Lebensdaten
1846 bis 1906
Geburtsort
Königsberg (Preußen)
Sterbeort
Heidelberg
Beruf/Funktion
Botaniker ; Professor in Heidelberg
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116167157 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Pfitzer, Ernst Hugo Heinrich
  • Pfitzer, Ernst
  • Pfitzer, Ernst Hugo Heinrich
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Pfitzer, Ernst, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116167157.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Hugo (1818–1858), Buchhändler;
    M Minna Krüger;
    1874 Thekla Emilie Mathilde Tittmann (1851-n. 1906);
    4 T, u. a. Hedwig (1876–1953. Rudolf His, 1870–1938, Prof. f Rechtswiss. in H.).

  • Leben

    P. studierte in Berlin und Königsberg Chemie und Botanik und wurde 1867 zum Dr. phil. promoviert (Über d. Schutzscheide d. dt. Equisetaceen). Anschließend war er Assistent bei Wilhelm Hofmeister (1824–77) in Heidelberg und bei Johannes v. Hanstein (1822–80) in Bonn, wo er sich 1869 habilitierte. 1872 erfolgte seine Berufung zum o. Professor der Botanik an die Univ. Heidelberg.

    P.s Forschungsschwerpunkte lagen auf dem Gebiet der Kieselalgen, der Anatomie höherer Pflanzen und der Orchideen. Seine „Untersuchungen über Bau und Entwicklung der Bacillariaceen (Diatomaceen)“ (1871) waren bahnbrechend für die weitere Entwicklung der Kieselalgenkunde. Mit seinen anatomischen Untersuchungen zum Hautgewebe der Pflanzen gelang es ihm, Fragen der Entwicklungsgeschichte der Spaltöffnungen, der Entstehung des Wasserspeichergewebes sowie des Membranwachstums zu klären. P.s eigentliches Lebenswerk bildete jedoch die|Untersuchung der Orchideen. Seine morphologisch, anatomisch, entwicklungsgeschichtlich und ökologisch ausgerichteten Studien mündeten in die Hauptwerke „Grundzüge einer vergleichenden Morphologie der Orchideen“ (1881) und „Morphologische Studien über die Orchideenblüte“ (1886) sowie in seinen Beitrag über die Orchideen (1889) in dem von Adolf Engler (1844–1930) und Karl Prantl (1849–93) herausgegebenen Sammelwerk „Die natürlichen Pflanzenfamilien“, der eine Übersicht über das gesamte Wissen seiner Zeit zu den Orchideen bot und durch Nachträge laufend aktualisiert wurde. Zu P.s Aufgaben in Heidelberg gehörten auch Neuanlage und Leitung des Botanischen Gartens sowie die Aufsicht über die Anpflanzungen im Heidelberger Schloßgarten. Aus diesen Tätigkeiten gingen eine Reihe dendrologischer und hortikultureller Publikationen hervor. An weiteren Arbeiten sind physiologische Untersuchungen zum Wassertransport in Pflanzen zu nennen. Daneben entwickelte P. ein „Verfahren zur Konservierung von Blüten und anderen zarten Pflanzenteilen“, das 1889 patentiert wurde.|

  • Auszeichnungen

    korr. Mitgl. d. Botanical Soc. of Edinburgh (1873); Mitgl d. Leopoldina (1880) u. d. Ak. d. Wiss. Berlin (1899).

  • Literatur

    G. Tischler, in: Verhh. d. Naturhist.-Med. Ver. zu Heidelberg, NF 8, 1904-08, S. 397-425 (W-Verz., P);
    M. Möbius, in: Berr. d. Dt. Botan. Ges. 26 a, 1908, S. (33)-(47) (W-Verz.);
    F. Neubert (Hg.), Dt. Zeitgenossen-Lex., 1905, S. 428;
    Bad. Biogrr. 6, 1935, S. 331 ff.;
    M. Arnim, Internat. Personalbibliogr., 1800–1943, II, 1952, S. 321;
    Drüll, Heidelberger Gel.lex. II.

  • Portraits

    Heidelberg, Univ.-archiv Heidelberg;
    Graph. Slg. Univ.-bibliothek;
    Kurpfälz. Mus.

  • Autor/in

    Stefan Kirschner
  • Empfohlene Zitierweise

    Kirschner, Stefan, "Pfitzer, Ernst" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 340-341 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116167157.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA