Lebensdaten
1824 bis 1904
Geburtsort
Bamberg
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Schriftstellerin
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 115341080 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Speyer, Amélie (geborene)
  • Godin, Amélie (Pseudonym)
  • Linz-Godin, Amélie (Pseudonym)
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Linz, Amélie, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd115341080.html [11.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich Speyer (1780–1839, ev.), Dr. med., Stadtgerichtsarzt in B., S d. Nathanael, dann Friedrich Wilhelm Sp. (1738–1810), Dr. med., Waldeck. Hofrat in Arolsen;
    M Clara (1799-n. 1881), T d. Carl Frhr. v. Godin (1746–1815), Landrichter in Stadtamhof, u. d. Maria Ursula Clara v. Reider;
    Vt Adolf Speyer (1812–92), Schmetterlingsforscher, Otto Gustav Speyer (1821–94), Naturforscher (s. ADB 54);
    - Bamberg 1845 Franz Xaver Linz (1816–70), aus Trier, preuß. Ing.-Offz., zuletzt Oberst;
    3 S, 1 T.

  • Leben

    L. erhielt ihre Ausbildung durch Privatunterricht. Nach dem frühen Tod des Vaters verbrachte sie längere Zeit im Münchener Haus des mit der Familie befreundeten Architekten und Sagenforschers Friedrich Panzer. Hier erfuhr sie vielfache literarische und künstlerische Anregung, u. a. durch Franz Gf. Pocci, Friedrich v. Kobell, Wilhelm v. Kaulbach, Friedrich v. Thiersch. Sie vervollkommnete ihre Gesangsausbildung und trat nun gelegentlich bei Hauskonzerten oder Wohltätigkeitsveranstaltungen auf. Nach ihrer Heirat lebte sie in den Garnisonstädten Koblenz, Saarlouis, Mainz, Stettin, Strals- und und Trier. Ihr literarisches Debüt gab sie eher zufällig mit einem ursprünglich für ihre Kinder verfaßten Band „Märchen“, der 1858 (41876) anonym erschien. Der rasche Erfolg bewog sie zu weiteren Veröffentlichungen. Unter dem Mädchennahmen ihrer Mutter wurden ihre Erzählungen, Gedichte, Märchen und Novellen in populären Unterhaltungs- und Familienblättern wie „Gartenlaube“, „Schorers Familienblatt“, „Cornelia“, „Über Land und Meer“, „Westermanns Monatshefte“, und „Vom Fels zum Meer“ gedruckt, aber auch in literarischen Zeitschriften wie R. Prutz' „Deutschem Museum“ oder in den „Blättern für literarische Unterhaltung“ fand sie Beachtung. Die Zeitgenossen schätzten ihr Werk in seiner ungekünstelten Einfachheit und warmen Empfindung. Nach dem Tod ihres Mannes zog L. nach München, wo sie mit dem Münchener Dichterkreis um Paul Heyse, Hermann Lingg, Hermann Kurz u. a. in Berührung kam. Bis zu ihrem Tod war sie unermüdlich tätig, sammelte Märchen und Sagen, überarbeitete frühere Werke, gestaltete neue|Ausgaben, schuf Übersetzungen und Nachdichtungen aus dem Französischen, gab Anthologien heraus und verfaßte eine Fülle von Novellen, Gedichten, Erzählungen, Romanen, sowie Literarhistorisches. Die Aufnahme ihrer Werke in Zitatenschätze, Familienblätter und weitverbreitete Lyrikanthologien bezeugt die Popularität dieser Unterhaltungsschriftstellerin.

  • Werke

    Weitere W u. a. Märchen: Märchen aus Feld u. Wiese, 1860;
    Märchen aus aller Herren Länder, 1883;
    Neue Märchen u. Erzz., 1889. -
    Erzz. u. Novellen: Hist. Novellen, 1863;
    Frauen-Liebe u. Leben, 5 Bde., 1876;
    Kleine Geschichten, 1889;
    Dora Reval, Erz. f. junge Mädchen. -
    Romane: Eine Katastrophe u. ihre Folgen, 1862;
    Wally, 1871;
    Mutter u. Sohn, 2 Bde., 1882. -
    Gedichte: Herzensworte, 1888.

  • Literatur

    P. Sirano, Im Salon Amélie Godins, in: Über Land u. Meer 38, 1877, S. 918 f. (P);
    D. Theden, in: Die Gartenlaube 30, 1882, Nr. 10, S. 159-62 (P);
    S. Pataky, Lex. dt. Frauen d. Feder I, 1898 (W-Verz.);
    BJ IX (Tl. X);
    Brümmer;
    S. Wininger, Große jüd. Nat.-Biogr. IV, 1925 ff.;
    Kürschners Lit.Literatur-Kal.Kalender, Nekr. 1901-35;
    Kosch, Lit.-Lex.;
    E. Friedrichs, Die dt.sprach. Schriftstellerinnen d. 18. u. 19. Jh., 1981 (L).

  • Autor/in

    Eva Maria Brockhoff
  • Empfohlene Zitierweise

    Brockhoff, Eva Maria, "Linz, Amélie" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 638 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd115341080.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA