Lebensdaten
1865 bis 1920
Geburtsort
Keitum auf Sylt
Sterbeort
Marburg/Lahn
Beruf/Funktion
Komponist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117102385 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Jenner, Gustav

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Zitierweise

Jenner, Gustav, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117102385.html [12.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Otto (1828–84), Arzt, S d. Arztes Friedrich Bernhard;
    M Anna (* 1826), T d. Jena Bleicken, Fischer u. Schiffseigentümer, u. d. Maria Boysen;
    Marburg 1895 Julie (1868–1942), T d. Fabr. Carl Christian Hochstetter ( 1880, s. NDB IX) u. d. Justine Bengough;
    2 S.

  • Leben

    J. verlebte glückliche frühe Kinderjahre auf Sylt; dann übersiedelten die Eltern ins Ruhrgebiet (Kettwig, danach Mülheim), 1879 wieder zurück nach Norddeutschland, in die Nähe Lübecks (Gleschendorf). Seit 1880 besuchte er das Kieler Gymnasium. Nachdem er zunächst hatte Medizin studieren wollen, setzte sich sehr bald seine wohl vom Vater ererbte Liebe zur Musik durch. In Kiel waren seine ersten Musiklehrer Hermann Stange (Orgel, Harmonielehre) und Theodor Gänge (Klavier, Kontrapunkt); in Hamburg wurde er seit 1886 besonders durch Arnold Krug (Komposition, Instrumentation) gefördert. Damals fand er auch eine Reihe von Freunden, die ihm in allen Nöten hilfreich zur Seite standen. Im Hause Theodor Storms verkehrte er viel. Für seine Künstlerlaufbahn Entscheidendes hat er dem Dichter Klaus Groth zu verdanken, der sich für ihn bei Johannes Brahms einsetzte. Da J. sich als Komponist noch unfertig fühlte, wandte er sich endlich an Brahms, der ihn zu weiteren Studien bei Eusebius Mandyczewski in Wien animierte. Diese Wiener Zeit (1888–95) wurde für J. ungemein fruchtbar, zumal da Brahms selbst ihm strenge kompositorische Unterweisungen erteilte. Als er dann im März 1895 zum akademischen Musikdirektor der Univ. Marburg berufen wurde, zeigte er sich allen jetzt auf ihn zukommenden Aufgaben gewachsen. Das Musikleben der Stadt bereicherte er durch gute Konzertaufführungen, in denen es mancherlei Neues und Seltenes zu hören gab. Dank seines eminenten Wissens verstand er auch seine Hochschulvorlesungen äußerst fesselnd zu gestalten. – Als schaffender Musiker gehört J. zu den profiliertesten Vertretern der unmittelbaren Brahms-Nachfolge; gerade deswegen haben seine Werke, unter denen hervorragend durchgearbeitete Lieder und Chöre (in verschiedener Besetzung) mengen- wie wertmäßig stark dominieren, nie recht durchzudringen vermocht. Darauf hat J. selbst mitunter zwar etwas bitter reagiert; dank seiner menschlich vornehmen, bescheidenen Art jedoch trug er dieses Schicksal schließlich mit Fassung und Würde.|

  • Auszeichnungen

    Dr. h. c. (Marburg 1904).

  • Werke

    Im Druck ersch. ledigl. Lieder, op. 1, 2, 4, 6, 7, 9, 10;
    Terzette f. Frauenstimmen, op. 3;
    Klarinettensonate G-dur, op. 5;
    Violinsonate a-moll, op. 8. -
    Alles andere blieb Ms.: Lieder, Duette, Gesangsquartette;
    Werke f. gemischten Chor, f. Frauen- u. Männerchor;
    Kammermusik u. Klavierwerke;
    Serenade f. Orch. A-dur. - Schrr. u. a.:
    Johannes Brahms als Mensch, Lehrer u. Künstler, 1905, 21930, Teilabdr. hieraus in: H. J. Moser, Dokumente d. Musikgesch., 1954, S. 198 ff.

  • Literatur

    H. J. Moser, in: Zs. f. Musikwiss. 2, 1920. S. 743 f.;
    E. Korschelt, Das Haus an d. Minne, 1939, S. 111 f.;
    W. Kohleick, G. J., 1943 (W-Verz., P);
    H. Engel, Die Musikpflege d. Philipps-Univ. zu Marburg seit 1527, 1957, S. 69 f.;
    MGG VI (W, L).

  • Autor/in

    Werner Bollert
  • Empfohlene Zitierweise

    Bollert, Werner, "Jenner, Gustav" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 402 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117102385.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA