• Genealogie

    V Karl (1848–88), auf K.-B. usw., preuß. Rittmeister, S d. Karl, auf K.-B. usw., u. d. Agnes Freiin v. Klot-Trautvetter;
    M Klementine (1861–1947), T d. preuß. Majors Otto Gf. v. Schlieffen, auf Schwandt, u. d. Anna v. Voß;
    1) Hohen-Luckow 1910 ( 1929) Christa (* 1892), T d. preuß. Majors Georg v. Brocken, auf Hohen-Luckow, u. d. Eva v. Ramin, 2) Berlin-Dahlem 1930 Marie-Louise (1897–1968), T d. Edmund v. Prollius, auf Külzow, u. d. Maria Theresia Grohmann;
    3 K aus 1).

  • Leben

    L. wuchs auf den Gütern seines Vaters, eines reitsportbegeisterten Pferdezüchters, auf. Seine reiterliche Laufbahn begann bei den Potsdamer 1. Garde-Ulanen (Rittmeister). Bei Kriegsbeginn 1914 kam er an die russ. Front und kehrte noch im selben Jahr nach einer in den Pripjetsümpfen erlittenen Infektion hüftabwärts an beiden Beinen gelähmt als Invalide heim. Mit eiserner Energie kämpfte er gegen sein Leiden an, 1917 vermochte er wieder zu reiten. Eine entscheidende Rolle spielte dabei „Hanko“, ein ihm von seinem Freund Hanko v. Knobelsdorff geschenktes franz. Beutepferd. Mit Hanko blieb er bis zu seinem Tode verbunden und errang mit ihm viele Erfolge.

    Als sich der deutsche Reitsport nach Kriegsende trotz internationaler Schwierigkeiten wieder zu regen begann, setzte sich L. als aktiver Reiter tatkräftig für die Pläne des „Reichsverbands für Zucht und Prüfung des deutschen Warmbluts“ beim Neuaufbau des Turniersports und zur Anerkennung der deutschen Pferdezucht ein. L., der für die Ausübung seines Sports auch schwerste wirtschaftliche Verluste in Kauf nahm, wurde mit seinen einzigartigen Erfolgen als Dressur-, Spring- und Military-Reiter zur herausragenden reiterlichen Persönlichkeit Deutschlands. Seine Lehrer waren A. Staeck, der Ausbilder von „Draufgänger“, G. Goebel, der ihm die für Dressurprüfungen entscheidende feine Hilfengebung und leichte Einwirkung lehrte, sowie der schwed. Rittmeister v. Cederström. Nach zahllosen Siegen im In- und Ausland – L. beherrschte 1920-28 nahezu in allen Disziplinen die deutschen Turnierplätze (1925 Deutscher Dressurchampion; dreimaliger Sieger im deutschen Spring-Derby 1924/27/28) – auf vielen Erfolgspferden, u. a. Hanko, Falkner, Apoll, Rauhreif, erreichte er seinen Höhepunkt 1928 bei den Olympischen Spielen in Amsterdam: Auf Draufgänger gewann er sowohl in Einzelwertung als auch in der Mannschaft (mit H. Linckenbach und Eugen Frhr. v. Lotzbeck) die Goldmedaille als erster deutscher Reiter bei Olympischen Spielen.

    L. zog sich danach vom großen Sport zurück bis zur Teilnahme an der schweren Military in Döberitz im Sommer 1934. Dabei stürzte er am 15. Juli am Wassergraben mit der Stute Irene, ritt trotz aller Warnungen weiter und erlitt bei einem 2. Sturz schwere innere Verletzungen, an denen er kurz darauf starb. Sein Name kennzeichnet den Beginn deutscher Weltgeltung in der Reiterei.

  • Werke

    Reiten üb. Hindernisse, o. J.

  • Literatur

    Cl. Laar, reitet f. Deutschland;
    Film gleichen Titels mit Willy Birgel, 1941;
    J. Nissen, Pferde, Reiter, Fahrer, Züchter, 1979.

  • Autor/in

    Romedio Graf von Thun-Hohenstein
  • Empfohlene Zitierweise

    Thun-Hohenstein, Romedio Graf von, "Langen, Carl-Friedrich von" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 578 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118569449.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA