Lebensdaten
1907 bis 1986
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Koblenz
Beruf/Funktion
Archivar
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 117125563 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Mommsen, Wolfgang
  • Mommsen, Wolfgang A.
  • Mommsen, Wolfgang Amadeus
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Zitierweise

Mommsen, Wolfgang, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117125563.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Hans Georg (1873–1941), Ing., Gasanstaltsdir. in B., S d. Theodor (s. 1);
    M Anna (1881–1950) aus Insterburg, T d. Arthur Germershausen (1849–1913), Oberverw.ger.rat in B., u. d. Jeanette Donner (1852–1923);
    Vt Ernst Wolf (s. 2);
    Posen 1941 Ingeborg (1921–92), T d. Kaufm. Wilhelm Mend (1890–1978) aus Reval u. d. Anna-Pauline Jeddal (1889–1981) aus Nechat (Estland);
    1 S, 1 T, Hans (* 1942), Physiker, Priv.doz. an d. Univ. Bonn, Ingeborg (* 1946), Juristin, Reg.dir. in B.

  • Leben

    M. studierte 1927-33 in Heidelberg und Berlin. Widmete er sich zunächst den alten Sprachen des Orients, so wandte er sich später nach dem Vorbild seines Großvaters stärker der Geschichte zu. Mit der Arbeit „Die letzte Phase des brit. Imperialismus auf den amerikan. Kontinenten, 1880-1896“ promovierte er 1933 bei Hermann Oncken zum Dr. phil. M.s ausgeprägtes Streben, den historischen Quellen auf der Spur zu bleiben, führte ihn 1933/34 zur Ausbildung im Institut für Archivwissenschaft beim Preuß. Geheimen Staatsarchiv in Berlin-Dahlem. Seine berufliche Tätigkeit begann er 1936 im Brandenburg.-Preuß. Hausarchiv der Hohenzollern-Dynastie. Hier bereits wurde sein Interesse an der Sammlung und Erschließung schriftlicher Nachlässe bedeutender Persönlichkeiten geweckt. 1938 wechselte er zum Preuß. Geheimen Staatsarchiv über, das ihn 1940-42 zur „Deutschen Archivkommission Lettland-Estland“ abordnete, der zur Aufgabe gesetzt war, den aufgrund des Hitler-Stalin-Paktes umzusiedelnden Deutschbalten ihre Kulturgüter und Bildungseinrichtungen zu bewahren. 1942-45 als Soldat im Kriegseinsatz, fand M. nach Kriegsende eine erste berufliche Bleibe im fürstl. Archiv Hohenlohe-Schillingsfürst. 1947 trat er als Staatsarchivrat in das Bayer. Staatsarchiv Nürnberg ein, wo er für die überaus schwierige Sicherstellung und Erhaltung der Akten der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse sorgte. Damit verschaffte er – ein Jahrzehnt vor der Rückgabe der durch die Alliierten requirierten deutschen Akten an die Bundesrepublik 1957 – der Geschichtsschreibung eine erste Quellenbasis für die Erforschung der nationalsozialistischen Zeit.

    Als am 3.6.1952 in Koblenz das neu gegründete Bundesarchiv seine Tätigkeit aufnahm, zählte M. zu der kleinen Schar seiner Archivare. Beim Auf- und Ausbau des jungen Archivs erwarb er sich vielfältige Verdienste, vor allem in der Sammlung und Pflege schriftlicher Nachlässe bedeutender Persönlichkeiten, der wohl umfangreichsten und gewichtigsten Sammlung dieser Art, die sich heute in einem staatlichen Archiv befindet. Sein in zwei Bänden erschienenes „Verzeichnis der schriftlichen Nachlässe in deutschen Archiven“ (1971/83) legt eindrucksvoll Zeugnis dafür ab. Am 19.6.1967 wurde M. – in Nachfolge Georg Winters und Karl G. Bruchmanns – zum Direktor des Bundesarchivs ernannt, am 1.7. zu dessen erstem Präsidenten. Bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1972 blieb er unermüdlich tätig, ein relativ junges Kollegium im Rahmen bewährter archivischer Traditionen zu führen, zugleich aber auch zu sensibilisieren für moderne Entwicklungen im Archivwesen. Als gewähltes Mitglied des Exekutivkomitees setzte er sich 1968-73 aktiv für die Ziele des Internationalen Archivrates ein und öffnete damit das Bundesarchiv einer fruchtbaren internationalen Zusammenarbeit. Dieser ernannte ihn 1976 auf dem Internationalen Archivkongreß in Washington zu seinem Ehrenmitglied. An der Seite Karl Dietrich Erdmanns widmete sich M. der Edition der „Akten der Reichskanzlei, Weimarer Zeit“. Jahrelang hat er seine Kräfte daran gesetzt, daß es in London schließlich 1969 bzw. 1976 zur Gründung eines „Deutschen Historischen Instituts“ kam.|

  • Auszeichnungen

    Gr. Bundesverdienstkreuz (1972).

  • Werke

    u. a. Die Akten d. Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse u. d. Möglichkeit ihrer Auswertung, in: Der Archivar, 1950.

  • Literatur

    Kürschner, Gel.-Kal. 1980;
    Wi. 1985;
    H. Booms, W. M., in: Der Archivar 41, 1988, Sp. 661-64.

  • Autor/in

    Hans Booms
  • Empfohlene Zitierweise

    Booms, Hans, "Mommsen, Wolfgang" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 29 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117125563.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA