Lebensdaten
1864 - 1919
Geburtsort
Kloster Chorin (Brandenburg)
Sterbeort
Klein-Wanzleben (Sachsen-Anhalt)
Beruf/Funktion
Botaniker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 139068155 | OGND | VIAF: 95660018
Namensvarianten
  • Raatz, Wilhelm

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Zitierweise

Raatz, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139068155.html [22.06.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm (1822–1902), preuß. Garten- u. Hegemeister;
    M Emilie Feuerhärmel (1831–97);
    Braunschweig 1907 Gertrud Brandes (1884–1959);
    5 T.

  • Leben

    R. kam mit 14 Jahren auf das Gymnasium in Eberswalde und später nach Schwedt/Oder. Bedingt durch seine labile Gesundheit, erhielt er erst mit 23 Jahren das Reifezeugnis und studierte anschließend an der Univ. Berlin Mathematik, Naturwissenschaften und Botanik. 1891 wurde er bei Simon Schwendener (1829–1919) zum Dr. phil. promoviert (Die Stabhildung im secundären Holzkörper unserer Bäume u. d. Initialentheorie). Danach blieb er als Assistent bei Schwendener, ehe er 1892 an den Lehrstuhl für Botanik zu Oskar Brefeld nach Münster und 1893 an das Botanische Institut von Ernst Pfitzer nach Heidelberg ging. 1894 wurde R. bei der „Zuckerfabrik Klein Wanzleben AG“ als erster wissenschaftlicher Saatzuchtleiter angestellt. Hier beschäftigte er sich nach eingehenden Vorversuchen und theoretischen Überlegungen mit der Entwicklung eines Selektionsindex, bei dem insbes. die negative Korrelation zwischen Rübengewicht und Zuckergehalt berücksichtigt wurde. Die von ihm entwickelten Formeln bzw. die daraus abgeleiteten „Wertzahlentabellen“ wurden in R.s Unternehmen fast 100 Jahre mit großem Erfolg genutzt, ebenso setzte sich seine Typisierung der Zuckerrübensorten nach Rübenertrag und Zuckergehalt allgemein durch. Dadurch und durch die Einführung der „Doppelstandardmethode“ bei den Feldversuchen sowie die Festlegung der Grundsätze für die „lndividualselektion mit Prüfung der Nachkommenschaften“ schuf R. die Voraussetzungen für die erfolgreiche Zuckerrübenzüchtung der „Kleinwanzlebener Saatzucht AG“ (heute: „KWS SAAT AG“, Einbeck). Durch die von ihm eingeführten Zuchtmethoden entstanden leistungsstarke Zuckerrübensorten, die bald als Standardsorten und als Ausgangsmaterial für Neuzüchtungen nicht nur von den dt. Zuckerrübenzüchtern genutzt wurden. Dadurch übte R. entscheidenden Einfluß auf die Entwicklung der Zuckerrübenzüchtung im 20. Jh. aus.

  • Literatur

    C.-E. Büchting, KWS, Ein Werk v. über 100 J., 1985;
    ders., KWS Kleinwanzlebener Saatzucht AG vorm. Rabbethge & Giesecke, in: Gesch. d. Zuckerrübe, hg. v. Inst. f. Zuckerrübenforsch., 1984, S. 240-43;
    ders., in: Landwirtschaftl. Pflanzenzüchtung in Dtld., hg. v. Bundesverband Dt. Pflanzenzüchter, 1987, S. 137-44;
    ders., W. R. 1864-1919, 1990;
    W. Haufe, H. Geidel u. E. Junghans, W. R., 1990;
    dies., W. R., Ein Pionier d. Zuckerrübenzüchtung, in: Vortrr. f. Pflanzenzüchtung 40, 1998, S. 89-106 (P);
    W. Haufe u. H. Geidel, Über 150 J. Feldversuche u. Labortechniken in d. Zuckerrübenzüchtung, 1999, S. 12-20;
    T. Büter, Raffiniert!, Zur Gesch. d. Rübenzuckers, 1999;
    Magdeburger Biographisches Lexikon.

  • Autor/in

    Hans Geidel
  • Empfohlene Zitierweise

    Geidel, Hans, "Raatz, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 59 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139068155.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA