Lebensdaten
1582 bis 1651
Geburtsort
Oberacker bei Maulbronn
Sterbeort
Tübingen
Beruf/Funktion
lutherischer Theologe ; religionspolitischer Schriftsteller
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 119539586 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Meyderlin, Peter
  • Meuderlin, Peter
  • Meldenius, Rupertus (Pseudonym)
  • mehr

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Zitierweise

Meiderlin, Peter, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119539586.html [15.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Petrus (um 1555–1622) aus Kirchheim u. T., Pfarrer in O., Unteröwisheim u. Groß-Sachsenheim, S d. Michael aus Kirchheim u. d. Maria N. N.;
    M Anna (um 1557-n. 1609), T d. Joh. Ruckher (1526–79) aus Nürnberg, Pfarrer in Pfaffenhofen, Dekan zu Kirchheim, Propst zu Denkendorf, u. d. Helena Magenbuch (1523–97), Wwe d. Prof. d. Theol. Andreas Osiander ( 1552, s. ADB 24), Hofapothekerin in Stuttgart;
    1) Stuttgart 1608 Margarethe (1586–1635), T d. Georg Mautz ( 1611), Handelsmann in Stuttgart, u. d. Anna Sandberger ( 1633), 2) Augsburg 1636 Barbara Launsinger;
    K.

  • Leben

    Im Streit um Johann Arndt, den Verfasser der „Vier Bücher vom wahren Christentum“, erschien gleichsam zu seiner Verteidigung unter dem Namen Rupertus Meldenius die Schrift „Paraenesis votiva pro pace ecclesiae“ (o. O. u. J.). Sie ist angeblich in 500 Exemplaren in Rottenburg 1626 gedruckt worden. Die Schrift erregte Aufsehen, wurde von einem Nürnberger Buchhändler aufgekauft und verschwand bald vom Markt. In ihr findet sich erstmalig die seitdem oft gebrauchte Formel: In necessariis unitas, in non-necessariis libertas, in utrisque caritas in folgender Fassung: Si nos servaremus in necessariis unitatem, in non-necessariis libertatem, in utrisque caritatem, optimo certe loco essent res nostrae. Da der Name Meldenius unbekannt war, wurden im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Vermutungen über den Verfasser geäußert, bis endlich L. Bauer 1906 ermittelte, daß es der luth. Pfarrer und Schulleiter M. in Augsburg war. Auch diese Feststellung blieb lange unbeachtet, bis sie sich 1928 durchsetzte.

    M. hatte in Tübingen studiert, war Repetent am Ev. Stift und Pfarrer in verschiedenen württ. Gemeinden, ehe er 1612 als Ephorus Collegii bei St. Anna in Augsburg berufen wurde. Von den streitbaren Theologen Tübingens hatte er sich entfernt und huldigte anscheinend J. Arndt. Während des 30jährigen Krieges beteiligte er sich durch Flugschriften am Konfessionskampf. Seine leidvollen Erfahrungen trieben ihn zur Abfassung der „Paraenesis“, eines Aufrufs, in notwendigen christlichen Lehren einig zu sein. Als solche galten ihm die aus der Heiligen Schrift bzw. aus dem Katechismus sich ergebenden Auffassungen. Diese sollten keine leeren Begriffe bleiben, sondern im Leben verwirklicht werden.

    Dagegen hat Gustav Krüger vorgeschlagen, ihn als Humanisten aus der Schule des Jacob Acontius zu verstehen, und versucht, seine These aus den Strategemata satanae zu erhärten. Diese Auffassung ist unwahrscheinlich, da M. in Augsburg eine klare Stellung einnahm. Zeitweise mußte er aus der Stadt weichen. Erst das Erscheinen des Schwedenkönigs Gustav Adolf ermöglichte ihm die Rückkehr. Die Wiedereinsetzung in sein volles Amt blieb eine Episode. Als die Jesuiten die Schulleitung übernahmen, wurde M. auf den Unterricht der prot. Schüler beschränkt. In diesen schweren Jahren erlahmte seine literarische Wirksamkeit. Trotz neuer Verfolgungen blieb er bis zu seinem Tode in Augsburg.

  • Literatur

    ADB 21;
    F. Lücke, Üb. Alter u. Vf. d. kirchl. Friedensspruchs, nebst Abdr. d. Paraenesis, 1850;
    ders., Nachträge üb. d. Vf. d. Spruchs etc., in: Theolog. Stud. u. Kritiken 24, 1851, S. 905-38;
    L. Bauer, Mag. P. M., Ephorus Collegii b. St. Anna, Programm f. d. Schulj. 1905/06, 1906 (W-Verz.);
    O. Ritschl, Dogmengesch. d. Protestantismus, IV, 1927, S. 445 ff.;
    G. Krüger, Üb. d. Friedensspruch, in: Theol. Studien u. Kritiken 100, 1927/28, S. 154-63;
    H. Leube, Calvinismus u. Luthertum, 1928;
    PRE 12, S. 550 ff., u. 20, S. 859;
    RGG3.

  • Portraits

    Kupf. v. Lucas Kilian (1635).

  • Autor/in

    Robert Stupperich
  • Empfohlene Zitierweise

    Stupperich, Robert, "Meiderlin, Peter" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 637 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119539586.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Meldenius: Rupertus M. ist der wirkliche oder pseudonyme Verfasser einer zum kirchlichen Frieden mahnenden kleinen Schrift, welche ohne Angabe des Druckortes und der Jahreszahl etwa 1630 in Deutschland erschien und den Titel führte „Paraenesis votiva pro pace ecclesiae ad theologos Augustanae Confessionis auctore Ruperto Meldenio Theologo“. Obgleich seiner Richtung nach orthodoxer Lutheraner, empfiehlt der höchst gebildete Verfasser den Theologen doch Mäßigung und Liebe. In diesem Sinne schrieb er seinen berühmt gewordenen Friedensspruch: „Si nos servaremus in necessariis unitatem, in non necessariis libertatem, in utrisque charitatem, optimo certe loco essent res nostrae“. Exemplare dieser Schrift befinden sich auf der Bibliothek zu Kassel und auf der Hamburger Stadtbibliothek. Abdruck bei F. Lücke, Ueber das Alter, den Verfasser, die ursprüngliche Form und den wahren Sinn des kirchlichen Friedensspruches In necessariis unitas etc., Göttingen 1850 und Derselbe in den Theologischen Studien und Kritiken 1851, S. 905 ff.

    • Literatur

      Vgl. Carl Bertheau in Herzog's Realencyklopädie IX, 2. Aufl., S. 528 ff.

  • Autor/in

    P. Tschackert.
  • Empfohlene Zitierweise

    Tschackert, Paul, "Meiderlin, Peter" in: Allgemeine Deutsche Biographie 21 (1885), S. 293 unter Meldenius, Rupertus [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119539586.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA