Lebensdaten
1831 bis 1905
Geburtsort
Frankfurt/Main
Sterbeort
Karlsruhe
Beruf/Funktion
Physiker ; Technologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117003484 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Meidinger, Heinrich
  • Meidinger, H.
  • Meidinger, Heinr.
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Zitierweise

Meidinger, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117003484.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johannes (1799–1843), Dr. phil., Pfarrer in Niederrad, S d. Joh. Valentin (s. Einl.) u. d. Susanna Maria Schmidt;
    M Antoinette (1807–44), T d. niederländ. Hauptm. Ludwig Buff u. d. Elisabeth Lamprecht;
    Groß-Tante-m Lotte Buff ( 1828), Freundin Goethes (s. NDB III);
    Frankfurt 1857 Elisabeth Glaub (* 1831); kinderlos.

  • Leben

    M. besuchte in Frankfurt a. M. bis Herbst 1849 das Gymnasium, anschließend nahm er in Gießen unter Leitung seines Onkels H. Buff das Studium der Naturwissenschaften auf, wobei insbesondere Liebig zu seinen Lehrern zählte. 1853 wurde M. mit einer Dissertation über „Voltametrische Messungen“ promoviert. Anschließend ging er bis Herbst 1855 zu Bunsen nach Heidelberg. Nachdem M. 1851 die Weltausstellung in London besucht hatte, begab er sich 1855 aus gleichem Anlaß nach Paris, wo er bis Ostern 1856 verweilte, um sich anschließend bis Ende des Jahres in London vertiefte technische Kenntnisse zu erwerben. 1857 kehrte er nach Heidelberg zurück und habilitierte sich in Technologie. Im Sommer desselben Jahres hielt er seine erste Vorlesung über das an deutschen Hochschulen bisher noch nicht behandelte Gebiet der „Elektrizität in ihren technischen Anwendungen“. 1859 konstruierte M. die nach ihm benannte konstante galvanische Batterie, die sich namentlich für den Telegrafenverkehr und den Eisenbahndienst eignete. In Heidelberg hielt M. Vorträge beim örtlichen Gewerbeverein und ab 1861 auch in öffentlicher und populärer Form für gemischtes Publikum. 1864 gab er seine aussichtsreiche Universitätslaufbahn auf und ließ sich vom bad. Handelsministerium als Vorstand der neugegründeten Landesgewerbehalle in Karlsruhe gewinnen. In dieser Eigenschaft oblag M. die Einrichtung einer alle Zweige der Gewerbe und des Handels umfassenden Bibliothek und der Aufbau von Sammlungen, die Zeichenvorlagen, Modelle sowie neuartige und vorbildliche Werkzeuge, Maschinen und empfehlenswerte Fabrikate umfaßte. Die permanente Ausstellung der Landesgewerbehalle sollte als Musterlager die Fortschritte auf industriellem Gebiet verdeutlichen. Gleichzeitig hatte M. eine Filiale der Landesgewerbehalle in Furtwangen zu betreuen, die sich der Uhrmacherei, der Musikwerkeherstellung, der Strohwarenfabrikation und der sonstigen im Schwarzwald verbreiteten Gewerbe annahm. M. besuchte eine Vielzahl in- und ausländischer Gewerbe- und Industrieausstellungen, wirkte teilweise als Preisrichter mit und gab seine Erfahrungen durch Vorträge in allen Teilen des badischen Landes und vor allem durch die 1867 von ihm gegründete „Bad. Gewerbezeitung“ an seine Landsleute weiter. Bis 1902 hatte er die Schriftleitung inne und verfaßte selbst über 500 Beiträge, wobei sein Hauptinteresse der Wärme- und Elektrotechnik galt. Seit 1869 bekleidete M. eine Professur für technische Physik an der TH Karlsruhe. Außerdem wirkte er dort 30 Jahre als Sekretär des Naturwissenschaftlichen Vereins.

  • Werke

    Über voltametr. Messungen, in: Ann. d. Chemie u. Pharmacie 88, 1853;
    Über e. vollkommen constante galvan. Batterie, in: Poggendorffs Ann. 108, 1859;
    Die Magnet-elektr. Maschinen u. ihre Anwendung, 1882;
    Gesch. d. Blitzableiters, 1888;
    Gasheizung u. Gasöfen, 1894;
    Heizung v. Wohnräumen, 1897. – Zur publizist. Tätigkeit in d. Bad. Gewerbeztg. vgl. Autorenregister, ebd. 23, 1890, S. 635-40, u. 35, 1902, S. 445-47.

  • Literatur

    Bad. Gewerbeztg. 37, 1904, S. 478-82;
    W. Bucerius, in: Btrr. z. Gesch. d. Technik u. Industrie 21, 1931/32, S. 163 f.;
    F. Haferkamp, Staatl. Gewerbeförderung im Ghzgt. Baden unter bes. Berücksichtigung d. Entwicklung d. gewerbl. Bildungswesens im 19. Jh., 1979, S. 266 ff.;
    W. Goldschmit, in: Fridericiana, Zs. d. Univ. Karlsruhe, H. 28, 1981, S. 3-26 (P);
    J. Körting, H. M. als Akadem. Lehrer u. Forscher, ebd., S. 27-36 (P);
    BJ X;
    Pogg. II V.

  • Autor/in

    Frieder Schmidt
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmidt, Frieder, "Meidinger, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 639 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117003484.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA