Lebensdaten
1709 bis 1791
Geburtsort
Königsfeld/Ilm (Oberbayern)
Sterbeort
Regensburg
Beruf/Funktion
Fürstabt von St. Emmeram in Regensburg ; Benediktiner
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116665106 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Forster, Johann Michael
  • Frobenius
  • Frobenius von St. Emmeram
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Forster, Frobenius, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116665106.html [16.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Mathias, Gast- u. Landwirt in K.;
    M Maria Weninger;
    14 Geschw, u. a. Placidus (Taufname Anton, 1757), Benediktiner, Abt v. Scheyern.

  • Leben

    Nach Studien in Ingolstadt und Freising trat F. 1727 in Sankt Emmeram ein, legte 1728 Profeß ab und wurde 1733 geweiht; er lehrte Philosophie, 1735-44 und 1747-50 in Sankt Emmeram und 1744-47 an der Universität Salzburg. 1750-60 war er Prior und Bibliothekar, dann Propst in Hohengebraching. Am 16.7.1762 wurde er zum Fürstabt gewählt. – Schon als junger Dozent erregte F. Aufsehen, da er nicht blind den ausgetretenen Pfaden der Schulphilosophie folgte, sondern sich ernsthaft und kritisch mit Locke, Leibniz und Wolff auseinandersetzte und seine Vorlesungen durch Experimente an Hand modernster physikalischer Instrumente unterbaute. Wenig später, 1748/54, stand er in vorderster Reihe derer, die eine enge Verbindung der Benediktinergelehrten mit der europäischen Akademiebewegung erstrebten, und nahm an der Gründung der „Societas Litteraria Germano-Benedictina“ (1752) wesentlichen Anteil. Im Rahmen dieser nur kurzlebigen Akademie sollte ursprünglich jene große Alkuin-Edition erscheinen, an der F. seit 1752 arbeitete und für die er Material aus Archiven und Bibliotheken fast ganz Europas sammelte. Die Edition, die schließlich 1777 zustandekam, sichert F. einen bleibenden Namen als Gelehrter (Beati Flacci Albuini seu Alcuini … opera, 4 Bände, Regensburg, Neudruck: Migne, PL 100/101). Die junge Bayerische Akademie der Wissenschaften berief ihn 1759 als Mitglied ihrer Historischen Klasse; er war einer der ersten, die einen Beitrag zur Verfügung stellten. Als Fürstabt versuchte F. das Ideal einer Benediktinerakademie innerhalb seines Klosters zu verwirklichen, ohne jedoch die universale Weite der Zielsetzung zu schmälern: Theologie, Philosophie, Geschichte und Naturwissenschaften wurden gleichermaßen betrieben. F. erhob Sankt Emmeram zu dem neben Salzburg und Sankt Blasien führenden benediktinischen Geisteszentrum im deutschen Sprachgebiet des 18. Jahrhunderts.

  • Werke

    Weitere W Veritas eiusque criterium breviter expositum, Salzburg 1746;
    Meditatio philosophica de mundo mechanico et optimo secundum systema Leibnitio Wolffianum, ebd. 1747;
    Dissertatio de scripturae sacrae vulgata editione eiusque authentica, Regensburg 1748;
    Conspectus omnium, quae hucusque inveniri potuerunt, operum beati Flacci Alcuini, quorum nova editio paratur, ebd. 1760;
    Abh. v. d. zu Aschhaim in Oberbaiern im J. 763 gehaltenen Concilio,|in: Abhh. d. Churbaier. Ak. d. Wiss. I, München 1763, S. 39-60 (lat. Ausg. Regensburg 1767).

  • Literatur

    |ADB VII;
    Cl. A. Baader, Das gel. Baiern, 1804, S. 337-42 (Bibliogr.);
    A. Lindner, Die Schriftsteller u. d. um Wiss. u. Kunst verdienten Mitgll. d. Benediktiner-Ordens im heutigen Kgr. Bayern v. J. 1750 bis z. Gegenw. I, 1880, S. 56-62 (Bibliogr.);
    J. A. Endres, F. F., in: Straßburger Theol. Stud. IV, 1900;
    I. Stegmann, Anselm Desing, in: StMBO, Erg.h. 4, 1929;
    W. Fink, Btrr. z. Gesch. d. bayer. Benediktinerkongregation, ebd., Erg.h. 9, 1934, S. 86, 201, 214, 232 f.;
    M. R. Grill, Coelestin Steiglehner, letzter Fürstabt v. St. Emmeram zu Regensburg, ebd., Erg.h. 12, 1937;
    A. Kraus, P. Roman Zirngibl v. St. Emmeram in Regensburg, Ein Historiker d. Alten Ak., 1740–1816, ebd. 66, 1956, S. 61-151, 67, 1957, S. 39-203;
    G. Pfeilschifter, Korr. d. Fürstabtes Martin II. Gerbert v. St. Blasien, 2 Bde., 1931/34;
    Wolfg. Müller, Briefe u. Akten d. Fürstabtes Martin II. Gerbert, Bd. 1, 1957;
    Electoralis Academiae Scientiarum Boicae Primordia, Briefe a. d. Gründungszeit d. Bayer. Ak. d. Wiss., hrsg. v. M. Spindler, bearb. v. G. Diepolder, L. Hammermayer u. A. Kraus, 1959;
    A. Kraus, Die Hist. F an d. Churbayer. Ak. d. Wiss., 1759–1806, = Schrr.-R. z. Bayer. Landesgesch. 59, 1959, S. 81-84, passim;
    L. Hammermayer, Gründungs- u. Frühgesch. d. Bayer. Ak. d. Wiss., 1959, S. 19-24, 173 ff.;
    ders., Die Benediktiner u. d. Ak.bewegung im kath. Dtld. v. 1720–1770, in: StMBO 70, 1960, S. 45-146.

  • Portraits

    Kupf. v. J. A. Zimmermann, in: L. Westenrieder, Btrr. z. Vaterländ. Historie II, München 1789, Titelbl.;
    Medaille v. F. A. Schega, in: Journal v. u. f. Teutschland 12 (Dez.), 1784, S. 361.

  • Autor/in

    Ludwig Hammermayer
  • Empfohlene Zitierweise

    Hammermayer, Ludwig, "Forster, Frobenius" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 302-303 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116665106.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Forster: Frobenius F., geb. am 30. August 1709 zu Königsfeld in Baiern, trat 1728 zu St. Emmeran in Regensburg in den Benedictinerorden, ward 1733 Priester und 1735 Professor der Philosophie im genannten Stift. Als solcher cultivirte er die moderne Philosophie und war einer der ersten, welche der Leibniz-Wolf'schen Philosophie in die katholische Theologie Eingang verschafften. Nachdem er drei Jahre, 1744—47, Professor der Philosophie an der Salzburger Universität gewesen war, kehrte er in sein Stift zurück, um dort wieder Philosophie und Exegese zu lehren. Im J. 1750 wurde er Prior seines Stiftes, dann Propst in Hohengebraching und endlich 1762 zum Fürstabt von St. Emmeran gewählt, als welcher er am 12. Oct. 1791 starb. Seine Werke|sind: „Quid est veritas, quibusque notis ac characteribus de ejusdem existentia certi sumus, Dissert." 1745. „Methodus inveniendi veritatem per meditationem breviter exposita", 1746. „Meditatio philosophica de mundo mechanico et optimo secundum systema Leibnitio-Wolfianum", 1747. „Brevis discursus de philosophia in genere, cui adjectae sunt conclusiones logicae et ontologicae") 1748. „De scripturae s. vulgata editione ejusque authentia“, 1748. „Systema primorum principiorum breviter expositum“, 1749. Sodann edirte er aufs neue die Werke Alkuin's in 4 Bden. Fol. und schrieb in den Abhandlungen der kurfürstl. Bayr. Akademie der Wissenschaften 1763 einen Aufsatz über das zu Aschheim in Oberbaiern 763 gehaltene Concil (vgl. Meusel, Lex.).

  • Autor/in

    H. Kellner.
  • Empfohlene Zitierweise

    Kellner, Heinrich, "Forster, Frobenius" in: Allgemeine Deutsche Biographie 7 (1878), S. 163-164 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116665106.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA