Lebensdaten
1905 bis 1993
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wildbad Kreuth
Beruf/Funktion
Regisseur
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 120080133 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Rabenalt, Arthur
  • Rabenalt, Arthur M.
  • Rabenalt, Arthur Maria Lothar Konrad Heinrich Friedrich
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Zitierweise

Rabenalt, Arthur, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd120080133.html [15.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Arthur (* vermutl. 1919), Dr. iur., RA u. Notar;
    M Karoline Grabner;
    1) Lotte (Charlotte) Lindt (?), Opernsängerin (s. W), T d. Dirigenten Bruno Walter (eigtl. Schlesinger, 1876–1962, s. BHdE II; New Grove; W), u. d. Elsa Wirtschaft, 2) 1943 Natascha (Marie ?) Duchon(ova) ( 1905).

  • Leben

    Nach Realschule und Realgymnasium wurde R. auf Empfehlung Carl Sternheims 1921 als Regieassistent am Hess. Landestheater Darmstadt angestellt. An Bühnen in Berlin und Gera sammelte er Erfahrungen, bevor er an der Würzburger Oper sowie erneut in Darmstadt als Oberregisseur wirkte. In Berlin gestaltete R. den Aufbau der Volksbühne (J. Offenbach, Die Ghzgn. v. Gerolstein; B. Frank, Sturm im Wasserglas) und experimentierte mit avantgardistischer Regie an der Krolloper (P. Hindemith, Neues vom Tage) und der Staatsoper.

    Erste Erfahrungen in der Filmbranche machte R. 1925 als Regievolontär bei Alexander Korda (Der Tänzer meiner Frau) und Georg Wilhelm Pabst (Die freudlose Gasse). 1934 inszenierte er neben seinem Regiedebüt „Pappi“, einem Unterhaltungsstoff, weitere drei Filme für die Lloyd-Film. Nach dem vorübergehenden Verbot der bereits erfolgreich angelaufenen Komödie „Ein Kind, ein Hund, ein Vagabund“ (UA 1934, nach Veränderungen erneute UA u. d. T.: Vielleicht war's nur e. Traum, 1935) arbeitete R. in Frankreich an den dt. Versionen von zwei Filmen Jacques Feyders mit (Die klugen Frauen, 1935; Fahrendes Volk, 1938), außerdem war er in Italien und Österreich tätig. Drei Kurzspielfilme, darunter der verbotene „Schwarz und Weiß“, entstanden 1938/39 unter seiner Regie in Deutschland; 1939-44 gehörte R. als|Regisseur und Drehbuchautor zur „Hausgemeinschaft Terra“. Ende 1941 löste er Pabst in der Regieberatung für Leni Riefenstahls Film „Tiefland“ ab, nachdem im Frühjahr sein einziger Film für die Ufa, der historisch argumentierende „…reitet für Deutschland“, ein „Musterbeispiel des unpolitischen Propagandafilms“ (Seeßlen), in die Kinos gekommen war.

    1945 gehörte R. zu den Initiatoren des Münchener Kabaretts „Schaubude“; er leitete kommissarisch die Städtischen Schauspiele in Baden-Baden und ging 1947 nach Berlin, wo er bis 1949 Intendant am Ostberliner Metropol-Theater war und zugleich Aufführungen an Musikbühnen im Westteil der Stadt inszenierte. 1947 setzte er seine Arbeit an Unterhaltungsfilmen mit den Liebesgeschichten „Chemie und Liebe“ (1947/48) und „Das Mädchen Christine“ (1948) bei der DEORG fort. In Westdeutschland avancierte R. mit Arbeiten wie „Unvergängliches Licht“ (1950/51) und „Die Ehe des Dr. med. Danwitz“ (1955/56) zu einem der meistbeschäftigten Filmregisseure. 1959-75 konzentrierte sich R. weitgehend auf Fernsehinszenierungen: Neben einfachen Geschichten entstanden Operetten-Adaptionen, Tanzfilme und Musikshows sowie Kindersendungen. R., der überdies noch am Theater inszenierte, gründete 1968 in München das „Theatron eroticon“. Als Buchautor beschäftigte er sich mit dem eigenen Fach und veröffentlichte zu Tanz, Theater und Film, über den Marquis de Sade und über das Theater sowie erotische Erzählungen und Autobiographisches. Seine Regiekarriere beendete R. 1978 mit dem pornographischen Südseefilm „Caribia“. 1954 stiftete er eine Ausbildungsstätte für „Filmnachwuchs“ in seinem Wohnort Rottach-Egern, hielt später Vorlesungen an der TU Berlin und wurde 1989 an der Univ. Bayreuth zum Honorarprofessor ernannt.

  • Werke

    Weitere Filme: Die 3 Codonas, 1940;
    Achtung! Feind hört mit!, 1940;
    Leichte Muse, 1941;
    Zirkus Renz, 1943;
    Martina, 1949;
    Die Försterchristl, 1952;
    Alraune, 1952;
    Der Vogelhändler, 1953;
    Tierarzt Dr. Vlimmen, 1956;
    Frühling in Berlin, 1957;
    Der Zigeunerbaron, 1963 (TV);
    Der Zarewitsch, 1972. – Schrr.: Mimus ohne Maske, Über d. Schauspielkunst im Film, Ein Essay, 1945;
    Operette als Aufgabe, Aufss. z. Operettenkrise, 1948;
    Film im Zwielicht. Über d. unpol. Film d. Dritten Reiches u. d. Begrenzung d. totalitären Anspruchs, 1958 (erw. Nachdr. 1978);
    Tanz u. Film, 1960;
    Das provokative Musiktheater d. zwanziger J., 1965;
    Theater ohne Tabu, 1970;
    Der Mensch im Raum, Der Weg d. Films in d. Dritte Dimension, in: Der 3-D-Film, hg. v. P. Hagemann, 1980;
    Joseph Goebbels u. d. „Grofldt.“ Film, 1985 (Schrr.-Verz., Filmogr., P);
    Die eherne Zeit, Erinnerungen, in: Europa 1939, hg. v. d. Stiftung Dt. Kinemathek, 1989 (P).|

  • Nachlaß

    Nachlaß: Univ. Bayreuth. – Zu Bruno Walter: Briefe 1894-1962, hg. v. Lotte Walter Lindt, 1969.

  • Literatur

    FS A. M. R. z. 80. Geb.tag, hg. v. C. Zentgraf, 1985;
    S. Woldert, Eine umstrittene Honorarprofessur, in: SZ v. 8.4.1989;
    O. Köhler,… stiftet f. Dtld., in: Die Zeit v. 5.5.1989;
    G. Seeßlen, in: epd Film, Nr. 6, Juni 1993;
    Die Schwierigkeiten kamen später, A. M. R. im Gespräch mit Werner Sudendorf, in: SDK-Newsletter, Nr. 4, Juni 1993;
    Kürschner, Lit.-Kal., Nekr. 1971–98, 1999;
    CineGraph (W-Verz., Filmogr.);
    Kosch, Theater-Lex.;
    Kosch. Lit.-Lex.3;
    Munzinger. – Dokumentar-Spiel: P. Reichenbach (Regie), Mimus Eroticus, 1986.

  • Autor/in

    Rolf Aurich
  • Empfohlene Zitierweise

    Aurich, Rolf, "Rabenalt, Arthur" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 65-66 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd120080133.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA