Lebensdaten
um 1218 bis 1248
Sterbeort
Burg Niesten (Oberfranken)
Beruf/Funktion
Pfalzgraf von Burgund ; Herzog von Meranien ; Graf von Andechs-Meranien
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 11883939X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Otto II.
  • Otto VIII.
  • Otto der Jüngere (in der ADB)
  • mehr

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Zitierweise

Otto III., Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11883939X.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus d. Geschl. d. Grafen v. Andechs (s. NDB I);
    V Otto II., Pfalzgf. v. Burgund u. Hzg. v. Meranien ( 1234, s. NDB 19);
    M Beatrix, T d. Pfalzgf. Otto I. v. Burgund ( 1200, s. NDB 19);
    Schw Agnes ( 1262/63 oder 1269, 1] Hzg. Friedrich II. v. Österreich, 1246, s. NDB V, 2] Hzg. Ulrich III. v. Kärnten), Beatrix ( nach 1265, Gf. Hermann IV v. Orlamünde), Margarethe ( nach 1261, 1) Mgf. Přemysl v. Mähren, 2] Gf. Friedrich v. Truhendingen), Adelheid ( 1279, 1] Gf. Hugo v.|Burgund, 2] Gf. Philipp I. v. Savoyen), Elisabeth ( 1272, Burggf. Friedrich III. v. Nürnberg, 1297, s. NDB V);
    Elisabeth ( 1256, 2] Gebhard v. Hirschberg, 1275), T d. Gf. Albert III. v. Tirol (um 1180–1253, s. NDB I); Schwägerin Adelheid v. Tirol ( 1275, Meinhard I., Gf. v. Görz, 1258, s. NDB 16); kinderlos.

  • Leben

    Nach dem frühen Tod seines Vaters stand der noch nicht volljährige O. bis 1236 unter der Vormundschaft seines Onkels, des Bischofs Ekbert von Bamberg, und des Grafen Albert III. von Tirol, mit dessen Tochter Elisabeth er verlobt war. Danach mußte er große Mühen aufwenden, um seine Positionen in Bayern und Burgund zu behaupten, was ihm auch nur teilweise gelang. Noch während seiner Minderjährigkeit war die Tegernseer Klostervogtei verloren gegangen; in der seit 1227 an den Grafen der Champagne verpfändeten Pfalzgrafschaft Burgund konnte er sich nach dem Ablauf der Verpfändung nur durch eine erneute Verpfändung an Hzg. Hugo VI. von Burgund halten. Seit 1238 war er auf stauf. Seite in den Kampf gegen die wittelsbach. Herzöge, die eine Möglichkeit zur Revision ihres Rückzugs aus den bayer. Besitzungen der Andechser 1228 sahen, verwickelt. In seinen politischen Aktivitäten konzentrierte er sich jedoch mehr auf seine fränk. und die im Inntal liegenden Besitzungen (Erhebung von Innsbruck zur Stadt 1239). Letztere übergab er mit allen Rechten in die Verwaltung seines Schwiegervaters Albert III. von Tirol, um sie so dem Zugriff des bayer. Herzogs zu entziehen. In seinen oberbayer. Besitzungen Andechs und Wolfratshausen konnte er sich trotz wiederholter Erfolge auf Dauer nicht halten; spätestens 1246 waren sie verloren und wurden endgültig der Landesherrschaft der wittelsbach. Herzöge eingegliedert. Der stetige Niedergang des Hauses Andechs in seiner Zeit zeigt sich auch in den Heiratsverbindungen seiner fünf Schwestern; während seine Tanten noch Königinnen von Frankreich und Ungarn geworden waren, heirateten seine Schwestern in herzogliche und gräfliche Häuser ein.

    O. hielt sich schon seit 1242 nur noch in Franken auf. Offensichtlich um seine fränk. Besitzungen, die großenteils vom Bischof von Bamberg zu Lehen gingen, zu retten, schlug er sich 1246, als sich die Fürstbischöfe von Mainz, Würzburg und Bamberg der päpstl. Partei anschlossen, ebenfalls auf deren Seite, was 1247 zu seiner Ächtung durch Friedrich II. führte. Unmittelbare Folge war der Verlust der burgund. Pfalzgrafschaft und seiner letzten Besitzungen in Bayern am unteren Inn. Nach seinem kinderlosen Tod 1248, mit dem die Grafen von Andechs und (seit 1180) Herzöge von Meranien ausstarben, zerstreute sich das umfangreiche Erbe der Familie unter die Nachkommen seiner Schwestern. Zu den Nutznießern des Aussterbens der Andechser gehörten neben den Herzögen von Bayern, die mit der Einziehung der ober- und niederbayer. Besitzungen der Andechser ihr Territorium abrunden konnten, vor allem die Grafen von Chalon, die Grafen von Tirol, die Truhendinger und die Burggrafen von Nürnberg, für die das Erbe der Andechser die Grundlage für ihren Aufstieg zur Territorialherrschaft wurde.

  • Literatur

    E. v. Oefele, Gesch. d. Grafen v. Andechs, 1877;
    F. Tyroller, Geneal. d. altbayer. Adels im HochMA, 1964, Tafel 14;
    L. Holzfurtner, Die Gfsch. d. Andechser, Comitatus u. Gfsch. in Bayern 1000-1180, 1994;
    A. Schütz, Das Geschl. d. Andechs-Meranier im europ. HochMA, in: Herzöge u. Heilige, Ausst.kat. München 1993, S. 96-99;
    J. Mötsch, Das Ende d. Andechs-Meranier – Streit ums Erbe, in: Die Andechs-Meranier in Franken, Europ. Fürstentum im HochMA, Ausst.kat. Bamberg 1998, S. 129-41;
    Lex. MA.

  • Autor/in

    Ludwig Holzfurtner
  • Empfohlene Zitierweise

    Holzfurtner, Ludwig, "Otto III." in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 683 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11883939X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA