Lebensdaten
1878 bis 1956
Geburtsort
Krefeld
Sterbeort
Hamburg
Beruf/Funktion
Schauspieler ; Sänger ; Kabarettist ; Kabarettleiter
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 116837403 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schneider, Paul (eigentlich)
  • Schneider-Duncker, Paul
  • Schneider, Paul (eigentlich)
  • mehr

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Zitierweise

Schneider-Duncker, Paul, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116837403.html [17.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V N. N.;
    M N. N.

  • Leben

    Aufgewachsen in Berlin, debütierte S. hier 1900 im „Berliner Theater“, und spielte dann an einigen Provinztheatern, darunter in St. Gallen und Breslau. Zurück in Berlin, gründete er 1904 zusammen mit dem Komponisten Rudolf Nelson (1878–1960) das Kabarett „Roland von Berlin“ in der Potsdamer Straße. In diesem ersten mondänen Großstadt-Kabarett Deutschlands wurde S. als Conferencier und Sänger der Nelson-Chansons rasch populär. Viele dieser von ihm erstmals gesungenen Lieder, darunter das „Ladenmädel“, „Cake-Walk“, „Miss Floh“, „Der schicke Chevreau-Schuh“, „Das Bettelprinzesschen“, wurden zu Schlagern der Saison. Als sich Nelson 1907 von ihm trennte, führte S. den „Roland“ allein weiter und war weiterhin sehr erfolgreich, nachdem er Claire Waldoff (1884–1957) und Walter Kollo (1878–1940) für sein Kabarett entdeckt hatte. Auch als Interpret der Chansons und Schlager-Couplets, die nun Kollo für ihn schrieb (Die Flundern, Der kleine Finkenhahn, Immer an der Wand lang, Det Scheenste sind die Beenekens) gehörte er zu den Show-Größen der wilhelminischen Ära.

    1915 eröffnete S. am Berliner Kurfürstendamm sein Kabarett „Bonbonniere“, das bis 1924 bestand, daneben betrieb er in München, Basel und Zürich gleichnamige Kleinkunstbühnen und unternahm Gastspielreisen durch Deutschland und die Schweiz. Mitte der 20er Jahre ließ er sein erstes Kabarett als „Roland von Berlin – Künstlerbühne Admiralspalast“ neu aufleben, dem er 1926 die „Rakete“ als „Roland des Westens“ angliederte. Daneben hatte er Auftritte als Conferencier und Chansonier in Berliner und anderen Kabaretts, wirkte schon früh an Rundfunksendungen mit und nahm eine Reihe von Schallplatten auf. 1934 übernahm er die Berliner „Künstlerspiele Uhlandeck“. Während des 2. Weltkriegs war S. für die Truppenbetreuung tätig, später gelangte er in die Schweiz. 1945 kehrte er nach Deutschland zurück und ließ sich in Hamburg nieder, wo er für das Nachkriegs-Kabarett „Bonbonniere“ Texte schrieb und auch gelegentlich dort auftrat.

    S. war der Prototyp des eleganten, dandyhaften Alleinunterhalters, der nach dem Ende der Überbrettl das weltstädtische Flair des frühen Berliner Kabaretts repräsentierte. Kritiker lobten damals diese Mischung aus literarischem und vornehmlich musikalisch geprägtem Unterhaltungs-Kabarett, das großen Zuspruch bei den Spitzen der Gesellschaft fand, als „stilvolles Milieu raffinierter Großstadtmenschen“ (Bühne u. Welt, Nr. 2, 1905). Verdienste hat sich S. als Entdecker von Nachwuchstalenten erworben, so verhalf er neben Claire Waldoff und Walter Kollo auch Iska Geri (1914–2002) und Ursula Herking (1912–74) zu ersten Kabarettauftritten.

  • Werke

    Filmrollen (Auswahl): Der unmögl. Herr Pitt, 1938 (Regie: H. Piel);
    Die hundert Mark sind weg, 1939 (Regie: J. v. Alten);
    Premiere d. Butterfly, 1939 (Regie: C. Gallone).

  • Literatur

    R. Hösch, Kabarett von gestern, I, 1900-1933, 1967 (P);
    V. Kühn, Das Kabarett d. frühen J., 1984;
    P. Jelavich, Berlin cabaret, 1993;
    Metzler Kabarett Lex. (fehlerhaft).

  • Autor/in

    Volker Kühn
  • Empfohlene Zitierweise

    Kühn, Volker, "Schneider-Duncker, Paul" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 309 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116837403.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA