Lebensdaten
1794 bis 1854
Geburtsort
Eschenfelden
Beruf/Funktion
Architekt ; Sagenforscher
Konfession
evangelischer Vater
Normdaten
GND: 116023880 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Panzer, Friedrich
  • Panzer, Friederich

Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Panzer, Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116023880.html [15.09.2019].

CC0

  • Leben

    Panzer: Friedrich P., Architekt und Sagenforscher, 1794—1854. Als der Sohn eines evangelischen Pfarrers wurde P. in Eschenfelden im Amte Sulzbach in der bayrischen Oberpfalz am 22. October 1794 geboren. Nach vollendeten Gymnasialstudien widmete er sich der Baukunst und wurde zuerst 1818 als Ingenieur bei der K. Bau-Inspection in Speyer angestellt, dann aber rasch durch die verschiedenen Stufen der Baubeamten-Laufbahn in Würzburg, Bamberg und Nürnberg hindurch geführt und schließlich zum Oberbaurath im Ministerium in München ernannt, wo er am 16. November 1854 starb. So anerkannt seine Verdienste in dieser amtlichen Thätigkeit auch sind, so liegt seine allgemeine Bedeutung doch wesentlich auf dem Gebiete der deutschen und vornehmlich der bairischen Sagenforschung. Angeregt durch die Sammlungen und Arbeiten der Brüder Grimm und durch die Forschungen seines Freundes und Landsmannes A. Schmeller hatte er schon früh begonnen, die im Munde des bairischen Volkes lebenden Sagen, um die sich vor ihm kaum jemand gekümmert, zu sammeln, zu ordnen und zu erklären; seine zahlreichen Dienstreisen wurden für ihn gleichzeitig Forschungsreisen, die „Naturgeschichte des Volkes" zu ergründen."An Donau, Inn und Waldnaab" fand er vornehmlich „noch jungfräulichen Boden, unaufgelockerte Menschenart, noch unverbrauchte Leidenschaft, welche herbe und süß zugleich schmeckt gleich dem Dufte ihres unausgehauenen Waldes". Die ungewöhnlich umfassende classische Bildung, welche er besaß, befähigte ihn, die von ihm gefundenen Sagen bis in das Alterthum zurück zu verfolgen, den deutschen Mythus durch einen griechischen zu erklären, „an eine Sage aus dem Böhmerwalde eine Stelle aus Herodot oder Pausanias zu rücken". — Als Frucht dieser eifrigen Studien veröffentlichte er 1848 den ersten Band „Bayrische Sagen und Gebräuche“, die er als „Beitrag zur deutschen Mythologie“ bezeichnete und Jakob Grimm widmete; fast der ganze Band ist der Sage „von den drei Schwestern“ gewidmet, in denen er jene „itisi, nornir, fatae, parcae, μοῖραι u. s. w." nachwies, „welche der Aberglaube bisweilen jetzt noch als geisterhafte Wesen auf den berüchtigten Stätten erscheinen läßt, wo der Gottheit unnahbarer Tempel stand“. Der zweite Band der „Bayrischen Sagen und Gebräuche“, welcher die Sagen von den Heiligen, den Teufeln, Geistern u. drgl. enthält, auch umfangreiche Nachträge zum ersten Bande bietet, war im Drucke schon fast vollendet, als P. starb; die Herausgabe besorgte nach seinem Tode auf seinen Wunsch Ernst Ludwig Rochholz in Aarau 1855, die sehr umfassenden Register hat A. Elsperger hergestellt.

    • Literatur

      E. L. Rochholz in der Bevorwortung des 2. Bandes der Sagen. — Allgemeine Zeitung, Beilage zu Nr. 245, 1855.

  • Autor/in

    R. Hoche.
  • Empfohlene Zitierweise

    Hoche, Richard, "Panzer, Friedrich" in: Allgemeine Deutsche Biographie 25 (1887), S. 132 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116023880.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA