Lebensdaten
1829 bis 1887
Sterbeort
Würzburg
Beruf/Funktion
Mediziner
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118861638 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Geigel, Nikolaus Alois
  • Geigel, Alois
  • Geigel, Nikolaus Alois
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Zitierweise

Geigel, Alois, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118861638.html [21.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Philipp (1794–1855), Stadt- u. Kreisger.rat in W., dann Appellationsger.rat, S d. Aloys (1765–98), Hofkammerrat u. Architekt in W., u. d. Regina Ther. Broili;
    M Apollonia (1799–1842), T d. Nikolaus Hartmann in Dettelbach u. d. Barbara Moehrung;
    Ur-Gvv Joh. Phil. G. (1731-1800), Hofkammerrat u. Hofbauamtmann in W., erbaute mit J. M. Fischer d. Michaelskirche, ferner u. a. die Obelisken u. d. Gesandtenbau auf d. Residenzplatz u. d. Stephanskirche in W. (s. ThB);
    1855 Anna Thekla (1830–1910, Cousine), T d. Hauptm. Peter Geigel in W. u. d. Maria Magd. Kern;
    2 S, 1 T, u. a. Richard (1859–1930), Prof. d. Med. in W. (s. L).

  • Leben

    G. war, nach einem Medizinstudium in München und Würzburg, Assistent unter C. F. von Marcus und H. von Bamberger an der Inneren Klinik des Juliusspitals in Würzburg. 1863 wurde er, auf Vorschlag des Anatomen A. von Kölliker, als Nachfolger von F. von Rinecker Vorstand der medizinischen Poliklinik, 1870 - nach jahrelangen Kompetenzstreitigkeiten mit seinem Amtsvorgänger - Ordinarius „für Poliklinik und Hygiene“. Das Ordinariat für innere Klinik, auf das er gehofft hatte und das an C. Gerhard fiel, blieb ihm unerreichbar. - G.s internistische Interessen galten der Kardiologie und der Lungenklinik, seine besondere Leistung war aber wohl seine Pionierarbeit auf dem Gebiet der öffentlichen Gesundheitspflege und die volksnahe Praxis in der Würzburger Poliklinik, die einer Armenklinik gleichkam. G. arbeitete unter primitivsten äußeren Bedingungen. Er erkannte - wie vor ihm R. Virchow am gleichen Ort - die Zusammenhänge zwischen Armut und Krankheit und ließ es an sozialkritischer Publizistik nicht fehlen. Aus seiner Klinik stammen wertvolle Statistiken über die Zusammensetzung des poliklinischen Krankengutes, eine Klientel von etwa 2000 Personen. G. bekannte sich öffentlich zum Atheismus und zu einer Schwärmerei für die nordische Sagenwelt.

  • Werke

    u. a. Kindersterblichkeit in Würzburg, in: Dt. Vj.schr. f. öffentl. Gesundheitspflege 3, 1871;
    Öffentl. Gesundheitspflege, in: Ziemssens Hdb. d. speziellen Pathol. u. Therapie, 1874, 31882;
    Hdb. d. Gesundheitspflege, 1875;
    Von d. Klinikgasse auf d. Philosophenweg, in: Festschr. z. Feier d. 300j. Bestehens d. Julius-Maximilians-Univ., 1882. - Andwaranaut, Ueber Wissen u. Glauben, 1914.

  • Literatur

    ADB 49;
    Richard Geigel, N. A. G., in: Ll. aus Franken I, 1919, S. 106-16;
    BLÄ. - Zu S Richard: Münchener Med. Wschr. 78, 1931, S. 624-27;
    Fischer.

  • Portraits

    Phot., um 1880. Abb. in: H. Franke u. J. Schröder, Die Würzburger Med. Univ. Poliklinik 1807-1957, 1957, S. 41.

  • Autor/in

    Robert Herrlinger
  • Empfohlene Zitierweise

    Herrlinger, Robert, "Geigel, Alois" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 141 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118861638.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Geigel: Alois G., Arzt und Professor der Medicin in Würzburg, daselbst 1829 geboren und am 10. Februar 1887 verstorben, machte seine medicinischen Studien in Würzburg, München und Wien, war einige Zeit Assistenzarzt auf den Kliniken von v. Marcus und v. Bamberger, habilitirte sich 1855 als Privatdocent, wurde 1863 außerordentlicher Professor und Director der Poliklinik, 1870 ordentlicher Professor für die Poliklinik, ambulante Kinderklinik und Hygieine. In diesen Stellungen verblieb G. bis zu seinem Lebensende. Er war ein tüchtiger Arzt und als akademischer Lehrer sehr anregend. Die Zahl seiner schriftstellerischen Arbeiten ist ziemlich beträchtlich. Die Titel einiger der wichtigeren sind: „Beitrag zur physikalischen Diagnostik mit besonderer Bezugnahme auf die Formen und Bewegungen der Brust“ (Habilitationsschrift, Würzburg 1855); „Geschichte, Pathologie und Therapie der Syphilis“ (ebd. 1867); „Oeffentliche Gesundheitspflege“ (in v. Ziemssen's großem Handbuch der spec. Pathologie und Therapie, 1874.|3. Aufl. 1882); „Das Schöpfradgebläse angewendet auf Pneumatotherapie“ (Leipzig 1877, zusammen mit A. Mayr). Dazu kommen kleinere Arbeiten zur physikalischen Diagnostik, zur Lehre von der Cholera u. a. G. war Mitherausgeber der „Medicinisch-chirurgischen Monatshefte“ (Erlangen 1863) und Mitarbeiter an dem v. Ziemssen'schen Sammelwerk der Pathologie und Therapie.

    • Literatur

      Biogr. Lex. hervorr. Aerzte hrsg. v. A. Hirsch u. E. Gurlt II, 516; VI, 815.

  • Autor/in

    Pagel.
  • Empfohlene Zitierweise

    Pagel, Julius Leopold, "Geigel, Alois" in: Allgemeine Deutsche Biographie 49 (1904), S. 274-275 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118861638.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA