Lebensdaten
1902 bis 1967
Geburtsort
München
Sterbeort
Bonn
Beruf/Funktion
Politikerin
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116291559 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Maria Hilf (bei Bittstellern)
  • Maria Heimsuchung (bei politischen Kollegen)
  • Teuerste Frau im Bundestag (bei politischen Kollegen)
  • mehr

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Zitierweise

Probst, Maria, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116291559.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm Mayer (1874–1923), aus Enkenbach (Pfalz), Dr. rer. pol., RA in M., 1907-23 MdR (Zentrum, dann BVP), 21.6.1919-30.1.1920 Reichsschatzmin., dann Botschafter in Paris;
    M N. N., T d. N. N., Erbauer d. Festungen Metz u. Helgoland, Weingutsbes. in Lessy b. Metz;
    1930 Alfred Probst ( 1945), Dr. iur., Min.rat, MdL (Bayern);
    2 T, Stefanie Pfeiffer, Barbara Ezenarro.

  • Leben

    P. verbrachte ihre Jugend in München und Lessy bei Metz, wo ihre Großeltern ein Weingut besaßen, und besuchte das Realgymnasium in Aachen, München und Regensburg. 1921-23 war sie an der deutschen Botschaft in Paris tätig und studierte danach Germanistik und Geschichte in Freiburg (Br.), Zürich und München. Hier wurde sie 1930 mit der Dissertation „Die Familienpolitik des bayer. Herrscherhauses zu Beginn des 19. Jh.“ (1933 gedr.) promoviert. Das politische und berufliche Engagement des Vaters sowie des Ehemanns, der im Dritten Reich nach Frankfurt/Oder und Stettin strafversetzt wurde, und vor allem der Abscheu vor den politischen Extremismen jener Zeit prägten P. nachhaltig. Nach Ende des 2. Weltkriegs wurde P., die seit 1945 an der Oberschule in Hammelburg (Unterfranken) unterrichtete und für die „Bayer. Rundschau“ schrieb, politisch aktiv. Sie beteiligte sich an der Gründung der CSU und wurde 1946 Abgeordnete des Bayer. Landtags, 1949 des Deutschen Bundestags. Ihr Bemühen galt vornehmlich den Armen und Schwachen, in erster Linie den Kriegsgeschädigten. Im Oktober 1958 vertrat sie im Bundestag den von ihr geprägten Gesetzentwurf der Regierungsfraktionen zur Neuordnung des Bundesversorgungsgesetzes. Ein Jahr später brachte sie die Vorschläge von Bundesarbeitsminister Theodor Blank zur Versorgung der Kriegsopfer zu Fall und erreichte annähernd eine Verdoppelung der Zuwendungen; ähnlich 1963. „Maria Hilf“ hieß die sehr durchsetzungsstarke P. bei den Betroffenen, „Maria Heimsuchung“ und „teuerste Frau im Bundestag“ bei den Politikerkollegen. Ende 1965 wurde sie – als erste Frau in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland – Bundestagsvizepräsidentin. P.s zweite Leidenschaft galt – geprägt durch vielfache Frankreichaufenthalte – dem europ. Gedanken und der Versöhnung mit Frankreich; 1958-66 war sie auch Mitglied des Europ. Parlaments. Als dritter Schwerpunkt ist ihr Engagement für die Gleichberechtigung der Frau in Gesellschaft und Politik zu nennen. 1947 gehörte sie zu den Gründerinnen der Frauenarbeitsgemeinschaft der CSU, 1963 wurde sie – als erste Deutsche – zur Präsidentin der europ. Frauenunion gewählt.|

  • Auszeichnungen

    Ehrenbürgerin d. Städte Hammelburg, Gemünden u. Brückenau sowie sechs weiterer Gemeinden; Bayer. Verdienstorden (1959); Gr. BVK (1965); 1997 wurde sie durch eine 3-DM-Serienbriefmarke geehrt.

  • Literatur

    U. Männle, in: Zeitgesch. in Lb. VII, hg. v. J. Aretz, R. Morsey u. A. Rauscher, 1994, S. 113-27 (L, P).|

  • Nachlaß

    Nachlaß: BA Koblenz.

  • Autor/in

    Ursula Männle
  • Empfohlene Zitierweise

    Männle, Ursula, "Probst, Maria" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 735 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116291559.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA