seelischen Seite ergänzende „Medizinische Psychologie oder Physiologie der Seele“ 1852 (anastatischer Neudruck Göttingen 1896; der erste Theil französisch von A. Penjon Paris 1876, 2. Ausgabe 1881) ein zusammenhängendes Ganze, nämlich Theile einer Encyklopädie der theoretischen Medicin. Die in diesem Plane vorgesehene Anthropologie lieferte L. in seinem populären dreibändigen Hauptwerke „Mikrokosmus, Ideen zur Naturgeschichte und Geschichte der Menschheit“, 1856—64, seit 1896 fünfte Auflage. Lotze's Ehrgeiz hat nicht zu hoch gegriffen, wenn er sich bewußt war, in diesem ungemein reichhaltigen, reifen, gediegenen und unvergleichlich schön geschriebenen Werke dem deutschen Volke ein Seitenstück einerseits zu Humboldt's Kosmos, anderseits zu Herder's Ideen geschenkt zu haben. Die Wirkung sowol auf die naturwissenschaftlichen als auf die philosophischen und theologischen Kreise war tief und nachhaltig. Mit diesem Buche hat L. den Zugang zum Herzen der Nation gefunden und sich das Stimmrecht unter ihren Führern erworben. In die Mikrokosmusperiode fällt noch die Streitschrift gegen J. H. Fichte's Anthropologie 1857 und die „Geschichte der Aesthetik in Deutschland“, München 1868, die, von den ersten Lesern seltsam unterschätzt, mehr und mehr als eine der köstlichsten Perlen unserer wissenschaftlichen Litteratur anerkannt worden ist; allerdings liegt das Schwergewicht ihres Werthes in dem, was in ihr nicht historisch ist. Die reifste Frucht seines Nachdenkens bot L. in der „Metaphysik" vom Jahre 1879 (2. Aufl. 1884), dem zweiten Bande des „Systems der Philosophie", dem als erster die (in ihrem mittleren Theile „Vom Untersuchen“ besonders werthvolle) „Logik“ 1874 (2. Aufl. 1880) vorausgegangen war. An dem Abschluß des Systems durch einen dritten Band, der — wie alle Lotze'schen Werke — sich in drei Theile gliedern und die|wesentlichsten Aufgaben der praktischen Philosophie, Aesthetik und Religionsphilosophie erörtern sollte, wurde er durch seinen frühen Tod verhindert; der posthume Aufsatz in „Nord und Süd" über die Principien der Ethik (Juni 1882) war eine Vorarbeit dafür. Einen unvollkommenen Ersatz bieten die von Rehnisch edirten Dictate aus den Vorlesungen über jene drei Disciplinen, die übrigens ebenso wie die andern fünf Hefte der „Grundzüge" bei der lernenden Jugend großen Anklang gefunden haben; die „Grundzüge der Psychologie" liegen schon in sechster Auflage vor. Vergleicht man aber die „Grundzüge der Metaphysik" mit dem zweiten Bande des „Systems“, so sieht man, was der Verlust des dritten bedeutet. Von den Abhandlungen der letzten Jahre wäre noch hervorzuheben die Auseinandersetzung mit Fechner in der „Deutschen Revue“ (Mai 1879: Alter und neuer Glaube, Tages- und Nachtansicht), die Antwort an Renouvier ("L'infini actuel est-il contradictoire?“ in Ribot's „Revue philosophique“, Mai 1880, die bereits October 1877 einen Lotze'schen Artikel gebracht hatte: „De la formation de la notion de l'espace, la théorie des signes locaux") und „Philosophy in the last forty years“ in der „Contemporary review“, Januar 1880. Die Abhandlungen und Recensionen nebst Wenigem aus dem Nachlaß hat David Peipers in den „Kleinen Schriften" (3 Bände, der dritte in 2 Abtheilungen, 1885—91) sorgfältig gesammelt und mit einem liebevoll gearbeiteten umfänglichen Sachregister (III, S. 581—960) versehen. Von dem auch ins Russische übertragenen „Mikrokosmus" und dem „System“ ist eine englische, von der „Metaphysik“ eine französische Uebersetzung erschienen.

    Nachdem L. in der „kleinen Metaphysik" und „Logik“ präludirend das Thema des teleologischen Idealismus angeschlagen, galt seine Arbeit der Mechanisirung des Organischen. Für ihn gibt es nur die kartesianische Zweiheit: Körper und Seele=Geist. Das Organische ist rein körperlich, als eine feinere Complication des Physikalisch-Chemischen zu fassen. Auf diese von den Materialisten lebhaft begrüßte Zerstörung der „Lebenskraft“ folgte ein für jene überraschender Frontwechsel: an den Kampf gegen den Vitalismus schloß sich der nicht minder siegreiche gegen den Materialismus, dem L. überzeugend die Unvergleichbarkeit des seelischen und des körperlichen Geschehens, des Bewußtseins und der Bewegung entgegenhielt. Heute hat sich der Schwerpunkt des Streites verschoben. Wenn L. der Gegenwart bereits etwas fremder geworden ist, so liegt das wol vornehmlich daran, daß in den Kreisen der Naturforscher und Mediciner wieder eine stärkere Neigung besteht, die entscheidende Grenzlinie zwischen dem Unorganischen und dem Organischen zu ziehen, während die kämpfenden Neuidealisten des zwanzigsten Jahrhunderts, wie Eucken und Class, die Grenze zwischen Seele und Geist verlegen, nämlich von dem dem Mechanismus der Association überantworteten psychischen Vorstellungs- und Gefühlsleben das sich unter Normen stellende und mit einer Welt der Wahrheit verkehrende Geistesleben als eine principiell neue Stufe abtrennen.

    L. ist ebensosehr Ueberlegungs- wie Ueberzeugungsphilosoph. An seinem Lieblingsgegner Herbart lobt er das Bemühen um eine wissenschaftliche Philosophie, die Schätzung der Forschungsweise und die Achtung vor den Ergebnissen der Naturwissenschaft, das Ausgehen vom Begriff des Seins, das Bearbeiten d. h. von Widersprüchen Reinigen der Erfahrungsbegriffe; wie Herbart hat auch er, und nicht nur in den Vorlesungen, die Wolff'sche Gliederung der Metaphysik in die bekannten Disciplinen, wenn auch mehr als bequeme Schubfächer, beibehalten. Aber er verwirft die Ungeistigkeit der Realen; der Anfang der Metaphysik liegt ihm in der Ethik (Schlußworte der „Metaphysik“ von 1841). An den constructiven Denkern mißfiel ihm die formenanbetende|Deductionslust, das Ableiten der Welt aus dem Absoluten, da doch menschlicher Wissenschaft nur ein ahnendes Aufsteigen zum Weltgrunde verstattet sei. Aber den allgemeinen Gehalt des Idealismus will er retten, denn bei dem Aufbau der Weltansicht muß auch den Bedürfnissen des Gemüths Genüge geschehen. Das Absolute ist Geist und Schöpfer der Welt, das Gute nicht nur Ziel sondern Anfang und die Naturgesetze die Gewohnheiten des göttlichen Wirkens. So verbindet er realistische Methode mit idealistischen Grundüberzeugungen. Wie dem Diogenes von Apollonia scheint ihm Wechselwirkung zwischen den Dingen unmöglich, wenn sie nicht in einem gemeinsamen Grunde zusammenhängen. Wie dem Malebranche sind ihm alle Einzelwesen in einer geistigen Substanz beschlossen. Wie dem Leibniz ist ihm alles Reale Geist. Die Geistigkeit alles Wirklichen ist eines der wenigen Dogmen, zu denen sich L., der stets skeptisch Erwägende und Suchende, aufgeschwungen hat. Aber schon beim nächsten Schritt macht der Ueberzeugungsphilosoph dem Ueberlegungsphilosophen Platz: er läßt es dahingestellt, ob die untermenschlichen Wesen als selbst geistig d. h. für sich seiend, oder als nur von den Seelen vorgestellte, selbstlose. Modi des Absoluten zu fassen seien. Der „Mikrokosmus“ neigt mehr der ersteren, leibnizischen Ansicht, der Allbeseelung, die „große Metaphysik“ mehr der letzteren, fichtischen Anschauung zu; die Wahl zwischen den beiden Formen des Idealismus gibt er frei, der Idealismus selbst ist unausweichlich. Dagegen hat man mit Unrecht darin eine Schwierigkeit gefunden, daß die Seelen nur Modificationen oder Actionen Gottes und doch mit freiem Willen begabt sein sollen. Mit der Kennzeichnung als Modi des Absoluten wird den Einzelgeistern nicht jegliche, sondern nur die unbedingte Selbständigkeit abgesprochen, die sie verhindern würde, Wechselwirkungen auszutauschen; sie sind gleichsam Halbsubstanzen und behalten diejenige Unabhängigkeit, deren wir uns im Freiheitsgefühl bewußt sind.

    Als Ludwig Strümpell unserem Denker mittheilte, er halte eine Vorlesung über Lotze's Philosophie und stelle sie als eine Synthese des Pantheismus Spinoza's und des leibnizischen Individualismus dar, erwiderte er (am 15. Mai 1872, bei Falckenberg I, S. 85), er räume ein, daß thatsächliche Veranlassung zu jenem Vergleiche vorliege, obwol er sich innerlich in gar keinem Verhältniß zu ihnen fühle. Wenn diese briefliche Aeußerung mehr als eine Augenblicksstimmung wiedergibt, werden wir andere Einflüsse zu suchen haben. Vielleicht waren sie mehr negativer Art: dem Herbartischen Pluralismus, der die Monaden gegeneinander isolirt, stellte er im Interesse der Möglichkeit des Aufeinanderwirkens das allumfassende Absolute entgegen; der intellektualistische Pantheismus Schelling's und Hegel's andererseits erweckte den Widerspruch des individualistischen Gefühlsrealisten, der allein durch Lust und Unlust der Einzelseele Thatbestände zu Werthen erhöht sah. Aus Weiße's Metaphysik aber stammen der Persönlichkeitspantheismus und die drei Gewalten des Weltbaus: die allgemeinen Gesetze, die einzelnen Thatsachen und die Werthe; die Einheit der drei Mächte vermögen wir im Schönen schauend zu genießen, aber sie nicht erkennend zu erweisen. Wer metaphysische Verdienste nicht gelten läßt, wird mindestens der feinsinnigen Geschichtsphilosophie des dritten „Mikrokosmus"-Bandes und den Leistungen Lotze's auf dem Gebiete der introspectiven wie der von ihm eröffneten physiologischen Psychologie, insbesondere der Lehre von den Localzeichen Anerkennung nicht versagen können.

    Als Docent war L. nicht packend, aber fesselnd. Als Schriftsteller zählt er zu unseren Classikern. Seine Sprache, ein Muster sowol der Sachlichkeit als der Reinheit des Ausdrucks, ist von satter Schönheit und vornehmer Anmuth; sie gleitet dahin wie in der Stille des Feiertags ein Boot auf sanft|bewegter Welle. Ueber den Menschen Lotze, in dem sich sittliche Strenge und Hoheit mit Gemüthswärme und graziösem Humor paarte, berichtet Stumpf: „In seiner Gartenwohnung vor dem Walle Göttingens empfing er im Familienkreise gern die nächsten Freunde, mied aber größeren Verkehr. Bei kurzer Begegnung fühlten sich die Meisten durch eine gewisse förmliche Höflichkeit mehr gedrückt als angezogen, zumal wenn, wie an den allzuhäufigen Kopfweh-Tagen, die großen dunklen Augen unbeweglich in den Rauch der Cigarre schauten und der scharfgeschnittene, blasse Mund durch hartnäckiges Schweigen den Besucher in Verzweiflung setzte. Aber die ihm näher traten, hatten ihn lieb. Sie wußten, daß die strengen Augen auch gewinnende Herzlichkeit strahlen, baß der ernste Mund sich zu harmlosen Scherzen öffnen konnte, sie kannten die thätige Freundschaft, die absolute Pflichttreue des Mannes und seine wahrhaft adelige Gesinnung“.

    • Literatur

      Nekrologe von Jul. Baumann (Philos. Monatshefte, Bd. 17), A. Krohn (Zeitschr. f. Philos. u. philos. Kritik, Bd. 81), Hugo Sommer (Im Neuen Reich), C. Stumpf (Wien. Allg. Ztg. v. 10. Juli 1881), Falckenberg (Augsb. Allg. Zt., 21. Aug. 1881) und Rehnisch (Nationalztg., 21. Aug. 1881, abgedruckt i. d. Grundzügen der Aesthetik mit e. Verzeichniß der von Lotze gehörten u. gehaltenen Vorlesungen). — E. Pfleiderer, Lotze's philos. Weltanschauung, 2. Aufl. 1884. — O. Caspari, Lotze, 2. Aufl. 1895. —
      R. Falckenberg, H. Lotze, I. Theil: Das Leben u. die Entstehung d. Schriften nach d. Briefen Frommann's Klassiker d. Philos., Bd. 12), 1901. —
      Ders., Entwicklung d. Lotze'schen Zeitlehre (Zeitschr. f. Philos. u. ph. Kr., Bd. 105), 1895. —
      Fritz Koegel, Lotzes Aesthetik, 1886. — R. Seydel, Religion u. Wissenschaft, 1887, S. 132. —
      Ed. v. Hartmann, Lotzes Philosophie (gegnerisch), 1888. —
      E. Rehnisch, Bilder von H. Lotze (Gött. Anzeiger, 26. Juni 1896). —
      M. Kronenberg, Moderne Philosophen, 1899, S. 1—75. — M. Wartenberg, Das Problem d. Wirkens, 1900. —
      M. Wentscher, Das Problem d. Willensfreiheit bei Lotze (i. d. Gedenkschrift f. Haym), 1902. —
      H. Jones, A critical account of the philosophy of Lotze: the doctrine of thought, London 1895. —
      Some problems of Lotzes theory of Knowledge, New-York 1900. —
      Vida F. Moore, The ethical aspect of Lotze's metaphysics, New-York 1901. —
      H. Schoen, La métaphysique de Lotze, Paris 1902. — Aus der großen Zahl von Doctorarbeiten seien genannt die Leipziger von A. Schröder, Geschichtsphilosophie bei Lotze, 1896; die Gießener von J. F. Schwarz, Lotze's Geschichtsphilosophie, 1901, und die Erlanger Dissertationen von E. Tuch, Lotze's Stellung zum Occasionalismus, 1897. F. Seibert, Lotze als Anthropologe, 1900; G. Schöneberg, Vergleichung der ersten drei Auflagen des Mikrokosmus, 1903; L. Bärwald, Die Entwicklung der Lotze'schen Psychologie, 1905.

  • Autor/in

    Richard Falckenberg.
  • Empfohlene Zitierweise

    Prantl, Carl von; Falckenberg, Richard, "Lotze, Hermann" in: Allgemeine Deutsche Biographie (), S. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118574574.html#adb2content

    CC-BY-NC-SA