Lebensdaten
1897 bis 1949
Geburtsort
Wahlen bei Alsfeld (Hessen)
Sterbeort
Mittenwald (Oberbayern)
Beruf/Funktion
Forstzoologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117497916 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Eidmann, Hermann August
  • Eidmann, Hermann
  • Eidmann, Hermann August
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Zitierweise

Eidmann, Hermann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117497916.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Hermann (1862–1932), Oberforstrat, S des Lehrers Ludwig in Stockhausen (Hessen) u. der Pfarrerstochter Mathilde Aulber;
    M Maria Paulina (1867–1947, ref.), T des GMR Dr. med. Karl Ferd. Rouge in Hungen (Oberhessen), aus hugenottischer Arztfamilie;
    Ov Willi, Chemiker (s. Pogg. IV, V);
    B Franz, Forstdirektor auf Java, Ludwig, Dr. iur., Präsident des hessischen Jagdverbandes;
    München 1922 Hilda (* 1893), T des Redakteurs u. Verlegers Julius Bach u. der Frieda Löhner;
    2 T.

  • Leben

    Als Sohn eines Forstmannes mit der Tierwelt des Waldes vertraut und schon seit früher Jugend für sie interessiert, studierte E. in Gießen und München Naturwissenschaften; er promovierte 1922 bei R. Hertwig, wurde sein Assistent am Münchener Zoologischen Institut, zwei Jahre später am Institut für Angewandte Zoologie bei K. Escherich|und habilitierte sich 1925 für Zoologie und vergleichende Anatomie an der Universität München. Bereits 1924 hatte er in Spanien und auf den Balearen die Ameisenfauna studiert. 1927 folgte er einem Rufe an die Tung-Chi-Universität in Schanghai als Ordinarius für Biologie; doch wurde infolge der politischen Wirren schon nach einem halben, Jahr sein Vertrag annulliert. E. bereiste noch Südchina und Japan und kehrte über die Mandschurei und Sibirien nach München zurück. 1929 übernahm er in Hannoversch Münden als Nachfolger von L. Rhumbler zunächst als außerordentlicher, dann als ordentlicher Professor die Leitung des dortigen Zoologischen Instituts. Die bei den Forschungsreisen nach Kanada (1931, 1937), Brasilien (1933), Portugal (1935), Fernando Poo und Spanisch-Gabun (1939/40) gewonnenen Erfahrungen bildeten die Grundlage für die 1942 neben seinem Mündener Amt übernommene Tätigkeit als Vorstand der Abteilung Forstzoologie an dem Reichsinstitut für ausländische und koloniale Forstwirtschaft in Hamburg-Reinbek. – E. bezeichnete sich selbst als Naturforscher, dessen Vorliebe der Beobachtung und Entdeckung in der freien Natur galt. Doch vernachlässigte er darüber nicht die experimentelle Arbeit im Laboratorium. Sein erstes Buch, eine Gelegenheitsarbeit über die Entwicklungsgeschichte der Zähne des Menschen, schuf die Voraussetzung für seine aufsehenerregenden Untersuchungen über die Altersbestimmung der Cerviden nach dem abgelagerten Ersatzdentin. Sein eigentliches Forschungsgebiet aber war die Entomologie, sowohl die reine als auch die angewandte, und hier speziell die Forstentomologie, wobei seine Vorliebe den sozialen Insekten galt, namentlich den Ameisen. Etwa 200 Publikationen behandeln das Gesamtgebiet der Entomologie, der Tiersoziologie und der Ökologie. 1941 erschien sein „Lehrbuch der Entomologie“. Ein im Manuskript weitgehend vorbereiteter „Grundriß der Forstentomologie“ konnte nicht mehr fertiggestellt werden.

  • Werke

    Weitere W u. a. Unterss. üb. d. Mechanismus d. Häutung bei d. Insekten, in: Archiv f. Entwicklungsmechanik d. Organismen 102, 1924, S. 276-90; Ziele u. Aufgaben d. Tiersoziol., in: Biolog. Zbl. 48, 1928, S. 101-15;
    Entomol. Ergebnisse e. Reise nach Ostasien, in: Verhh. d. Zool.-Botan. Ges. in Wien 79, 1929, S. 308-35;
    Morphol. u. physiol. Unteress. am weibl. Genitalapparat d. Lepidopteren, in: Zs. f. angew. Entomol. 15, 1929, S. 1-66, 18, 1931, S. 57-112;
    Zur Kenntnis d. Periodizität d. Insektenepidemien, ebd. 18, 1931, S. 537-67;
    Btrr. z. Kenntnis d. Biol., insbes. d. Nestbaues d. Blattschneiderameise Atta sexdens L., in: Zs. f. Morphol. u. Ökol. d. Tiere 25, 1932, S. 154-83;
    Die Überwinterung d. Ameisen, ebd. 39, 1943, S. 217-75;
    Zur Kenntnis d. Insektenfauna v. Südlabrador, in: Arbb. üb. morphol. u. taxonom. Entomol. aus Berlin-Dahlem 2, 1935, S. 81-105;
    Zur Kenntnis d. Säugetierfauna v. Südlabrador, in: Zs. f. Säugetierkde. 10, 1935, S. 39-61;
    Der tropische Regenwald als Lebensraum, in: Kolonialforstl. Mitt. 5, 1942, S. 91-147;
    Successionen westafrikan. Holzinsekten, in: Mitt. d. H. Göring-Ak. f. Forstwiss. 3, 1943, S. 240-71;
    Zur Ökol. d. Tierwelt d. afrikan. Regenwaldes, in: Btr. z. KolonialF 2, 1943, S. 25-45; Die Ameisenfauna v. Fernando Poo, in: Zool. Jb., Abt. Syst. 76, 1944, S. 413-90.

  • Literatur

    F. E. Eidmann, in: Allg. Forstzs. 4, 1949, S. 417;
    G. Wellenstein, in: Allg. Forst- u. Jagdztg. 121, 1949/50, S. 92 f.;
    H. Schmidt, in: Forstarchiv 21, 1950, S. 108-09 (W, P);
    P. Steiner, in: Nachr.bl. d. Dt. Pflanzenschutzdienstes 2, 1950, S. 16.

  • Autor/in

    Fritz Schwerdtfeger
  • Empfohlene Zitierweise

    Schwerdtfeger, Fritz, "Eidmann, Hermann" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 388 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117497916.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA