Lebensdaten
1898 bis 1976
Geburtsort
Chorin (Kreis Angermünde)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Elektroakustiker ; Erfinder
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 142352748 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Neumann, Georg Fritz
  • Neumann, Georg
  • Neumann, Georg Fritz

Quellen(nachweise)

Orte

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Zitierweise

Neumann, Georg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd142352748.html [16.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Albert Julius Hermann ( 1928), Reichsbahnarbeiter in Ch.;
    M Auguste Anna Maria Meyer ( 1925);
    Berlin 1930 Elly Kosak (1907–85);
    1 S, 1 T.

  • Leben

    Nach seiner Schulzeit absolvierte N. 1913-17 eine Lehre bei der Berliner Telefonfirma Mix & Genest und besuchte die Abendschule. Nach seiner Einberufung im August 1917 kam er über ein Arbeitsbataillon zum Kabelwerk Oberspree der AEG, wo er in einem von Georg Reisz geleiteten Labor an Verstärkern arbeitete. Als sich Reisz 1919 selbständig machte, folgte ihm N. und entwickelte bis 1927 auch magnetische Tonabnehmer, kapazitive Lautsprecher und das bekannte Reisz-Kohlemikrophon. Dieser wichtige Fortschritt führte um 1925 zur Zusammenarbeit mit dem im Berliner Vox-Haus entstehenden Rundfunk. Die „elektro-mikrophonische“ Aufnahme brachte dann auch der Schallplatten-Industrie entscheidende Verbesserungen.

    1928 gründete N. in Berlin zusammen mit Erich Riekmann seine eigene Firma (Georg Neumann & Co.), wo er seine ersten Kondensator-Mikrophone baute, die zum Weltstandard für Rundfunkqualität wurden. Ihre Form mit dem eingebauten Verstärker hat zu dem für Jahrzehnte in den Tonstudios üblichen Begriff der „Neumann-Flasche“ geführt. Bis 1945 entwickelte N. außer Kondensator-Mikrophonen auch Aufnahmemaschinen für Wachsplatten, Wachsplatten-Abdrehmaschinen sowie die zugehörigen elektromagnetischen Wachsschreiber. Dazu kamen Geräte zur Aufnahme auf Gelatine-, Lack- und Kunststoff-Folien, wie sie vor der Magnettonzeit für Reportagezwecke im Rundfunk üblich waren sowie die zugehörigen elektromagnetischen Folienschreiber. Für professionelle Aufgaben gab es bei N. damals auch ein Plattenabspielgerät mit dynamischem Tonabnehmer. Eine nicht nur in der Elektroakustik verwendete Spezialität war der allgemein als Neumann-Schreiber bezeichnete Dämpfungsschreiber für das Registrieren mit logarithmischer Anzeigen auf Wachspapier. In den Kriegsjahren und 1947 gab seine Firma mit ihren Mitarbeitern Erich Riekmann und Hans Heyda das „Elektroakustische Taschenbuch“ (21940, 71947) heraus, das schnell zum verläßlichen Hilfsmittel in der Laborpraxis wurde.

    Nach 1945 beschäftigte N. sich zuerst in Paris und dann auch in Heilbronn mit gasdichten Nickel-Cadmium-Akkumulatoren. Die Auswertung seiner Erfindung übernahm die Fa. Deac Afa. Um 1951 entwickelte er in Berlin ein Verfahren zum Herstellen von extrem dünnen Nickel-Membranen (weniger als 1μm) für Mikrophonkapseln einer neuen Kleinmikrophon-Serie. In den 60er Jahren folgte der gegengekoppelte dynamische Stereo-Schallplattenschreiber, der sich in aller Welt durchsetzte. N. erhielt zahlreiche in- und ausländische Patente, beginnend mit jenem für das „Elektrostatische Mikrophon“ (1929, DRP 574 428).|

  • Auszeichnungen

    Emile Berliner Preis „The Maker of the Microphon Award“ (1974); Goldmedaille d. Audio Engineering Soc. (1976).

  • Literatur

    Rundfunktechn. Mitt. 20, 1976, S. 172;
    H. Naumann, in: S. v. Weiher (Hg.), Männer d. Technik,|1983, S. 133-35 (P), leicht gekürzt auch in: Lex. d. Elektrotechniker;
    C. Reuber, Spitzentechnik f. d. Welt d. Tonaufnahme, in: Markt u. Technik 19, 1996, S. 81 (P).

  • Autor/in

    Claus Reuber
  • Empfohlene Zitierweise

    Reuber, Claus, "Neumann, Georg" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 149 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd142352748.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA