Lebensdaten
1889 – 1982
Geburtsort
Groß-Lichterfelde bei Berlin
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Apotheker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 137874286 | OGND | VIAF: 86045918
Namensvarianten
  • Linz, Armin
  • Linz, A.

Orte

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Zitierweise

Linz, Armin, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137874286.html [25.02.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Hermann Conrad Bernhard (1847–1904), Buchbindermeister;
    M Elisabeth Sell (1853–1939);
    1918 Gertrud Grau (1894–1971);
    1 T.

  • Biographie

    L. erhielt nach dem Abitur seine praktische Ausbildung in der Viktoria-Apotheke bei O. Schade in Berlin. Sein Lehrherr hielt ihn zu wissenschaftlichem Arbeiten an; 1911 erhielt L. den 1. Preis der Meurer-Stiftung des Dt. Apotheker-Vereins für die Lösung der Preisaufgabe über Veränderungen der Jodtinktur. 1912 legte er die pharmazeutische Vorprüfung ab und begann an der Berliner Univ. unter Hermann Thoms mit dem Pharmaziestudium. Im März 1915 bestand er das pharmazeutische Staatsexamen (Approbation Mai 1917) und setzte das Studium in den Fächern Chemie und Pharmakognosie fort. Im Jan. 1917 wurde er zum Heeresdienst einberufen, aber im Juni wieder entlassen, um in der Lichterfelder Adler-Apotheke tätig zu sein. Für seine Studie „Vergleichende Untersuchungen der zur Bestimmung des Glycyrrhizins in der Süßholzwurzel und im Succus Liquiritiae vorgeschlagenen Methoden“ (1916) erhielt er die goldene Medaille der Hagen-Buchholz-Stiftung. Das führte im Juli 1918 zu seiner Berufung als Hilfsarbeiter ins Kaiserl. Gesundheitsamt, wo er mit Vorarbeiten zum Deutschen Arzneibuch 6 beauftragt wurde. 1923 wurde er zum Regierungsrat und 1927 zum Oberregierungsrat und Mitglied des Reichsgesundheitsamtes (RGA) ernannt. Zu dieser Zeit war er mit der Bearbeitung der Angelegenheiten des Opiumgesetzes beschäftigt, dabei entwickelte er sich sehr schnell zum deutschen, international angesehenen Experten auf dem Gebiet des Betäubungsmittelwesens. Ferner befaßte er sich mit dem Entwurf eines neuen Arzneimittelgesetzes sowie der Weiterentwicklung der Arzneitaxe. Bei der Umorganisation des RGA 1934 wurde L. zum Leiter der Abt. G (Arzneimittel und Opium), 1943 zum Direktor ernannt. Kurz vor dem Zusammenbruch 1945 wurde die Reichsopiumstelle aus dem RGA ausgegliedert, in die Gesundheitsabteilung des Reichsministeriums des Innern verlagert und diese in den westdeutschen Raum verlegt. Bei Kriegsende wurde er von den US-Streitkräften interniert, 1946 kehrte er nach Berlin zurück. Er nahm seine Tätigkeit in der Opiumstelle (jetzt im Robert-Koch-Institut und Landesgesundheitsamt) wieder auf. Nach der Gründung des Bundesgesundheitsamtes (BGA) wurde er in diese Behörde versetzt (1953 Wissenschaftl. Rat u. Professor). Als Vertreter des Präsidenten des BGA war er seit 1952 stellvertretender Leiter der Arzneibuchkommission. 1954 wurde L. pensioniert.

  • Werke

    Weitere W Apotheke u. Opiumgesetz, in: Apotheker-Ztg. 44, 1929, S. 1547;
    Das neue Opiumgesetz, ebd. 45, 1930, S. 3, 49, 1934, S. 117;
    Erweiterung d. Opiumgesetzes u. Betäubungsmittelverschreibungsverordnung, in: Dt. Apotheker-Ztg. 56, 1941, S. 369;
    Von d. alten z. e. neuen Arzneibuch, ebd. 91, 1951, S. 391;
    Morphin u. s. Ersatzmittel, ebd. 92, 1952, S. 495;
    Teilbibliogr.: ebd. 104, 1959, S. 570;
    Die Durchführung d. dt. Opiumsgesetzgebung, Erfolge u. Aussichten, in: Pharmazeut. Ztg. 84, 1949, S. 84, 125;
    Apotheken- u. Arzneimittelwesen unter drei Reichsverfassungen, ebd. 85, 1949, S. 294;
    Betäubungsmittel u. Suchtbekämpfung in Dtld., ebd. 119, 1974, S. 1402;
    Arzneimittelgesetzentwurf i. d. Fassung v. 1933, in: Pharmazeut. Industrie 12, 1959, S. 57;
    Mehr Zurückhaltung, meine Herren Berichterstatter, Stoßseufzer u. Bitte e. Opiumstelle, in: Berliner Gesundheitsbl. 2, 1951, H. 2.

  • Literatur

    Dt. Apotheker-Ztg. 83, 1943, 89, 1949, 99, 1959, 104, 1964, 109, 1969, 114, 1974, 119, 1979;
    Pharmazeut. Ztg. 90, 1954, 104, 1959, 109, 1964, 114, 1969, S. 883; 119, 1974, 124, 1979, S. 1148.

  • Autor/in

    Manfred Stürzbecher
  • Zitierweise

    Stürzbecher, Manfred, "Linz, Armin" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 639 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137874286.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA