Lebensdaten
1776 bis 1853
Geburtsort
Hanau
Sterbeort
Lübeck
Beruf/Funktion
reformierter Theologe
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 11649445X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Philalethes (Pseudonym)
  • Geibel, Johannes
  • Philalethes (Pseudonym)
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Zitierweise

Geibel, Johannes, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11649445X.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Frdr. (um 1741–1828), Ratsdiener u. Hausbes. in H. S d. Bauern Joh. Heinrich in Wachenbuchen bei H. u. d. Anna Elis. Struns aus Hitzkirchen;
    M Joh. Catharina (1754–1824), T d. Ratsu. Amtsdieners Johs. Ermentraut in H. u. d. Anna Magd. Scheel;
    Elis. Louise (1798–1841), T d. Röttger Ganslandt (1740–1616), Großkaufm. in L. (S d. Großkaufm. Wilh. G. u. d. Salome Platzmann), u. d. Joh. Wilhelmine Souchay (T d. Esajas S., 1723–91, aus Hugenottenfam. in H., Kaufm. in H. u. L.);
    4 S, 4 T, u. a. Emanuel (s. 1).

  • Leben

    G. absolvierte in Hanau das Gymnasium und studierte in Marburg Theologie, wurde aber zusammen mit seinem älteren Freunde Karl Daub mehr von der Philosophie angezogen. Hierauf Hauslehrer in Kopenhagen, wurde er 1797 erst Vikar, dann Pastor der reformierten Gemeinde Lübeck, über deren Grenzen hinaus er als Prediger rasch großen Einfluß gewann. Zeitweise durch Fr. H. Jacobi im nahen Eutin beeinflußt, erlangte er erst um 1810 seine volle christliche und theologische Reife und gehörte bald zu den bekanntesten reformierten „Erweckungspredigern“ der Zeit, in Lübeck auch lutherische Pastoren stark beeinflussend, außerhalb|der Stadt mit Männern wie M. Claudius, F. Perthes, Schleiermacher und anderen befreundet. Ganz der Arbeit an seiner Gemeinde hingegeben, widmete er sich in seinem Schrifttum ausschließlich praktisch-kirchlichen Fragen. Von seinen Liedern steht noch eins im „nordelbischen“ Gesangbuch von 1931. Seinem Einfluß in der trotz Rationalismus „lutherischen“ Stadt verdankte die reformierte Gemeinde eine Kirche innerhalb der Stadtmauern (!). Durch seine patriotische Haltung in der napoleonischen Zeit nach der 2. Besetzung Lübecks durch die Franzosen zur Flucht nach Stralsund genötigt, konnte er erst Dezember 1813 in die Stadt zurückkehren. - Obwohl selbst kein „Unionist“, vertrat er eine überkonfessionell-weitherzige, betont christologische Rechtfertigungslehre, mit der seine späteren apokalyptischen Neigungen und sein wohl mehr historisches Interesse für parapsychologische Erscheinungen ein wenig kontrastierten. Sein Amt legte er 1847 nieder und lebte erst in Detmold bei seinem ältesten Sohne Friedrich, nach dessen Tod er wieder - nur noch für wenige Wochen - nach Lübeck zurückkehrte|.

  • Auszeichnungen

    D. theol. (Berlin 1817).

  • Werke

    u. a. Wiederherstellung d. ersten christl. Gemeinde, 1840, 21842.

  • Literatur

    W. Deiß, Gesch. d. ev. ref. Gemeinde in Lübeck, 1866;
    K. Lindenberg, Geibels Vater, 1893;
    K. Siebert, Hanauer Biogr., in: Hanauer Gesch.bll., 1919, S. 61 (P);
    PRE.

  • Portraits

    Zeichnung v. R. F. K. Suhrlandt, 1820 (Berlin, Nat.gal.).

  • Autor/in

    Wilhelm Jannasch
  • Empfohlene Zitierweise

    Jannasch, Wilhelm, "Geibel, Johannes" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 140 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11649445X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA