Lebensdaten
1808 bis 1904
Geburtsort
Charlottenburg bei Berlin
Sterbeort
Santiago (Chile)
Beruf/Funktion
Montangeologe ; Botaniker
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 116174536 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Philippi, Rudolfo
  • Philippi, Rudolfo Amandus
  • Philippi, Rudolf Amandus
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Zitierweise

Philippi, Rudolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116174536.html [22.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Eberhard (1761–1836), Geh. Rechnungsrevisor u. Rechnungsrat b. d. kgl. Oberrechnungskammer in Potsdam, S e. Schneiders;
    M Marie Anna (1773–1833), T d. Kammerregistrators N. N. Krumwiede in Hannover;
    B Bernhard (s. 2);
    1836 Karoline Krumwiede (Cousine);
    10 K (5 früh †);
    E Elise ( Prof. Dr. Aurelian Oyarzún);
    Ur-E Julio, chilen. Min.

  • Leben

    1818-22 wurde P. zusammen mit seinem jüngerem Bruder Bernhard in Pestalozzis Erziehungsanstalt im schweizerischen Yverdon (Ifferten) unterrichtet. Schon hier interessierte er sich für Fauna und Flora und unternahm Exkursionen. Nach dem Abitur am Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin 1826 studierte P. bis 1830 Medizin in Berlin und hörte dabei auch Vorlesungen Alexander v. Humboldts. 1830 wurde er mit einer Arbeit über die Orthoptera (Geradflügler) zum Dr. med. promoviert. Wegen einer Lungenkrankheit ging P. nach Italien und forschte als Botaniker vor allem auf Sizilien, wobei er in Unteritalien oft mit den Geologen Friedrich Hoffmann (1797–1836) und Arnold Escher v. der Linth (1807–72) reiste. 1833 wieder in Berlin, legte er die med. Staatsprüfung ab. 1835 wurde er Lehrer der Naturwissenschaften am Polytechnikum in Kassel. Aufgrund seines Gesundheitszustandes verbrachte er die Jahre 1837-40 mit Hilfe eines kurhess. Stipendiums in Neapel. Als P. sich 1848 der liberalen Partei in Kurhessen angeschlossen und mehrfach Volksversammlungen geleitet hatte, fiel er beim Kurfürsten in Ungnade. P. floh zunächst auf braunschweigisches Territorium und folgte dann mit seiner Familie Bernhard nach Chile. Nachdem dieser beim Aufbau einer Kolonie von Indianern getötet worden war, ging großer Landbesitz im Süden an P. über. 1853 übernahm er eine Professur für Zoologie und Botanik an der Univ. Santiago und wurde Direktor des Museo Nacional, dessen Sammlungen er stark erweiterte. Im Auftrag der chilen. Regierung unternahm P. vom Dez. 1853 bis Febr. 1854 eine Expedition in die noch wenig bekannte Wüste Atacama und durchforschte auf weiteren Reisen Chile bis nach der Insel Chiloë und zum Juan Fernandez-Archipel, wobei er möglichst viele neue Arten festzustellen und zu benennen suchte. P. wurde vorgeworfen, zu viele taxonomische Einheiten aufgestellt zu haben; allerdings konnte er oft nicht überprüfen, ob von ihm aufgestellte Arten bereits bekannt waren, da dazu ein Vergleich mit europ. Sammlungen nötig gewesen wäre. In Chile genoß P. höchste Anerkennung, seine Beisetzung erfolgte auf Staatskosten unter Teilnahme von etwa 30 000 Menschen.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Ak. d. Wiss. Neapel u. Turin; Preuß. Kronenorden; ital. Kronenorden; span. Orden v. Isabel la Cátolica.

  • Werke

    u. a. Ueber d. Flora Siciliens im Vergleich zu d. Floren anderer Länder, in: Archiv f. Naturgesch. 2, 1836, S. 337 ff.;
    Reise durch d. Wüste Atacama, 1860;
    Veränderungen, welche d. Mensch in d. Flora Chiles bewirkt, in: Petermanns Geograph. Mitt. 10, 1886, S. 294-307, 11, 1887, S. 326-31;
    Die tertiären u. quartären Versteinerungen Chiles, 1887;
    Botan. Exkursionen in d. Araukaner-Land, 1890.

  • Literatur

    B. Gotschlich, Biografia del Dr. Rudolfo Amando P., 1904 (P);
    C. Ochsenius. in: Leopoldina 42, 1906, S. 16-20, 53-56, 59-66 (W-Verz.);
    K. Reiche, in: Berr. d. Dt. Botan. Ges. 22, 1904, S. (68) -(83) (botan. W-Verz.);
    G. Wunder, Die Brüder Bernhard Eunom P. u. R. A. P. in Chile, in: ders., Lebensläufe, Bauer, Bürger, Edelmann, II, 1988, S. 359-73 (P);
    Pogg. II-III, VI a, Suppl.

  • Autor/in

    Gottfried Zirnstein
  • Empfohlene Zitierweise

    Zirnstein, Gottfried, "Philippi, Rudolf" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 391-392 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116174536.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA