Lebensdaten
1754 bis 1794
Geburtsort
Chemnitz
Sterbeort
Mannheim
Beruf/Funktion
Schauspieler ; Dramatiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118654969 | OGND | VIAF: 32790107
Namensvarianten
  • Beil, Johann David
  • Beil, David

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Zitierweise

Beil, Johann David, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118654969.html [26.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Johann David, Tuch- und Raschmacher, S des Jonathan, Tuch- und Raschmacher aus Gotha, und der Eva Maria Trobisch;
    M Marg., T des Johann Schmid, Pächter in Bayreuth;
    1787 Luise (katholisch), Schauspielerin, T des Hofgerichtsregistrators Franz Ziegler, Schwägerin des Schauspielers Heinrich Beck ( 1803);S Karl (1788–1867), Schauspieler und Dramatiker.

  • Leben

    Nach dem Besuch des Gymnasiums seiner Vaterstadt und der Universität Leipzig, wo er Jura studierte, ging B. 1776 zu einer Wandertruppe. 1777 wurde er von Konrad Ekhof ans Gothaer Hoftheater engagiert und schloß hier innige Freundschaft mit Heinrich Beck und August Wilhelm Iffland. Mit ihnen wandte er sich 1779 nach Ekhofs Tod an das von Wolfgang Heribert von Dalberg geleitete Mannheimer Nationaltheater, wo er bis zu seinem frühen Tode blieb. B. entwickelte sich - entscheidend angeregt durch Friedrich Ludwig Schröders Gastspiel in Mannheim 1780 - rasch zu einer der künstlerischen Stützen dieser Bühne. Er spielte Charakter- und Chargenrollen und war der erste Schweizer (Räuber), Musikus Miller (Kabale und Liebe) und Mohr (Fiesco). Er war ein genialer und vielseitiger Schauspieler, bedeutend besonders in komischen Rollen; das Tragische lag ihm weniger. Er war ein Künstler der reinen Intuition, von unerschöpflichem Phantasiereichtum, erfüllt von Naturwahrheit und Leben. Freilich wurde eine harmonische Entwicklung gehemmt durch seine zügellose Lebensweise. Seine größten Rollen waren u. a.: Thoringer (Agnes Bernauerin), Antonius (Julius Caesar), Odoardo|(Emilia Galotti). Seine Theaterstücke, in der Art Schröder-Ifflandscher Familienstücke, wurden zu seiner Zeit viel gespielt, besonders „Die Spieler“ (1785) und „Die Schauspielerschule“ (1785).

  • Literatur

    ADB II;
    Goedeke V, 1893, S. 239/90 (W, L);
    E. Witzig, J. D. B., hrsg. v. H. Knudsen, 1927, = German. Stud., Bd. 47 (P). - Zu Karl B.: Goedeke VII/2, 1906, S. 228, XI/1, 1951, S. 204, 609.

  • Portraits

    Stich v. E. Henne nach E. Öffelle (Theatre Coll. of Harvard College Library);
    Stich v. D. Berger, 1784, nach E. Öffelle (Kupf.-Kab. Dresden, Veste Coburg u. P -Slg. d. Theatermus. München).

  • Autor/in

    Hans Knudsen
  • Empfohlene Zitierweise

    Knudsen, Hans, "Beil, Johann David" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 19 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118654969.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Beil: Johann David B., geb. 1754 in Chemnitz, 12. Aug. 1794, war der Sohn eines Tuchmachers, sollte Jurisprudenz studiren und entlief der Universität Leipzig, um sich dem Theater zu widmen. Zwei Jahre lang war er Mitglied einer Wandertruppe unter der Direction eines gewissen Speich, der im Jahre 1777 in Erfurt spielte. Hier erregte B. die Aufmerksamkeit des Freiherrn v. Dalberg, der ihn an den Herzog von Gotha empfahl, dessen Hoftheater unter Eckhof's Leitung stand. In Gotha schloß er jenes ideale Freundschaftsband mit den gleichgestimmten Jünglingen Heinrich Beck und August Wilhelm Iffland, dessen Bedeutung für die Entwicklung der Schauspielkunst von Devrient so trefflich charakterisirt worden ist. Mit beiden Genossen kam B. nach Auflösung des gothaischen Hoftheaters 1779 zum Hoftheater in Mannheim, dem er bis zu seinem Tode angehörte. B. war von den drei Freunden wol der begabteste Schauspieler. Er war von frischester unmittelbarer Kraft in jeder Art charakteristischer Rollen, namentlich in humoristischen. Schröder begünstigte ihn unter seinen Genossen am meisten. Er war ein Mensch von feuriger Begeisterung und warmer Hingebung, dessen harmonische Entwickelung aber durch regellose Lebensweise, besonders durch eine rasende Leidenschaft für das Spiel — das Modelaster jener Zeit — verhindert wurde. Sein früher Tod riß eine unausfüllbare Lücke in das Ensemble. Seine trefflichsten Rollen waren: Thoringer in „Agnes Bernauerin", Mohr in „Fiesco", der Essighändler, Wegfort im „Schmuck", Kanzler Flessel in „Die Mündel“, Lieutenant Wallen in „Stille Wasser sind betrüglich“, Consulent Wachtel in „Die Hagestolzen“, Schweizer in „Die Räuber“. Auch als dramatischer Schriftsteller ist B. bekannt geworden. Seine Stücke: „Die Spieler", „Die Schauspielerschule", „Armuth und Hoffahrt", „Die Familie Spaden“ und namentlich „Curt von Spartau“ sind ihrer Zeit viel und beifällig gespielt worden.|

    • Literatur

      Vgl. Iffland im Almanach f. Theater 1808. S. 92.

    • Korrektur

      Korrektur: Ein Aufsatz von A. Scholtze über Beil steht in Mitth. des Ver. f. Chemnitzer Gesch. 1. Jahrb. f. 1873—75.

  • Autor/in

    Förster.
  • Empfohlene Zitierweise

    Förster, "Beil, Johann David" in: Allgemeine Deutsche Biographie 2 (1875), S. 292 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118654969.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA