Lebensdaten
1888 bis 1960
Sterbeort
Grabs Kanton Sankt Gallen (Schweiz)
Beruf/Funktion
Schauspieler ; Schriftsteller
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118540297 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Götz, Curt
  • Goetz, Curt
  • Götz, Curt

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Zitierweise

Goetz, Curt, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118540297.html [12.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Bernhardt Götz (1857–89), Kaufm., S d. Bernhardt Nicolaus, Augen- u. Armenarzt in Binningen b. Basel, u. d. Karoline Hungerland aus Pömbsen;
    M Selma (1868–1929), T d. Wilh. Rocco (1819–97), plattdt. Erzähler aus Bremen, lebte nach Schauspielertätigkeit als Univ.tanzlehrer in Halle seit 1849 (s. L) (S d. aus Genua stammenden Stallmeisters u. Bereiters François, der mit d. franz. Gesandten nach Bremen gekommen war, u. d. Frieder. Wilh. Flöroken), u. d. Marie Louise (T d. Bernh. Frdr. Palmié, Kastellan b. d. Freimaurerloge u. Restaurateur);
    Berlin-Charlottenburg 1923 Valérie von Martens (Künstlername), Schauspielerin, T d. österr. Admirals Rudolf Pajér Edler v. Mayersperg (1858–1933) u. d. Paula Hacschek; kinderlos.

  • Leben

    G. hat in einer camouflierten Autobiographie, die seine Gattin nach seinem Tode ergänzte, über die Stationen seiner Laufbahn berichtet. Er besuchte das Gymnasium in Halle/Saale, ging 18jährig zur Bühne, kam über Rostock und Nürnberg nach Berlin, wo sich der Schüler des Naturalisten Emanuel Reicher neben Albert Bassermann und Max Adalbert erfolgreich behauptete. Julius Cäsar, Schneider Jetter, Amtsvorsteher von Wehrhahn, Pastor Manders, Strindbergs Konfessor sind die wichtigsten Rollen seiner Jugend, in der er vornehmlich alte Männer spielte. 1918 debütierte er als Theaterautor; seine „Gesammelten Bühnenwerke“ (1937, vollständige Ausgabe 1952) umfassen Komödien, Grotesken und Schwanke, deren Hauptgestalten er und seine Frau, Valérie von Martens, mit hinreißendem Erfolg bei vielen in- und ausländischen Gastreisen gaben. Außerdem schrieb, inszenierte und spielte G. eine Reihe von Filmen. 1933 verlegte er seinen Wohnsitz in die Schweiz, 1939-46 lebte er in den USA.

    G., der seinen Wunsch, Arzt zu werden, nicht realisieren konnte, stellte seine Arbeit unter das Motto: „Lachen ist die beste Medizin gegen alles Übel der Welt.“ Der doctor medicinae Hiob Prätorius in der gleichnamigen Komödie (1934, als Film 1950), den er sich zum Bilde schuf, ist „auf der Suche nach der Mikrobe der menschlichen Dummheit“. Die Krankheit soll durch Heiterkeit geheilt werden. Das ist, verhüllt oder verkündet, auch der Grundgedanke der anderen Stücke, die überlieferte Schablonen unbefangen modernisieren mit einer wirksamen und witzigen Mischung aus drastischer Situationskomik und ironischer Dialogführung, gescheiter Gesellschaftskritik und geschickter Theatertechnik. Sie sind solide gearbeitete leichte Ware, sie verbinden die Konversationskomödie mit dem Theater der Desillusion. Die scheinbare Lässigkeit und die überlegene Eleganz kennzeichneten gleicherweise den Autor, der Stücke, Filme und Romane verfaßte, und den Darsteller, der sich vom Charakterspieler zum Charakterbonvivant entwickelte. Wie nur wenige hat er den weltstädtischen Charme Berlins verkörpert.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Ak. d. Künste Berlin (1958), Prof. (Liechtenstein 1959).

  • Werke

    Weitere W u. a. Komödien: Menagerie, 1921;
    Ingeborg, 1922;
    Die tote Tante u. a. Begebenheiten (3 Einakter), 1924;
    Hokuspokus, 1926 (als Film 1930, 1953);
    Das Haus in Montevideo, 1946 (als Film 1951);
    Miniaturen (3 Einakter), 1958. Film:
    Napoleon ist an allem schuld, 1938. - Roman:
    Die Tote v. Beverly Hills, 1951. - Überss.:
    Noel Coward, Blyth spirit, 1945;
    Design for living, 1947;
    Present laughter, 1949. - Autobiogr.:
    Die Memoiren d. Peterhans v. Binningen, 1960;
    Die Verwandlung d. Peterhans v. Binningen, 1962 (P);
    Wir wandern, wir wandern, 1963 (beide fortges. v. s. Ehefrau Valerie v. Martens).

  • Literatur

    L W. Drews, in: Jahresring, 1961/62;
    Kosch, Theater-Lex.;
    Enc. dello spettacolo V, Rom 1958. - Zu Gvm Wilh. Rocco: Brem. Biogr. d. 19. Jh., 1912, S. 409;
    H. Bollmer, W. R. als nd.dt. Dichter, 1932.

  • Autor/in

    Wolfgang Drews
  • Empfohlene Zitierweise

    Drews, Wolfgang, "Goetz, Curt" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 588-589 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118540297.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA