Lebensdaten
1907 bis 1995
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Offenbach/Main
Beruf/Funktion
Buchillustrator
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118735810 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Oberländer, Gerhard

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Zitierweise

Oberländer, Gerhard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118735810.html [26.02.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Fritz (1880–1955), Schulrektor e. Gemeindeschule in B., S d. Hermann (1845–1918), Tischlermstr., Holzbildhauer in Prenzlau (Uckermark), u. d. Friedericke Buße;
    M Auguste (1880–1964), T d. Albert Schröder (1845–1936), Schmiedemstr. in Hanseberg (Neumark), u. d. Auguste Hartmann; ledig.

  • Leben

    Nach Beendigung der Schulzeit in Berlin besuchte O. 1927 die Reimann-Schule und volontierte anschließend im Kaufhaus Wertheim als Dekorateur. Sieben Jahre arbeitete er als Werbegraphiker bei der Kaffeefirma Hinze und Küster. 1937-39 studierte er an der Berliner Akademie bei Ernst Böhm und dem Glasmaler Paul Plontke Malerei. Nach dem Militärdienst im 2. Weltkrieg lebte er seit 1945 als Kirchenmaler und freier Graphiker in Würzburg. Erst 1952 fand er zu seiner eigentlichen Berufung als Buchillustrator: Sein für Kinder von Freunden entstandenes Bilderbuch „Pingo und Pinga“ wurde 1953 von der Büchergilde Gutenberg in Frankfurt gedruckt. Nachhaltig gefördert durch den Verlagsleiter Helmut Dressler (1910–75), arbeitete O. seither in Frankfurt vor allem für die „Büchergilde“ und für den Ellermann Verlag in München, wo er seit 1961 lebte. Bis in die 70er Jahre entstanden 16 Bilderbücher, Hunderte von Illustrationen zu Werken der Weltliteratur (Stevenson, Defoe, Grimm, Grimmelshausen, Andersen, Bürger, Cervantes), zu Schul- und Kochbüchern, für Schutzumschläge und Einbände. Mit seinen Zeichnungen, die – fern von direkter Abschilderung – Gespinste spritziger und quirliger Linien (Feder oder Kugelschreiber) nur sparsam mit Farbe akzentuierten, schuf O. einen neuen Stil des Kinder- und Jugendbuchs nach 1945. Seine Werke erreichten außergewöhnlich hohe Auflagen, erschienen auch in fremdsprachigen Ausgaben und wurden vielfach ausgezeichnet. 1987 übersiedelte O. von München nach Offenbach; im dortigen Klingspor-Museum wird auch sein umfangreicher künstlerischer Nachlaß verwahrt.|

  • Auszeichnungen

    Premio grafico (Bologna 1968);
    Silbermedaille „Schönste Bücher aus aller Welt“ (Leipzig 1970).

  • Werke

    u. a. Zwölf Texturen, mit VauO Stomps, 1952;
    Pienchen mit hartem ‘P’, 1954;
    R. L. Stevenson, Die Schatzinsel, 1955, 21968;
    Krählinde, die Aufgeplusterte u. andere Kreaturen, 1956;
    D. Defoe, Leben u. Abenteuer d. Robinson Crusoe, 1956;
    Das Märchen v. d. drei Apfelbäumen, 1958;
    Brüder Grimm, Kinder- u. Hausmärchen, 3 Bde., 1958, 31961 (engl., malay., siames. 1965, japan. 1976);
    G. Willinsky, Kochbuch d. Büchergilde, 1958, 41961;
    Joba u. d. Wildschwein, 1960;
    J. Ch. v. Grimmelshausen, Der|abenteuerl. Simplicius Simplicissimus, 1961;
    Pingo u. Pinga bauen e. Haus, 1962 (übers. in zehn Sprachen);
    H. Ch. Andersen, Märchen u. Historien, 4 Bde., 1964 (japan. 1980);
    G. A. Bürger, Münchhausen, 1964;
    Lesebuch f. Volksschulen, 4 Bde., 1964;
    Brüder Grimm, Die Bremer Stadtmusikanten, 1965 (japan. 1982);
    A. Kopisch, Die Heinzelmännchen, 1967 (japan. 1982);
    M. de Cervantes, Der sinnreiche Junker Don Quijote v. d. Mancha, 2 Bde., 1969;
    Die Welt d. Bienen, 1972 (niederländ. 1978);
    Aesop, Fabeln, 1982 (japan. 1982);
    Blätter, Zwölf Bleistiftzeichnungen v. G. O., mit e. Gedicht v. W. Bächler, 1985;
    Nix bleibt wie's ist, Zukunftsgeschichten, ges. v. K. Doderer, 1991.

  • Literatur

    R. Netzer, Ill. z. Grimms Märchen v. G. O., in: Gebrauchsgraphik 31, 1960, H. 12, S. 18-23;
    H. A. Halbey (Hg.), G. O., Zeichnungen, Ill., 1963 (W-Verz.);
    G. O. z. 70. Geb.tag, hg. v. Verlag H. Ellermann, 1977 (W-Verz.);
    A. Verweyen, in: Ill. 63, 24, 1987, H. 2, S. 43-46 (W-Verz.);
    E. Staadt, Der Buchillustrator G. O., Diss. Mainz 1992 (W-Verz.);
    U. Faure, Bewegung f. d. Phantasie d. Betrachters, in: Börsenbl. f. d. Dt. Buchhandel, Nr. 43, v. 29.5.1996, S. A208-10;
    Doderer;
    Vollmer. – Ausst. kat.: G. O., Bücher u. Ill. v. 1952 bis 1982, Klingspor-Mus. Offenbach 1982 (W-Verz.);
    G. O., Kinderbücher d. fünfziger Jahre, Zum 80. Geb.tag, Stadtmus. München 1987 (W-Verz., Verz. d. Ausst., P);
    G. O. – eine Retrospektive, Klingspor-Mus. Offenbach 1996;
    LGB2.

  • Autor/in

    Dorothea Peters
  • Empfohlene Zitierweise

    Peters, Dorothea, "Oberländer, Gerhard" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 391 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118735810.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA