Lebensdaten
1610 bis 1683
Geburtsort
Schloß Kunzendorf (Oberlausitz)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Oberstkanzler von Böhmen
Konfession
evangelisch,katholisch
Normdaten
GND: 124388809 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Nostitz-Rieneck, Johann Hartwig Graf
  • Nostiz, Ioannes Hartwigius de
  • Nostiz, Joannes Hartwigius de
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Zitierweise

Nostitz-Rieneck, Johann Hartwig Graf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd124388809.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johann (Hans) v. N. (1562-1619), auf Seifersdorf, Landeshptm. v. Wohlau, S d. Abraham ( 1592), auf Tzschocha (Oberlausitz);
    M Sophia ( 1656), T d. Hieronymus v. Nostitz (1523–87, s. Gen. 1), auf Nieder-Neuendorf (Oberlausitz), u. d. Katharina v. Temritz;
    B Otto Hans (1608–64, 1631 böhm. Frhr.), auf Seifersdorf u. Rokitnitz, Oberamtskanzler f. Schlesien, Landeshptm. v. Schweidnitz u. Jauer;
    1) Maria Katharina ( 1658), T d. Florian Dietrich Gf. Zdiarsky v. Zdiar (auch: v. Saar) (1598–1653), Hofmarschall, u. d. Elisabeth Corunna Gfn. Martinicz ( 1649), 2) Eleonora Maria ( 1681, 1] Heinrich Wolf Gf. Berka v. Dub, 1650, auf Lipa), T d. Wilhelm Frhr. Popel v. Lobkowitz ( 1674), auf Bilin, u. d. Benigna Freiin v. Lobkowitz auf Dux;
    5 K aus 1) (früh †), 2 S aus 2) Anton Johann (1659–1736, Maria Theresia, T d. Gf. Herberstein), Oberstlandmarschall v. Böhmen, Wenzel Desiderius ( 1700, Maria Elisabeth,|1670-1748, T d. Wenzel Norbert Gf. Kinsky, 1642–1719).

  • Leben

    Nach dem frühen Tod seines Vaters bei seinem Onkel Otto (s. 1) aufgewachsen und dort zum Katholizismus konvertiert, erbte N. von diesem 1631 neben dem Majoratsgut Falkenau weitere Güter wie auch den Adelsrang. Nach einem Jura-Studium u. a. in Siena, amtierte er 1644-50 als Präsident der Prager Appellationskammer und war 1650/51 Oberstlandrichter und Oberstlandkämmerer. Seit 1652 prägte er für fast 30 Jahre als Oberstkanzler die von Rekatholisierung und Reorganisation von Wirtschafts- und Finanzwesen bestimmte böhm. Landespolitik. Zugleich gehörte N. als Geheimrat zum inneren Kabinett Kaiser Leopolds I. 1646 böhm. Graf, 1651 Titularreichsgraf, 1652 Geheimrat und Ritter vom Goldenen Vließ, erwarb er 1673 die unterfränk. Herrschaft Rieneck und damit den Reichsgrafenstand. N. gründete das erste böhm. Messingwerk auf seiner Herrschaft Graslitz, kaufte ein Palais in Wien, erbaute nach 1662 das Prager Palais und legte den Grundstock für die berühmte N.sche Gemäldesammlung.

  • Literatur

    Karl v. N.-Wallwitz, Btrr. z. Gesch. d. Geschl. v. N. (T.3), 1935;
    Wurzbach;
    OSN;
    Biogr. Lex. Böhmen.

  • Portraits

    Gem. v. K. Škréta (Screta), 1670 (Pilsen, Staatl. Inst. f. Denkmalpflege);
    Kupf. v. Adriaen van Bloemen u. Cornelia Meyessens, 1667/73 (Prag, Nat.-gal., Graph. Slg.), beide Abb. in: L. Slavíček, Barocke Bilderlust, Holländ. u. fläm. Gem. d. Slg. N. aus d. Prager Nat.gal., bearb. v. R. Wex, 1994;
    L. Machytka, Podobizna J. Hertvíka N. od Karla Škréty, Urnění 29, 1981;
    Gedenkmedaille v. seinem Neffen Christoph Wenzel (1643–1712) (s. H. O. Miltner, Beschreibung d. bisher bekannten böhm. Privatmünzen, 1852).

  • Autor/in

    Robert Luft
  • Empfohlene Zitierweise

    Luft, Robert, "Nostitz-Rieneck, Johann Hartwig Graf" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 354 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd124388809.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA