Lebensdaten
1861 bis 1924
Geburtsort
Ueckermünde (Vorpommern)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Geograph
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116556145 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Fischer, Heinrich Ernst Benno
  • Fischer, Heinrich
  • Fischer, Heinrich Ernst Benno

Quellen(nachweise)

Verknüpfungen

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Zitierweise

Fischer, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116556145.html [18.11.2018].

CC0

  • Leben

    F. trat 1888 in den Schuldienst Berlins, wo er bereits das Gymnasium besucht hatte. 1909 wurde er Lyzealdirektor. Seine Studien in fast allen naturwissenschaftlichen Fächern hatte er in Tübingen, Berlin und bei R. Credner in Greifswald unter Bevorzugung geologischer Exkursionen absolviert. F. von Richthofen und dessen Berliner Kolloquium wurden ihm zum Vorbild. Hier trat F. 1896 zuerst als Schulgeograph hervor. Seit 1901 gehörte er Hermann Wagners „ständiger Kommission für erdkundlichen Schulunterricht“, seit 1912 dem Zentralausschuß des „Deutschen Geographentages“ an. Wiederholt hielt er auf dessen Tagungen richtungweisende Vorträge, legte Lehrpläne für die weibliche Jugend vor und bereitete die Einführung des Oberstufenunterrichtes systematisch vor. Seine fruchtbaren methodischen Gedanken gab er seit 1908 als Dozent in Kursen für Seminarlehrer, später in der „Hauptstelle für naturwissenschaftlichen Unterricht“ weiter. Auf jugendpsychologischer Grundlage baute er seine „Methodik“ (1905) theoretisch, seine „Stufen-Atlanten“ (1912-24) praktisch auf. Er war 1906-21 Mitherausgeber des von den Brüdern A. und M. Geistbeck begründeten „Fischer-Geistbeck“, einer führenden, mehrbändigen „Erdkunde für höhere Schulen“, die 1922-45 auf seine Veranlassung von R. Bitterling und Th. Otto neubearbeitet und herausgegeben wurde und, um die Oberstufe erweitert, den Weg bis in deutsche Auslandsschulen fand. Als Mitherausgeber des „Geographischen Anzeigers“ (1902-24) trat F. für den Bildungswert der Erdkunde „mit nüchterner, klarer Erkenntnisfreudigkeit am Wirklichen“ ein. Auf seinen Studienreisen hatte er schon 1904 die USA durchquert. Literarisch wie philosophisch besonders an Lagarde und Nietzsche gebildet, veranlaßte er die ihm gewidmete Biographie Nietzsches von Raoul Richter (1903). Für ein Vierteljahrhundert war F. der temperamentvolle Vorkämpfer der sich entwickelnden deutschen Schulgeographie.

  • Auszeichnungen

    Ernst Gottfr. Reinhold, Dr. med., prakt. Arzt, S d. Prof. Emil;
    M Maria Ottilie Charl., T d. Oberpfarrers Benj. Petersen;
    Hedwig Severin (1874–1937).

  • Werke

    Weitere W u. a. Rechts u. links d. Eisenbahn, Neue Führer auf d. Hauptbahnen im Dt. Reiche, H. 1 u. 2 (Berlin-Frankfurt/M.), 1903, H. 35 u. 36 (Berlin-Stettin-Ostseebäder), 1905;
    Landeskde. d. Vereinigten Staaten v. Nordamerika, 1900;
    Erdkde, u. dt. Schule, 1913 (mit F. Lampe);
    Landeskde. d. Mark Brandenburg, 1913;
    Kriegsgeogr., 1916;
    Heimat u. Fremde, in: Erdbüchlein, Ein Jb. d. Erdkde. f. d. J. 1920.

  • Literatur

    R. Bitterling, H. F. z. 60. Geburtstag, in: Geogr. Anz. 1921, S. 271-75 (P);
    H. Haack, Nachruf, ebd., 1924, S. 49;
    E. Banse, Lex. d. Geogr., 1923.

  • Autor/in

    Richard Bitterling
  • Empfohlene Zitierweise

    Bitterling, Richard, "Fischer, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 188 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116556145.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA