Lebensdaten
erwähnt 784, gestorben 804
Beruf/Funktion
Bischof von Trier
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 103115188 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Macarius
  • Richbod
  • Ricbod
  • mehr

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Zitierweise

Ricbod, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd103115188.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    Wohl aus d. Nahe- oder Wormsgau.

  • Leben

    R. ist zuerst als Mönch in Lorsch belegt, wo er zwischen 774 und 778 als Urkundenschreiber tätig war. Seit Febr. 784 Abt dieses Klosters, machte er sich besonders durch seine rege Bautätigkeit einen Namen: Er ließ nicht nur die Klostermauer, sondern auch mehrere andere steinerne Konventsgebäude errichten. Den Reliquienschrein des hl. Nazarius ließ er mit einer neuen Schranke aus Gold und Silber umgeben, der Altarraum der Klosterkirche wurde erhöht und mit marmornen Platten belegt.

    791/92 wurde R. Bischof von Trier; zu dieser Zeit ruhten die Metropolitanrechte Triers zugunsten von Metz, weshalb R. auch urkundlich nur als Bischof bezeugt ist. Farbe gewinnt seine Gestalt lediglich durch die Briefe Alkuins (um 730–804), mit dem er seit seinem Aufenthalt an der Hofschule in reger freundschaftlicher Verbindung stand. Alkuin gab R. den Beinamen Macarius, erbat sich von ihm Handschriften und Ornamenta ecclesiae, tadelte ihn aber auch wegen allzu intensiver Beschäftigung mit Vergil. Andererseits zählte er R. – zusammen mit Paulinus von Aquileja und Theodulf von Orléans – zu den „episcopi doctores et magistri“, denen er eine Widerlegung der adoptianistischen Lehre des Bf. Felix von Urgel zutraute.

    R.s Anteil am Zustandekommen der Annales Laureshamenses ist umstritten; es steht allerdings fest, daß er Einflüsse der Hofschule auch nach Trier vermittelte und während seiner Bischofszeit mit Lorsch verbunden blieb, wo sich nicht nur eine (inzwischen verlorene) „adunatio Rigbodoni episcopi“ zur Benediktregel im Bibliothekskatalog findet, sondern auch die berühmte Ada-Evangelienhandschrift für Trier hergestellt wurde. Weitere in Frage kommende Trierer Handschriften müssen jedoch in die Zeit nach R. datiert werden.

  • Quellen

    Qu Codex Laureshamensis, ed. K. Glöckner, 1929, bes. I, c. 12, S. 288 f; Alcuin, Epistolae, IV (Karolini aevi II), ed. E. Dümmler, 1895, S. 18-481, bes. epp. Nr. 13, 49, 78, 191; Carmina, Poet. lat. I, ed. E. Dümmler, 1881, S. 160-352, bes. Nr. 31 u. 87.

  • Literatur

    ADB 28;
    F. Pauly, Aus d. Gesch. d. Bistums Trier, Die Bischöfe bis z. Ende d. MA, 1969, S. 42 ff.;
    F. Knöpp, Richbod (Erz-)Bf. v. Trier 791(?)-804. in: Die Reichsabtei Lorsch, FS z. Gedenken an ihre Stiftung 764, 2 Bde., 1973, I, S. 247-51;
    E. Gierlich, Die Grabstätten d. rhein. Bischöfe vor 1200, 1990, bes. S. 57;
    H. H. Anton, Trier v. d. Spätantike bis zur ausgehenden Karolingerzeit, in: H. H. Anton u. A. Haverkamp (Hg.), Trier im MA, 1996, S. 1-118, bes. 69 ff., 95 f., 106;
    Lex. MA;
    BBKL.

  • Autor/in

    Stephanie Haarländer
  • Empfohlene Zitierweise

    Haarländer, Stephanie, "Ricbod" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 502 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd103115188.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Richbod, seit 784 Abt des Klosters Lorsch, wurde um 792 Erzbischof von Trier und damit zugleich Abt des Klosters Mettlach, am 1. October 804. Er war ein Schüler Alcuin's und gehört zu den Vertretern jener eigenthümlichen, auf antiker Grundlage beruhenden Bildung, welche die Regierung Karls des Großen zur Blüthe brachte. In den Briefen seines Lehrers kommt er unter dem gräcisirten Namen Makarius vor. Nur wenige Züge sind von ihm überliefert. Er soll ein einfacher, weiser, vor Gott und den Menschen beliebter, durch geistliche und weltliche Bildung ausgezeichneter Mann gewesen sein. Alcuin, zu dem er dauernd in einem sehr herzlichen Freundschaftsverhältniß stand, neckt ihn wegen seiner besonderen Vorliebe für den Virgit, dessen Aeneis er besser kenne als die Evangelien, hielt aber viel von seiner Gelehrsamkeit, wie von seiner Rechtgläubigkeit. Denn als 798 der Streit mit den Adoptianern von neuem zum Ausbruch kam, wünschte er bei Karl dem Großen, daß ein Exemplar einer Streitschrift des Bischofs Felix v. Ursel, des Hauptes jener Ketzerei, auch R. zugesandt würde, und daß dieser eine Widerlegung derselben abfasse. — Von seinem Wirken in den Abteien und im Erzstift ist wenig bekannt. In Lorsch hat er die Wohnungen der Mönche vom nördlichen in den südlichen Theil des Klosters verlegt und dasselbe mit Mauern umgeben. Ferner erbaute er einen Schlassaal für die Mönche und die dreischiffige Kirche; das Grabmal des heiligen Nazarius in der letzteren umgab er mit einem kunstvollen Gitter aus Gold und Silber und den Fußboden um den Altar ließ er mit verschiedenfarbigen Marmorplatten belegen. Er starb in Trier und wurde im Kloster Lorsch beerdigt.

    • Literatur

      Chronicon Laureshamense, Mon. Germ. hist. Ss. 21, 352.
      Epistolae Alcuini bei Jaffé, Bibliotheca rer. Germ. VI. —
      Goerz, Mittelrhein. Regesten Bd. I. —
      Clouet, Histoire ecclésiastique de la province de Trèves II, 411—413.

  • Autor/in

    P. Wagner.
  • Empfohlene Zitierweise

    Wagner, P., "Ricbod" in: Allgemeine Deutsche Biographie 28 (1889), S. 426 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd103115188.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA