Lebensdaten
1858 bis 1936
Geburtsort
Weiher bei Bodenbach (Böhmen)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Internist
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116387815 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kraus, Friedrich
  • Kraus, F.

Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Kraus, Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116387815.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Franz;
    M Anna Gaudek;
    Saaz 1890 Emma N. N.;
    3 T.

  • Leben

    Nach dem Studium an der Deutschen Universität Prag wurde K. zunächst dort Assistent unter C. H. Huppert und F. Hofmeister am Chemisch-physiologischen Institut und dann bei H. Chiari am Pathologischen Institut und widmete sich dann unter O. Kahler der Inneren Medizin. 1888 habilitierte er sich. Als Kahler einem Ruf nach Wien folgte, ging K. mit, wurde dort 1893 außerordentlicher Professor und Abteilungsvorstand der Inneren Klinik des Rudolf-Spitals. 1894-02 war er Ordinarius an der Universität Graz und ging dann als Nachfolger von C. Gerhardt an die 2. Medizinische Klinik der Charité in Berlin, wo er auch das Ordinariat für Physiologie und Pathologie an der Universität bekleidete. Hier bildete er eine klinische Schule, die ihre diagnostischen Lehren auf die naturwissenschaftlichen Methoden der Zeit stützte. Die pathologische Physiologie wurde von ihm und seinen Schülern wesentlich gefördert und die funktionelle Untersuchungsmethodik (zum Beispiel mechanische Pulsschreibung, Orthodiagraphie) entwickelt. K. führte die Röntgenologie und die Elektrokardiographie auf breiter Basis in die Klinik ein. Intensiv wurde die Stoffwechselpathologie erforscht. K. baute auch philosophische und psychologische Aspekte in sein medizinisches Weltbild ein und nimmt in der Konstitutionsbiologie der Epoche einen wichtigen Platz ein.

  • Werke

    u. a. Ermüdung als Maß d. Konstitution, 1894 (mit G. Nicolai);
    Das Electrokardiogramm d. gesunden u. kranken Menschen, 1910;
    Die allg. u. spezielle Pathol. d. Person, Allg. Teil, 1910;
    Grundlinien e. Wiss. d. Anamnese u. Katamnese, 1930;
    Allg. u. spezielle Pathol. d. Person, klin. Syzygiol., 1926. -
    Hrsg. (mit Th. Brugsch);
    Spezielle Pathol. u. Therapie, 1919-25.

  • Literatur

    Med. Klinik 24, 1928, S. 840-44;
    A. Goldscheider, in: Münchener Med. Wschr. 83, 1936, S. 529 f.;
    G. v. Bergmann, in: Dt. Med. Wschr. 62, 1936. S. 482-84;
    E. Payr, in: Med. Welt 10, 1936. S. 542 f.;
    E. Schilf, ebd. 12, 1938, S. 942-45;
    Luise Kraus (T), in: Dt. Med. Journal 14, 1963, S. 48 f.;
    Th. Brugsch, in: Lb. dt. Ärzte, 21964, S. 156-59;
    D. Theurer, in: Med. Mschr. 28, 1974, S. 31-33;
    F. Munk, Das med. Berlin um d. Jh.-wende, 21979, S. 45-55 (P);
    Fischer;
    Rhdb.

  • Portraits

    Phot. (Humboldt-Univ. Berlin, Univ.bibl.);
    Zeichnung, 1936, Abb. b. Payr, s. L.

  • Autor/in

    Manfred Stürzbecher
  • Empfohlene Zitierweise

    Stürzbecher, Manfred, "Kraus, Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 685 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116387815.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA