Lebensdaten
erwähnt getauft 1696 , gestorben 1760
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Bildhauer
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118966715 | OGND | VIAF: 8187550
Namensvarianten
  • Götz, Joseph Matthias
  • Götz, Josef Matthias
  • Götz, Joseph Matthias

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Zitierweise

Götz, Joseph Matthias, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118966715.html [17.04.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Gg. ( 1697), Orgelmacher u. Bildhauer in B.;
    M Marg. Maria N. N. ( 1725);
    Stief-V Sebastian Degler (um 1670–1730), Hofbildhauer in B., aus alter Bildhauerfam. in Weilheim (V Ambros Degler [1643-89], Gv David [ 1682, s. NDB III*]);
    B Joh. Valentin (1694–1758), Hofbildhauer, später auch Bgm. in Bruchsal (s. W), Johannes (* 1697), Hofbildhauer in Warschau;
    Schw Maria Barbara ( Joh. Gg. Mutschele, um 1690–1746, Bildhauer in B.);
    N Bonaventura Jos. Mutschele (1728–78), Bildhauer in Augsburg (seine Frau Maria Benedicta geb. Hagn ist Wwe d. Augsburger Bildhauers Egid Verhelst d. Ä. [ 1749]), Martin Mutschele (1733–1804), Bildhauer in B. (f. alle s. ThB; K. Sitzmann, Künstler u. Kunsthandwerker in Ostfranken, 1957).

  • Biographie

    G. lernte zunächst bei seinem Stiefvater in Bamberg, ging mit 17 Jahren auf die Wanderschaft und arbeitete dann als Geselle bei dem Passauer Bildhauer Joseph Hardtmann. 1715 bat er um die Aufnahme als Meister in Passau und zog schließlich als Klosterbildhauer in die Propstei Sankt Nikola bei Passau. Bei Ausbruch des österreichischen Erbfolgekrieges trat er am 20.5.1742 als Ingenieur-Offizier in die bayerische Armee ein, bei der er bis zu seinem Tode blieb. Künstlerische Arbeiten aus diesen seinen letzten Lebensjahren sind unbekannt. – Unter den künstlerischen Begabungen der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts in Deutschland ist G. eine der fesselndsten Erscheinungen. Er versuchte sich auf vielen Gebieten, wobei er wie B. Neumann oder J. J. M. Küchel den Typus des Barock-Ingenieurs verkörpert. Das Ziel seiner Bestrebungen war dabei offensichtlich, sich über das handwerkliche Niveau des zunftmäßig organisierten Meisters zu erheben, um von seinen geistlichen Auftraggebern als sachverständiger Berater im gesellschaftlichen Rang für alle möglichen künstlerischen Unternehmungen hinzugezogen zu werden. – Als Bildhauer gehört G., zusammen mit Egid Quirin Asam, zu den führenden süddeutschen Plastikern des 18. Jahrhunderts, die durch ihr Vorbild den nachberninesken Stil auf die süddeutsche Kunst übertrugen und dadurch sehr befruchtend auf diese einwirkten. – In architektonischen Unternehmungen hatte er eine weniger glückliche Hand.

  • Werke

    u. a. Seitenaltäre f. St. Nikola b. Passau, 1715 (jetzt Vilshofen/Donau, Pfarrkirche);
    Hochaltar d. ehem. Klosterkirche Aldersbach, 1723;
    gesamte plast. Ausstattung d. Dreifaltigkeitskapelle Paura b. Lambach, 1723–25, 1737-40;
    Gehänge u. vergoldete Statuen f. d. Leibschiff d. Gf. Lamberg, Fürstbischofs v. Passau, in Schloß Neuburg am Inn, 1724 (nicht erhalten);
    Hochaltar u. Figuren der Seitenaltäre wie der Orgel in der Stiftskirche Zwettl, 1731-33;
    Hochaltar, Chorgestühl u. Kanzel d. Pfarrkirche Krems/Donau, 1732-36;
    Hochaltar d. Wallfahrtskirche Maria Tafer], 1735-39;
    Dreifaltigkeitssäule in Krems/Donau, 1736-38;
    Seitenaltäre, 1738–40, u. Hochaltar d. ehem. Karmelitenkirche in Straubing, 1740–42. -Zu B Valentin: Einrichtung d. Hofkirche Bruchsal, ab 1726;
    Hochaltar d. Liebfrauenkirche ebd., 1733-46;
    Hochaltar d. Peterskirche ebd., 1747 f. (n. Entwurf B. Neumanns).

  • Literatur

    R. Guby, Passauer Bildhauer d. 18. Jh., in: Niederbayer. Mschr., 1917/18, 1. H., S. 1-100;
    ders., Die Dreifaltigkeitskapelle in Paura b. Lambach (Oberösterr.), 1922;
    A. Feulner, Skulptur u. Malerei d. 18. Jh. in Dtld., 1929, S. 74 f.;
    B. Grimschitz, Eine unbek. Kreuzigungsgruppe v. J. M. G., in: Die Weltkunst 24, 1954, Nr. 15, S. 2;
    ThB;
    K. Sitzmann, Künstler u. Kunsthandwerker in Ostfranken, 1957;
    Österr. Kunsttopographie, Bd. 29, 1940, S. 64-67, 70-74 u. ö., Abb. 117-18;
    Ausstellung Paul Troger u. d. österr. Barockkunst, Stift Altenburg/Nd.österr., 1963, Kat. Nr. 262-66. - Zu B Joh. Valentin: O. B. Roegele, Bruchsal wie es war, 1955, Abb. 168-70 u. S. 216 f.

  • Autor/in

    Gerhard Woeckel
  • Zitierweise

    Woeckel, Gerhard, "Götz, Joseph Matthias" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 587-588 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118966715.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA