Lebensdaten
1874 bis 1958
Geburtsort
Wien
Beruf/Funktion
Musikwissenschaftler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116638818 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lach, Robert

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Zitierweise

Lach, Robert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116638818.html [20.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johann (1832–94), Oberpostverwalter;
    M Elise v. Kovačich-Sikora (1843–1920); Verwandte Andreas (1817–82), Blumen- u. Stillebenmaler in W. (s. ThB), Fritz (1868–1933), Landschaftsmaler u. -radierer in W. (s. ThB; Vollmer);
    - 1929 Eleonore, T d. Redakteurs Emanuel Tschoepe u. d. Leopoldine Undrich.

  • Leben

    L. studierte seit 1893 an der juristischen Fakultät der Univ. Wien und trat 1894 ohne Studienabschluß in den Dienst der niederösterr. Landesregierung. Ebenfalls 1893 begonnene Musiktheorie-Studien am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde bei R. Fuchs beendete er 1899 mit dem Diplom für Komposition. 1896-99 studierte er zudem Musikwissenschaft bei R. Wallaschek, H. Löwy-Rietsch, M. Dietz und G. Adler und erwarb 1902 an der Univ. Prag das Doktorat der Philosophie. In diesem Jahr krankheitshalber pensioniert, lebte L. bis 1909 in Istrien, Dalmatien und Italien. 1911 wurde er Volontär an der Wiener Hofbibliothek, deren Musiksammlung er 1912-20 leitete. Er habilitierte sich 1915 für Musikwissenschaft an der Univ. Wien, wurde dort 1920 ao. Professor für vergleichende Musikwissenschaft und 1927 in Nachfolge von G. Adler o. Professor. Daneben war L. seit 1924 als Professor für Musikgeschichte an der Staatsakademie für Musik und darstellende Kunst tätig. 1939 an der Universität, 1945 an der Staatsakademie pensioniert, verbrachte er seine Altersjahre in In der Au (Oberösterreich) und Wien. – L. gehörte zu den führenden Repräsentanten der vergleichenden Musikwissenschaft, in der er als Systematiker die Klärung ontogenetischer und entwicklungsgeschichtlicher Probleme in Angriff nahm; doch hat er auch Materialuntersuchungen und Studien volksmusikalischer, musikpsychologischer, -soziologischer, -ethnologischer und tanzwissenschaftlicher Detailfragen betrieben. Außerdem schrieb er zahlreiche Arbeiten zum Gesamtbereich der abendländischen Musikgeschichte unter historischem, stilkundlichem und ästhetisch-psychologischem Aspekt. Als Bibliothekar hat L. den von Josip Mantuani begonnenen gedruckten Katalog der Musikhandschriften der Österr. Nationalbibliothek fortgesetzt. Er war auch als Dichter und Komponist spätromantischer Richtung bekannt geworden und hat im Alter eine Reihe ungedruckt gebliebener Arbeiten zu Wortschatz und Grammatik altoriental. Sprachen geschrieben. – Korr. Mitgl. d. Österr. Ak. d. Wiss. (1918) u. d. Dt. Ak. München (1925); Förderer d. Ges. z. Herausgabe v. Denkmälern d. Tonkunst in Österreich (1954).

  • Werke

    Stud. z. Entwickelungsgesch. d. ornamentalen Melopöie, 1913;
    Sebastian Sailers „Schöpfung“ in d. Musik, 1916;
    Vorläufiger Ber. üb. d. i. A. d. kaiserl. Ak. d. Wiss. erfolgte Aufnahme d. Gesänge russ. Kriegsgefangener im Aug. u. Sept. 1916, 1917;
    dass., im Aug. bis Okt. 1917, 1918;
    W. A. Mozart als Theoretiker, 1918;
    Zur Gesch. d. Gesellschaftstanzes im 18. Jh., 1920;
    Zur Gesch. d. musikal. Zunftwesens, 1923;
    Eine Tiroler Liederhs. aus d. 18. Jh., 1923;
    Die vgl. Musikwiss., ihre Methoden u. Probleme, 1924;
    Das Konstruktionsprinzip d. Wiederholung in Musik, Sprache u. Lit., 1925;
    Vgl. Kunst- u. Musikwiss., 1925;
    Die Bruckner-Akten d. Wiener Univ.archivs, 1926;
    Gesänge russ. Kriegsgefangener I-III, 1926-52;
    Gesch. d. Staatsak. f. Musik u. darst. Kunst in Wien, 1927;
    Das Ethos in d. Musik Schuberts, 1928. |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Nat.bibl. Wien, Musikslg.

  • Literatur

    G. Kotek, in: Das dt. Volkslied 29, 1927, S. 154 f.;
    Festschr. R. L., Persönlichkeit u. Werk, 1954 (W-Verz.);
    L. Nowak, in: Österr. Musikzs. 9, 1954, S. 22 f.;
    ders., R. L. u. d. Volksmusikforschung, in: Jb. d. Österr. Volksliedwerkes 3, 1954;
    W. Graf, in: Österr. Musikzs. 13, 1958, S. 25 ff.;
    L. Nowak, ebd., S. 442 f.;
    W. Graf, in: Ethnomusicology 3, 1959;
    E. Schenk, in: Die Musikforschung 12, 1959;
    ders., in: Alm. d. Österr. Ak. d. Wiss. 115, 1965, S. 335-47 (L, P);
    Erich H. Müller, Dt. Musiklex., 1929 (W-Verz.);
    MGG VIII (W, L).

  • Autor/in

    Othmar Wessely
  • Empfohlene Zitierweise

    Wessely, Othmar, "Lach, Robert" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 367 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116638818.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA