Lebensdaten
1867 bis 1936
Geburtsort
Düren (Rheinland)
Sterbeort
Reading (Pennsylvania, USA)
Beruf/Funktion
Industrieller ; Mäzen
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 124748279 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Oberlaender, Gustav

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Zitierweise

Oberlaender, Gustav, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd124748279.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Eltern unbek. ( beide wohl vor 1876);
    1895 Alice Penny, T e. Methodistenpfarrers;
    T Alice ( 1990 (?), Harold M. Leinbach, 1966 od. 1988).

  • Leben

    O., der mit neun Jahren Vollwaise war, besuchte das Gymnasium in Düsseldorf. 1887/88 wanderte er mit 30 Dollar in der Tasche in die USA aus. Über seinen beruflichen Werdegang ist wenig bekannt. Jedenfalls machte er in der Textilbranche Karriere: 1906 wurde er Partner der von Ferdinand Thun und Henry K. Janssen begründeten Berkshire Knitting Mills in Reading, einer der weltweit größten Strumpffabriken. Sein Vermögen gestattete es ihm, nachdem er sich 1926 aus dem Berufsleben zurückgezogen hatte, seinen Interessen nachzugehen und wissenschaftliche Vorhaben zu unterstützen. In den USA gründete O. die „Gustav Oberlaender Foundation for Education and Charity“ und brachte eine weitere, mit 1 Mio. Dollar dotierte Stiftung (Oberlaender Trust) in die „Carl Schurz Memorial Foundation“ ein, um den deutschamerik. Austausch von Wissenschaftlern, Wirtschaftsfachleuten und Studenten zu unterstützen. Zusammen mit seinen ehem. Geschäftspartnern stiftete er den Bau des „Reading Public Museum“ (1929). Regelmäßig besuchte O. Deutschland sowie Länder des Mittelmeerraums. Nachdem Wilhelm Dörpfeld (1853–1940) sein Interesse auf die Archäologie gelenkt hatte, einigte sich O. 1926 mit Gerhart Rodenwaldt (1886–1945), die 1863 begonnenen, immer wieder (zuletzt seit 1916) unterbrochenen Ausgrabungen im Kerameikos, einem Friedhofsbezirk in Athen, wieder aufzunehmen. Dies geschah im Januar 1927 durch Alfred Brückner (1861–1936) und Hubert Knackfuß (1866–1948), die bereits 1913-16 die Ausgrabungen geleitet hatten, 1930-40 vor allem durch Karl Kübler. In den „Athenischen Mitteilungen“ (51-59, 1926-34) und im „Archäologischen Anzeiger“ (1930-40) wurde über die Ausgrabungen berichtet. O. finanzierte nicht nur diese Ausgrabungen, sondern auch den Bau des Kerameikos-Museums (1936–38), das die Funde seither birgt (Neueinrichtung in den 50er Jahren durch Dieter Ohly), sowie seit 1929 die deutschen Ausgrabungen in Pergamon und Olympia sowie die amerik. in Minturno. Er ließ bei Bad Nauheim, wo er häufig zur Kur weilte, einen Limesturm rekonstruieren, unterstützte Ankäufe der Berliner Museen, ermöglichte in Chicago eine Ausstellung über deutsche Malerei (German Paintings and Drawings from the 15th-20th Century, The Art Institute, Chicago 1936/37) und sorgte für die Finanzierung der Ausgrabungen in Athen durch den Oberlaender Trust über seinen Tod hinaus.|

  • Auszeichnungen

    Ehrenmitgl. d. Dt. Archäolog. Inst. (1928); Goldene Leibniz-Medaille d. Preuß. Ak. d. Wiss. (1931); Goethe-Medaille (1932); Dr. phil. h. c. (Heidelberg 1932).

  • Literatur

    W. Judeich, Topogr. v. Athen, 21931, S. 124 ff., 400 ff.;
    M. Wegner, in: FF 13, Nr. 3 v. 20.1.1937, S. 40;
    G. Rodenwaldt, in: Gnomon 13, 1937, S. 111 f.;
    K. Kübler, Kerameikos, Ergebnisse d. Ausgrabungen, 2 Bde., 1939 f. (Bd. 1 ist O. gewidmet);
    G. Karo, An Attic Cemetery, Excavations in the Kerameikos at Athens under G. O. and the Oberlaender Trust, 1943, S. 1-4 (P);
    H. Gramm, The Oberlaender Trust 1931-1953, 1953;
    U. Jantzen, 100 J. Athener Inst. 1874-1974, 1986, S. 43;
    U. Knigge, Der Kerameikos v. Athen, 1988, S. 167;
    Kürschner, Gel.-Kal. 1950, Tl.;
    Who was who in America I, 1968. – Mitt. v. Klaus Fittschen u. Frieder v. Ammon.

  • Autor/in

    Franz Menges
  • Empfohlene Zitierweise

    Menges, Franz, "Oberlaender, Gustav" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 392 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd124748279.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA