Lebensdaten
1889 bis 1977
Geburtsort
Rottenburg/Neckar
Sterbeort
Tutzing (Oberbayern)
Beruf/Funktion
General ; Diplomat
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 124745792 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Ott, Eugen

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Zitierweise

Ott, Eugen, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd124745792.html [23.04.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Christian Jacob, Oberreg.rat, Amtsanwalt;
    M Stefanie Baur;
    1921 Helma Bodewig;
    1 S ( 1944), 1 T.

  • Leben

    Nach dem Abitur in Stuttgart trat O. mit 18 Jahren als Fahnenjunker in das württ. Feldartillerieregiment 65 ein; nach 31 Dienstjahren schied er am 24.4.1938 im Rang eines Generalmajors aus dem aktiven Wehrdienst aus. Bereits im 1. Weltkrieg wurde er 1917 als Hauptmann vom Truppendienst in den Generalstab übernommen, in dessen Nachfolgeorganisation er mit Unterbrechungen bis zum 31.5.1933 verblieb. O. war, wie sein Vorgesetzter im Reichswehrministerium seit dem 1.10.1923 General Kurt v. Schleicher (1883–1934), ein politischer Soldat; seine militärische Karriere blieb aufs engste mit der des späteren Reichswehrministers und letzten Reichskanzlers der Weimarer Republik verbunden. Als Verantwortlicher für den Bereich Wehrpolitik war er auch für die nationalen Wehrverbände – wie Stahlhelm und SA – zuständig. Offensichtlich teilte er schon|frühzeitig die Vorstellungen Schleichers, die „wertvollen nationalen Elemente“ im Rahmen einer „Querfront“ (von der SA bis zu den Gewerkschaften) an den Staat zu binden. O. war am Sturz des Reichswehrministers Wilhelm Groener (13.5.1932) und an dem folgenden Machtanstieg Schleichers indirekt beteiligt. In dessen Auftrag verhandelte er am 1.12.1932 mit Hitler über eine Regierungsbeteiligung der NSDAP und entwarf als Planspiel das Szenario eines Bürgerkriegs (in dem die Nationalsozialisten mit den Kommunisten zusammengingen), dem die Reichswehr nicht gewachsen sei. Am 27./28.1.1933 erwog er Staatsstreichpläne, um Schleicher im Amt zu halten.

    Da mit der nationalsozialistischen Regierungsübernahme O.s Stellung in Berlin unhaltbar wurde, wurde er vom 1.6.1933 für sechs Monate dem japan. Heer als Beobachter attachiert. Dieser Auslandsaufenthalt war offensichtlich Voraussetzung für seine Ernennung zum Militärattaché, die nach verkürzter Ausbildung am 1.2.1934 für den Posten in Tokio unterzeichnet wurde. Während des Röhm-Putsches (30.6.1934), dem Schleicher zum Opfer fiel, hielt sich O., dessen Name angeblich auf der Mordliste stand, bereits in Japan auf. Da die japan. Armee über ihren Attaché in Berlin, Hiroshi Oshima, auf eine Allianz mit dem wiedererstarkenden Reich drängte, wurde O. bei den Verhandlungen, die im Antikominternpakt endeten (25.11.1936), weitgehend übergangen. Es gelang ihm während seiner gesamten Tätigkeit in Japan nicht, in den engsten Kreis der regierenden Oligarchie vorzudringen. Außenminister Joachim v. Ribbentrop betrieb im Zuge seiner aktiven Japanpolitik die Ernennung O.s zum Botschafter (18.3.1938) nur mit dem Ziel, eine ähnliche Aufwertung seines Gesprächspartners Oshima in Berlin zu erlangen, was acht Monate später auch geschah. O. blieb daher an den Vorverhandlungen zu einem Militärbündnis (Dreimächtepakt vom 27.9.1940) unbeteiligt. Obwohl Mitglied der NSDAP, beschränkte er sich auf eine korrekte Berichterstattung, die mit fortschreitender Kriegsdauer in Widerspruch zu den Erwartungen Ribbentrops geriet. Daher wurde er am 23.11.1942 unter dem Vorwand, die „Affäre Sorge“ habe seine Position als Botschafter untergraben, abberufen (der Agent Richard Sorge hatte Moskau den Termin des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion verraten). O. lebte bis zum Kriegsende als Privatmann in Peking; seinen mehrfachen Bitten um militärische Reaktivierung wurde nicht entsprochen. Danach wohnte er, am 1.11.1951 in den dauernden Ruhestand versetzt, zurückgezogen in Tutzing.

  • Werke

    Ein Bild d. Gen. Kurt v. Schleicher, in. Pol. Studien 10, 1959, S. 360-71.

  • Literatur

    B. Martin, Dtld. u. Japan im Zweiten Weltkrieg, 1969;
    H.-J. Krug, in: H. Schwalbe u. H. Seemann (Hg.), Dt. Botschafter in Japan 1860-1973, 1973 (P). – Teilnachlaß u. Befragungsprotokolle: Inst. f. Zeitgesch., München.

  • Autor/in

    Bernd Martin
  • Empfohlene Zitierweise

    Martin, Bernd, "Ott, Eugen" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 649-650 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd124745792.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA