Lebensdaten
1894 bis 1959
Geburtsort
Sankt Gallen
Sterbeort
Gümligen bei Bern
Beruf/Funktion
Historiker
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 11924974X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Näf, Werner
  • Naef, Werner
  • Näf, Werner Reinhold

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Zitierweise

Näf, Werner, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11924974X.html [16.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Gustav (1847–1930), in Budapest geboren, Kaufm. u. a. in Hinterindien, seit 1890 Bürger v. St. G.;
    M Hermine Billwiller (1860–1922);
    Om Karl Reinhold Billwiller (1850–1919), Kaufm., Bez.- u. Kt.richter in St. G. (s. HBLS);
    Stief-Schw Anna Rosalie (1883–1923, Karl August Wegelin, 1879–1968, Prof. f. Pathologie in B.);
    1920 Hanna (1885–1962), Heilgymnastikerin, T d. Emanuel Linder, Pfarrer in Basel, u. d. Elisabeth Baader; kinderlos; N d. Ehefrau Heinz Haffter (* 1905), o. Prof. f. klass. Philologie in Zürich.

  • Leben

    N. besuchte das Humanistische Gymnasium seiner Vaterstadt und studierte seit 1914 in Genf, Berlin und München Geschichte. Latein und Germanistik. 1917 wurde er in München mit der Dissertation „Der Schweizer Sonderbundskrieg als Vorspiel der deutschen Revolution von 1848“ bei Erich Marcks zum Dr. phil. promoviert. Nach einer Lehrtätigkeit an der Töchterschule und an der Handelshochschule in St. Gallen folgte N. 1925 einem Ruf auf den Lehrstuhl für Allgemeine Geschichte an der Univ. Bern (1947/48 Rektor). Als Vizepräsident des Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung und als Mitglied der Eidgenössischen Maturitätskommission übte er einen beachtlichen Einfluß auf die Bildungspolitik seines Landes aus.

    Seine Vorlesungen fanden ihren Niederschlag in der Sammlung „Staat und Staatsgedanke“ (1935) und in dem zweibändigen Werk „Die Epochen der Neueren Geschichte“ (1945 f.), mit dem sich N. bewußt auch an gebildete Laien wandte, denen Geschichte noch als unentbehrliche geistige Orientierung galt. Grundlage beider Werke ist der universalhistorische Ansatz, mit dem N. einer provinziellen Verengung der Schweizer Historiographie gegenzusteuern versuchte. Derselben Intention sollten die von ihm 1943 gegründete und herausgegebene Zeitschrift „Schweizer Beiträge zur Allgemeinen Geschichte“ und die Editionsreihe „Quellen zur neueren Geschichte“ sowie seine Mitarbeit in der Commission internationale pour l'histoire des assemblées d'états dienen. Überzeugt von einer organischen Einheit zwischen schweizerischer und allgemeiner Geschichte, begab sich N. schon früh auf das Feld außerschweizerischer Themen, wenn er die Bemühungen der Heiligen Allianz um eine gesamtschweizerische Organisation schilderte (1944), Bismarcks Außenpolitik untersuchte (1925) und sich in die Diskussion um die Kriegsschuldfrage einschaltete (1932 bzw. 1934 f.). Die vielfältige Beschäftigung mit der Geschichte seiner Heimatstadt gipfelte in der Biographie über den Humanisten, Reformator und Bürgermeister von St. Gallen Joachim von Watt (Vadian und seine Stadt St. Gallen, 1944). Sie zeugt von N.s Verankerung im Protestantismus und seiner subtilen Kenntnis des Humanismus.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Hist. Komm. b. d. Bayer. Ak. d. Wiss. (1947); Reuchlinpreis (1955).

  • Werke

    Weitere W u. a. Die Schweiz u. d. dt. Rev., 1929;
    Staat u. Staatsgedanke, 1936;
    Wesen u. Aufgabe d. Univ., 1951. |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Vadiana, St. Gallen.

  • Literatur

    Schweizer Btrr. z. Allg. Gesch. 18/19, 1961 (W-Verz., P);
    A. Largiadèr, in: Schweizer. Zs. f. Gesch. 9, 1959, S. 240-47;
    W. Andreas, in: HZ 190, 1960, S. 78-86;
    E. Bonjour, Die Schweiz u. Europa, II, 1961, S. 167-71;
    R. Feller u. E. Bonjour, Gesch.-schreibung d. Schweiz, II, 21979, S. 790-92;
    P. Wegelin, Stadtrepublik u. Weltgesch., W. N. (1894-1959) u. sein Werk, 1994 (W, L, P);
    HBLS;
    Kosch, Biogr. Staatshdb.;
    Wolfgang Weber, Biogr. Lex. z. Gesch.wiss., 21987;
    R. vom Bruch u. A. R. Müller (Hrsg.), Historikerlex., 1991.

  • Portraits

    Büste (Vadiana, St. Gallen)

  • Autor/in

    Edgar Bonjour
  • Empfohlene Zitierweise

    Bonjour, Edgar, "Näf, Werner" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 696 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11924974X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA