Lebensdaten
1855 - 1922
Geburtsort
Sillian (Tirol)
Sterbeort
Innsbruck
Beruf/Funktion
Politiker ; Landeshauptmann von Tirol ; Landeshauptmann
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 1013959752 | OGND | VIAF: 181576153
Namensvarianten
  • Schraffl, Joseph Anton
  • Schraffl, Joseph
  • Schraffl, Joseph Anton
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Zitierweise

Schraffl, Joseph, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd1013959752.html [25.07.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Josef (* 1824), Bäckermeister, Gastwirt u. Krämer in S.;
    M Maria Walder (* 1830);
    1887 Maria Hibler (* 1854).

  • Leben

    S. führte nach dem Besuch der Volksschule und der Ausbildung zum Bäckermeister 1874-87 die väterlichen Geschäfte. 1884-1908 Bürgermeister von Sillian, wurde er 1897 auch in den Tiroler Landtag gewählt. 1898 war er Mitbegründer der Christlichsozialen Partei Tirols, 1901-18 saß er im Abgeordnetenhaus des Reichsrats. Als Politiker engagierte er sich zunächst vorwiegend für den Tiroler Bauernstand. 1904 gründete er in Sterzing den Tiroler Bauernbund, dessen erster Obmann er bis zu seinem Tod war. 1907 wurde S. bei der Bildung der christlichsozinlen Reichspartei einer der Stellvertreter Karl Luegers (1844–1910) und machte die Christlichsozialen gemeinsam mit Aemilian Schoepfer (1858–1936) und Johann Schorn (1845–1914) durch einen Sieg bei den Landtagswahlen 1908 zur bestimmenden politischen Kraft in Tirol. 1908-14 Mitglied der Landesregierung (Ressort Verkehr u. Straßenbau), setzte er mit der Einführung einer allgemeinen Kurie die Erweiterung des Tiroler Landtagswahlrechts auf ein allgemeines Männerwahlrecht durch (1914). 1914-18 war S. als Präsident des Landeskulturrats für das Tiroler Agrarwesen tätig; der Tiroler Bauernbund gab unter S.s Führung mit seinem Programm von 1919 seine sozialkritische Position weitgehend auf. 1914 wurde S. stellv. Landeshauptmann, 1917 Landeshauptmann, 1918 erster Obmann der aus dem von ihm geförderten Zusammenschluß von Christlichsozialen und Kath. Konservativen entstandenen Tiroler Volkspartei. 1918/19 war er Mitglied der Provisorischen und der Konstituierenden Nationalversammlung, nach den Landtagswahlen 1919 wurde er als Landeshauptmann bestätigt, 1918 war er Präsident des Tiroler Nationalrats. In diesen Funktionen setzte sich S. vergeblich für eine neutrale Republik Tirol ein. Einer der letzten Höhepunkte seiner Amtszeit war die von S. unterstützte Tiroler Volksabstimmung 1921 über den Anschluß an das Dt. Reich. 1921 lehnte er eine erneute Kandidatur zum Landeshauptmann ab, übte jedoch sein Bundesratsmandat, das er seit 1920 innehatte, bis zuletzt aus.

  • Auszeichnungen

    Franz Joseph-Orden (1913).

  • Werke

    Budgetrede d. Landesausschußmitgl. J. S., gehalten im Tiroler LT am 11. Nov. 1910, 1910;
    Progr. d. Tiroler Bauernbundes, 1919;
    Btrr. u. a. in: Jb. d. kath. Tiroler Bauernbundes, 1907 ff.;
    Hg.:
    Jb. d. kath. Tiroler Bauernbundes, 1911 ff.

  • Literatur

    B. Erhard, Bauernstand u. Pol., 1981;
    R. Schober, Gesch. d. Tiroler LT im 19. u. 20. Jh., 1984, bes. S. 533 ff. (P);
    F. Haider, 25 J. Tiroler Bauernbund 1904–29, 1989;
    R. Schober, Th. Frhr. v. Kathrein, 1992;
    Biogr. Hdb. d. österr. Parlamentarier 1918–93, 1993;
    75 J. Tiroler Bauernbund, o. J., bes. S. 194 f. (P); ÖBL (L);|

  • Quellen

    Qu Parl.archiv, Wien.

  • Autor/in

    Richard Schober
  • Empfohlene Zitierweise

    Schober, Richard, "Schraffl, Joseph" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 513 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd1013959752.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA