Lebensdaten
1805 bis 1852
Geburtsort
Koblenz
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
katholischer Publizist ; Dichter geistlicher Lieder ; Politiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116729228 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Görres, Guido Moriz
  • Görres, Guido
  • Görres, Guido Moriz

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Görres, Guido, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116729228.html [10.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Joseph (s. 2);
    München 1844 Maria Vespermann (1823–82, 2] Karl Ludw. Arndts Rr. v. Arnesberg, 1878, Jurist, s. NDB I), Dichterin, Komponistin, Malerin;
    3 T, u. a. Maria (⚭ Victor Frhr. v. Fuchs, 1840–1921, k. u. k. GR, Mitgl. d. österr. Reichsrats, Landtags u. Verfassungsger.hofs, s. ÖBL).

  • Leben

    G., der in Bonn Geschichte und Philosophie studiert hatte, wandelte als Historiker und Schriftsteller in den Fußstapfen seines Vaters. Als Verfasser einer Biographie der Jeanne d'Arc (Die Jungfrau von Orléans, 1834) trat er seit 1832 auch mit dessen französischen Freunden, vor allem mit Montalembert, der über Elisabeth von Thüringen arbeitete, in enge Verbindung. Zusammen mit Georg Phillips war er 1838 an der Gründung der „Historisch-Politischen Blätter“ beteiligt, die er seit 1848 redigierte. Einige seiner in der Nachfolge Brentanos stehenden geistlichen Gedichte („Maria Himmelskönigin“, „Es blüht der Blumen eine“) fanden Eingang ins volkstümliche Liedgut und in den kirchlichen Gebrauch.

  • Werke

    Weitere W u. a. Marienlieder, 1843, 31853;
    Geistl. Lieder, 1845 (in Musik gesetzt v. s. Ehefrau Maria). - Hrsg. v. reich ill. Volksschrr. | mit Bildern aus d. Kreis spätromant. Münchner Künstler (W. v. Kaulbach, F. Gf. Pocci u. a.), u. a.: Festkal. in Bildern u. Liedern, 3 Bde., 1835-39;
    Dt. Hausbuch, 1846 f.;
    erneuerte auch ältere Literaturdenkmäler wie Thomas von Kempen, Nachfolge Christi, übers., 1839.

  • Literatur

    ADB IX;
    K. d'Ester, Hdb. d. Ztg.wiss., 1940;
    Kosch, Lit.-Lex. (W, L);
    LThK (L).

  • Portraits

    Zeichnung v. A. Muttenthaler, 1842 (München, Stadtmus., Maillinger-Bilderchronik).

  • Autor/in

    Otto Roegele
  • Empfohlene Zitierweise

    Roegele, Otto, "Görres, Guido" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 531-532 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116729228.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Görres: Guido G., Dr. philos., geb. am 28. Mai 1805 zu Coblenz, der einzige Sohn des „alten“ G. Studirte an den Gymnasien zu Coblenz, Aarau und Straßburg, dann an der Universität Bonn, wo er gründliche Kenntnisse im Gebiete der Geschichte und Philosophie, im classischen Alterthum, insbesondere in der vergleichenden Sprachenkunde erwarb und 1830 die von der Pariser Akademie ausgesetzte Volney'sche Preisaufgabe löste. Eine Zeit lang wendete er sich der Poesie zu, dann der Geschichte und Politik; gründete 1838 mit George Phillips die (seit 1852 von Edmund Jörg redigirten) „Historischpolitischen Blätter“, heirathete 1844 die als Sängerin und Tonsetzerin bekannte Frl. Maria Vespermann, welche er im Kaulbach'schen Hause kennen gelernt hatte, starb aber schon am 14. Juli 1852. Von seinen zahlreichen Schriften seien hier erwähnt: „Nikolaus von der Flüe“, 1831 (mit einem Stiche nach E. Steinle), „Leben der Jungfrau von Orleans“ 1834 (mit 2 Titelbildern von E. Fellner), „Der Festkalender“, München 1834 u. 35 in 3 Bänden (die erste illustrirte Jugendzeitschrift mit reichem Bilderschmuck von dem auf dem Titel auch als Herausgeber genannten Franz Pocci, außerdem mit artistischen Beiträgen von Luise Wolf, Alexander Strähuber, Th. Guggenberger, Fr. Hoffstadt, Settegast, Leopold Schulz, Ludwig Grimm, Wilhelm Kaulbach, Schwanthaler, Kaspar Braun, Führich, A. Halbreiter, Feodor Dietz, Franz Kadlik, Ballen-berger, Caecilia Endlicher, E. Steinle etc.). „Das Narrenhaus von Wilhelm Kaulbach, gestochen von H. März, erläutert von G. G., nebst Ideen über Kunst und Wahnsinn“, 1836 (zuerst im Stuttgarter Morgenblatt, 1835, Nr. 215 ff.), mit Titelbild von W. Kaulbach (?). „Schön Röslein. Ein Märchen, erzählt von G. G. (mit vielen kleinen Vignetten), gezeichnet von Franz Graf Pocci, in Holz geschnitten von H. Neuer“ (1838, ganz im Geiste des Clemens Brentano, wie der spätere „Prinz Schreimund"). „Der hürne Sigfrid“, 1842 (mit acht Bildern in kl. 4°. von W. Kaulbach auf Stein gezeichnet). „Marienlieder“, 1842 (in Musik gesetzt für eine oder mehrere Stimmen mit Clavier- oder Orgelbegleitung von Kaspar Aiblinger, 1842 in 2 Heften), 2. Aufl. 1844, 3. Aufl. 1845, und jedes Blatt mit Titelbordüren und Vignetten in Holzschnitt nach Kaspar Braun, F. Rehle, F. Pocci u. a. „Das Leben der hl. Caecilie" in 3 Gesängen, 1843. „Das Weihnachtskrippelein oder Prinz Schreimund und Prinzessin Schweigstilla", 1843. „Gedichte“, 1844. „Deutsches Hausbuch“, 1846 und 47. 2 Bde. 4°. mit vielen Holzschnitten nach W. v. Kaulbach. Pocci, Overbeck, Steinle, Kasp. Braun u. A. „Die Märchen des Clemens Brentano“, herausgegeben mit einer biographischen Einleitung, 1847 (Cotta) in 2 Bänden. Außer vielen kleinen Flugschriften und Broschüren, zahlreichen Artikeln in den „Historisch-politischen Blättern“ etc., sei hier noch erwähnt einer Uebeisetzung des Thomas von Kempis (mit prachtvollen Illustrationen von A. Strähuber, in zweiter Aufl. 1875, von J. v. Führich ausgestattet), einzelner Abhandlungen von Lacordaire etc. Die Schriften von G. sind insgesammt im Buchhandel vergriffen, da eine Gesammtausgabe oder Auswahl fehlt, ebenso eine Biographie desselben. Seine Wittwe heirathete später den (am 1. März 1878 zu Wien verstorbenen) Pandectisten Dr. Ludwig Arndts von Arnesberg. (Von ihr erschien eine meisterhafte Uebersetzung der „Sonette der Vittoria Colonna“, 1857, und eine Novelle aus dem altbaierischen Volksleben: „Der Juhschrei auf der Halseralm“, 1874 und 76.)

  • Autor/in

    Hyac. Holland.
  • Empfohlene Zitierweise

    Holland, Hyacinth, "Görres, Guido" in: Allgemeine Deutsche Biographie 9 (1879), S. 378 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116729228.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA