Lebensdaten
1760 bis 1803
Geburtsort
Gotha
Sterbeort
Mannheim
Beruf/Funktion
Schauspieler ; Dichter
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118508008 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Beck, Heinrich Christian
  • Beck, Heinrich
  • Beck, Heinrich Christian

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Zitierweise

Beck, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118508008.html [18.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Christoph Beck ( 1783), Fürstlich Sächsischer Kommissionssekretär;
    M Johanna Sophia Gensel;
    1) 1784 Karoline Ziegler (1767–84), Schauspielerin, 2) 1788 Josepha Scheefer ( 1827), Sängerin.

  • Leben

    Nachdem der junge B. das Gothaer Gymnasium absolviert hatte, wurde er 1777 an dem unter Konrad Ekhofs Leitung stehenden Theater seiner Vaterstadt Schauspieler. Hier schloß er die Lebensfreundschaft mit Johann David Beil und August Wilhelm Iffland, die mit B. gemeinsam 1779 nach Ekhofs Tod an das Mannheimer Nationaltheater gingen. Entscheidend beeinflußt durch das Gastspiel Friedrich Ludwig Schröders in Mannheim (1780), entwickelte er sich bald zu einem Schauspieler eigenen Stils. 1782 lernte er Schiller kennen, mit dem ihn warme Freundschaft verband. Nach Ifflands Fortgang von Mannheim versah B. (seit 1797) auch das Amt des Regisseurs. 1799 wurde er als Regisseur nach München berufen, kehrte aber nach Mißerfolgen 1801 nach Mannheim zurück. - B. vertrat das Fach der Liebhaber-, Helden- und Charakterrollen. Seine Schauspielkunst stellt eine Verschmelzung Ekhofschen und Schröderschen Stils dar: sie war ein idealisierter Naturalismus. Besonderes Gewicht legte er auf Sprache und Geste, während die Gesichtsmimik zurücktrat. Er war der erste Kosinsky (Räuber) und Ferdinand (Kabale und Liebe) und spielte u. a. den Don Carlos, Marquis Posa, Hamlet, Julius Caesar, sowie Rollen zeitgenössischer Dramatik. Er schrieb einige Schau- und Lustspiele, die den Ifflandschen Rührstücken verwandt waren und viel gespielt wurden (darunter besonders: „Die Schachmaschine“, 1785, „Das Chamäleon“, 1801) und bearbeitete Shakespeare's „Much ado about nothing“ unter dem Titel „Die Quälgeister“ (1792).

  • Literatur

    ADB II;
    Goedeke V, 1893, S. 290 f. (W) u. XI/1, 1951, S. 95;
    M. Gehmacher, H. B., Diss. Wien 1910;
    H. Knudsen, H. B., 1912;
    E. L. Stahl, Shakespeare u. d. dt. Theater, 1947, S. 175 f. u. ö.

  • Portraits

    Stich v. F. Schoepfer (Kupf.-Kab. Dresden), Abb. in: J. Maillinger, Bilderchronik d. Kgl. Haupt u. Residenzstadt München, Bd. 1, 1876, Nr. 2580.

  • Autor/in

    Hans Knudsen
  • Empfohlene Zitierweise

    Knudsen, Hans, "Beck, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 701 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118508008.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Beck: Heinrich B., geb. 1760 in Gotha, 1803. Er betrat 1777 das Theater seiner Vaterstadt, welches unter Eckhofs Leitung nächst Hamburg die wichtigste Pflegestätte der edleren deutschen Schauspielkunst war. Hier schloß er jenes ideale Freundschaftsband mit Beil und Iffland, welches der letztere in seiner Selbstbiographie so frisch und anmuthig geschildert hat. Von gleicher heiliger Begeisterung für ihre Kunst erfüllt, lebten die drei Jünglinge ein herrliches poetisches Studentenleben, in ernsten Studien ihrer Rollen, eifervollen Debatten über Fragen der Kunst und dichterischen Strebungen. Sie hausten mitsammen bei Tag und Nacht und trugen in schönen Sommernächten ihre Begeisterung vom Studirzimmer über Straße und Markt bis in den Siebeleber Wald, in welchem sie gleich Zigeunern sich um das Feuer lagerten und bei ernsten Gesprächen und muthwilligen Scherzen bis zum Morgen verweilten. Als im Jahre 1779 nach Eckhofs Tode das gothaische Hoftheater aufgelöst wurde, kam B. mit den Freunden nach Mannheim. Dort entwickelte er sich, obwol er in seiner langen Gestalt, seinem nasalen Organ, seiner ausdrucksarmen Miene wichtige Hindernisse zu besiegen hatte, doch durch ausdauernde Bemühung zu einem trefflichen Darsteller in Liebhaber- und Heldenrollen. Er wird gerühmt als edle, reiche Natur, als feiner und sinnvoller Künstler. Mit Schiller trat er, von den drei Freunden der Einzige, in ein näheres Freundschaftsverhältniß. Er war der erste Kosinsky in den Räubern, und bei der Aufführung des Don Carlos am 9. April 1788 gewann er als Posa den ersten Preis. Nach Iffland's Uebertritt an das Berliner Nationaltheater führte B. als dirigirender Regisseur das Scepter der Mannheimer Bühne mit Ausdauer und Geschick und behauptete in den bewegten Kriegszeiten den künstlerischen Charakter des Mannheimer Theaters und seine edlen Traditionen mit Anerkennung. Im J. 1800 wurde er als Regisseur nach München berufen, wo er 1803 starb. B. ist auch als dramatischer Schriftsteller mit vielem Glück aufgetreten. Seine „Schachmaschine“ und seine „Quälgeister“, eine Bearbeitung des Shakespeare'schen „Much ado about nothing“ haben sich bis in das 5. und 6. Decennium unseres Jahrhunderts auf dem Repertoire der deutschen Bühnen erhalten. Ein Bruder von ihm war in Weimar unter Goethes Direction engagirt. Er spielte komische Rollen mit großem Erfolg. Sein Schnaps in den „Beiden Billets“ von Wall hat Goethe zu seinem Bürgergeneral angeregt.

  • Autor/in

    Förster.
  • Empfohlene Zitierweise

    Förster, "Beck, Heinrich" in: Allgemeine Deutsche Biographie 2 (1875), S. 213 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118508008.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA